Jahresausstellung des Kunstvereins Zweibrücken im Stadtmuseum „Fragmente“ der Zweibrücker Kunst-Szene

Zweibrücken · Der Kunstverein präsentiert noch bis Ende Juni seine Jahresausstellung. 32 Mitglieder stellen im Stadtmuseum aus. Zu sehen sind auch Werke der Jugendkunstschule.

Ausstellungs-Eröffnung „Fragmente“ der Mitglieder des Kunstvereins Zweibrücken. 32 Künstlerinnen und Künstler stellen im Stadtmuseum aus. Hier begrüßt der Vorsitzende Kurt Becker die zahlreichen Gäste.

Ausstellungs-Eröffnung „Fragmente“ der Mitglieder des Kunstvereins Zweibrücken. 32 Künstlerinnen und Künstler stellen im Stadtmuseum aus. Hier begrüßt der Vorsitzende Kurt Becker die zahlreichen Gäste.

Foto: Susanne Lilischkis

Unter dem Titel „Fragmente“ wurde am vergangenen Sonntag die Ausstellung des Zweibrücker Kunstvereins im Stadtmuseum eröffnet. Ein Thema, das für alle passend ist, findet Kunstvereins-Vorsitzender Kurt Becker, der den Verein in einer Doppelspitze, zusammen mit Marina Beyer, leitet. Fragment – das sei ein weit gefasstes Motto, so Becker. Das Wort erinnere an archäologische Funde, an Konzepte der Lückenhaftigkeit und Unvollständigkeit und an verwirrte Gedanken. Es vermittle uns Erkenntnisse über das, was einmal war. Und schließlich erinnere es an das Heute, an die fragmentierte Zeit, in der wir lebten.

Die Beigeordnete Christina Rauch sieht die Ausstellung als Highlight für die Kunst in der Stadt. Sie trage zur überregionalen Bekanntheit Zweibrückens bei und sei ein Spiegel der Gesellschaft und der Zeit: „Diese Ausstellung hat einen unschätzbaren Wert fürs kulturelle Leben in Zweibrücken. In einer Welt, die zunehmend zerrissen ist, haben wir bei dieser Ausstellung die Möglichkeit innezuhalten.“

Ihrer Rede ließ sie eine kurze Erinnerung an die verstorbene Künstlerin Rita Rebmann-Holzdeppe folgen, von der zwei Bilder in der Ausstellung gezeigt werden (wir berichteten). „Unsere Gedanken sind bei der Familie und ihren Lieben“, so Rauch.

Marina Beyer lobte die Werke der Jugendkunstschule, die parallel zur Ausstellung des Kunstvereins im Herzogsaal zu sehen sind. Die jungen Künstler haben sich am Wettbewerb „Rauskommen“ des Bundesverbandes der Jugendkunstschulen beteiligt. Die Akteure müssen sich dabei – geografisch oder mental – bewegt haben: an neue Orte, oder durch ungewöhnliche Formate auffallen. Das Thema war: „Zweibrücken, unsere Stadt“. Gemeinsam erkundeten die Kinder und Jugendlichen ihren Heimatort und schufen aus gespendeten Stoffresten Collagen der Fasanerie, des Rosengartens oder des Flugplatzes. „Die Herrschaften, die sonst an den Wänden des Herzogplatzes hängen, wären froh, was aus der Zweibrücker Jugend geworden ist“, zeigte sich Kurt Becker überzeugt.

In seiner Ansprache dankte der Vorsitzende Museumsleiterin Charlotte Glück, die seinem Verein jedes Jahr ihre Räume zwischen zwei Ausstellungen zur Verfügung stellt. Dieses Jahr stellen 32 Künstler und Künstlerinnen ihre Werke im Erdgeschoss des Stadtmuseums aus. Zu sehen ist eine Vielfalt der Techniken und Motive. „Unser Verein hat 110 Mitglieder – das jüngste ist 42 Jahre, das älteste 89“, bemerkte Kurt Becker. So unterschiedlich die Lebensalter sind, so verschieden sind auch die ausgestellten Arbeiten.

Da ist zum Beispiel die Serie „Bienenweide“ von Christiane Freimann. Ihre Tuschezeichnungen zeigen Szenen aus dem Garten, fast kindlich naiv und voller Fröhlichkeit. Dagegen stehen die Portraits von Lilia Gottert. Die Kunsterzieherin zeigt alte Menschen, teilweise unbekleidet, in realistischer Manier. Hier wird nichts geschönt, hier steht die Persönlichkeit der Abgebildeten im Vordergrund. Ganz und gar abstrakt sind die Werke von Rolf Stöckle. Er arbeitet am liebsten mit ungemischten Farben, direkt aus der Tube. „Meine Kunst hat mit Emotionen zu tun, sie ist für mich Therapie“, sagt er dazu. Bezug auf ihre Heimatstadt nimmt Susanne Burkhard mit ihren Drucken. Der Buchstabe „E“ wird zur Brücke umfunktioniert. Auch Skulpturen sind in der Ausstellung zu sehen, zum Beispiel die Fabelwesen von Christa Witte aus Keramik, Metall und Holz, die Glasskulpturen von Eugen Waßmann oder Werke von Raymond David.

Die Ausstellung ist noch bis zum 30. Juni in der Herzogstraße 9 zu sehen. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, 14 bis 18 Uhr.

 Vielfältig sind die ausgestellten Werke: Ob Skulpturen aus Keramik, Metall und Holz oder auf Leinwand gemalt.

Vielfältig sind die ausgestellten Werke: Ob Skulpturen aus Keramik, Metall und Holz oder auf Leinwand gemalt.

Foto: Susanne Lilischkis

Die mitwirkenden Künstler: Danielle Bailly-Salins, Kurt W. Becker, Marina Beyer, Susanne Burkhardt, Iris Conrad, Raymond David, Suzanne Forsch, Christiane Freimann, Brunhilde Gierend, Lilia Gottert, Dagmar Grieve, Gerda Elisabeth Grunder, Bärbel Hafner-Neu, Ramona Hewer-Wachs, Natalia Jelankina, Herbert Kluding, Monika Landoll, Susanne Nobis, Birgit Oberlinger, Brigitte Peifer, Horst Pirmann, Hengameh Rasti, Johannes Rebmann, Rita Rebmann-Holzdeppe, Elisabeth Schael, Eva Schuler, Jolanta Spiczak-Brzezinski, Rolf Stöckle, Jutta Walter, Heike Wilhelm, Christa Witte und Barbara Würtz.

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