Kunstvolles lustiges Vorspiel

Vor rund hundert Zuhörern gastierte gestern Abend das Duo Calva in Zweibrücken mit einem spritzig-komödiantischen Konzert. Einigen war's allerdings der Comedy zu viel.

In der Schweiz ist das Geld knapp, für Musiker ein hartes Pflaster. "Da müssen wir jetzt sogar im Ausland auftreten, hier in Zweibrücken zum Beispiel", scherzt Alain Schudel. Sein Kontrahent Daniel Schaerer stimmt in diesem Fall zu. Beide bewerben sich beim Zweibrücker philharmonischen Orchester für die einzige freie Cellisten-Stelle, so das Szenario gestern Abend in der Zweibrücker Festhalle. Der eine ganz in Weiß gekleidet, der andere in Schwarz, wie Dur und Moll. So heißt das Programm denn auch "CelloLite - zwei Celli beim Vorspiel". Vorspiel darf ruhig zweideutig verstanden werden, nennt Schaerer sein Cello doch liebevoll Franziska. Einige Gesichter der rund hundert Zuhörer werden bald lang und länger. Kunst ist für manchen Kammermusikfreund eine ernste Angelegenheit, die man nicht veralbert hören möchte. Und dann dieses Gemenge von ernster und unernster Musik, Operette und so. Doch es gibt für diese Geschmäcker auch durchaus versöhnliche Minuten. Denn verulken kann nur der, der was auf dem Kasten hat. Es wird also auch vernünftig gespielt, mit Gefühl und Akkuratesse. Bach neben spröden Musicalmelodien, Mozart, Rossini und Händel umgeben von feindseligen Tönen. Poppers "Elfentanz" in Sechzehntel gespielt, und Stockhausen sägt und nagt am Cellokörper. Hübsch und irgendwie kurios Cello zu vier Händen - der eine streicht seelenvoll, der andere umgreift ihn von hinten und zupft auf den freien Seitenabschnitten. Zwischendurch und gleichzeitig gibt's Redeschwank und Aberwitz oder gymnastische Übungen. Nach 30 Minuten geht's schon in die Pause und dann heiter weiter. Wer die Stelle letztendlich bekommt? Sicher gibt es einen heiteren Schlussakkord! Zuschauerin Josephine Wunderberg, ein Kind noch, spielt seit drei Jahren Cello: "Ich find's herrlich", sagt sie und lacht. Recht hat sie.