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Kunstausstellung „Die Rose in der Poesie“ im Zweibrücker Rosenmuseum

Kunstausstellung „Die Rose in der Poesie“ im Zweibrücker Rosenmuseum : Junge Künstler lassen Gedichte erblühen

„Die Rose in der Poesie“ lautet das Motto der aktuellen Kunstausstellung im Zweibrücker Rosenmuseum. Überregional gestaltet wurde sie von Schülerinnen und Schülern des Pirmasenser Immanuel-Kant-Gymnasiums quer durch alle Klassen.

Ein Jahr lang beschäftigten sich Schülerinnen und Schüler des Immanuel-Kant-Gymnasiums in Pirmasens mit der „Rose in der Poesie“. Mit 80 der insgesamt gut 200 Werke eröffnete der Verein für Rosenfreunde jetzt seine neue Ausstellung im Rosenmuseum des Zweibrücker Rosengartens. „Das ist doch sehr beglückend, was Tolles aus dieser Idee geworden ist“, freut sich die Vorsitzende, Hanne Stauch, über die außergewöhnlichen, ausdrucksstarken und vielfach erstaunlichen Exponate.

Betreut haben das anspruchsvolle Projekt ihre Schwester Martina Becker, Germanistin und Deutschlehrerin, sowie deren Kollegin, die Kunsterzieherin Heike Dasch. Diese kennt das hohe künstlerische Niveau ihrer Schüler und war dennoch einmal mehr begeistert von der sehr kreativen und künstlerisch hochkarätigen Umsetzung.

Quer durch alle Jahrgangsstufen von fünf bis 13 hatten die jungen Künstler die von Martina Becker ausgewählten Gedichte rund um die Rose in den verschiedensten Techniken optisch und mit aufwändigen japanischen Holzdrucken oder designten Lampenschirmen auch haptisch umgesetzt. Aus Bambus und Reispapier mit verschiedenen Materialien wie Pappe oder Krepppapier neben alltäglichen Materialien wie Backpapier und Verpackungsstoffen entstanden nach dem Motto „Form follows fantasy and emotion“ (Form folgt Phantasie und Gefühl) Lampen zum Thema „Rose“, die durch ihren kreativen Ausdruck beeindrucken.

Martina Becker war erstaunt, dass durchweg weniger die romantischen oder expressionistischen Texte favorisiert wurden, sondern sich die jungen Menschen vielfach mit emotional verstörenden Randthemen wie dem Tod beschäftigten. „Sie waren sofort Feuer und Flamme und haben vieles sogar außerhalb des Unterrichts erarbeitet, sich intensiv mit den Gedichten auseinander gesetzt“, sehen sich die Pädagoginnen auf dem richtigen Weg, der den Schülern eine Vielzahl an technischen Möglichkeiten und alle Freiheiten ließ.

Im „Blackout-Verfahren“ hoben sie in ihren Interpretationen einzelne Textstellen hervor und überschrieben oder übermalten andere. Die Bandbreite reicht von zartgliederigen Zeichnung über filgrane Illustrationen bis hin zu komplexen Gemälden.

Sehr individuell sind etwa sorgsam abgeflämmte Blattränder oder eine aufwändige Ausarbeitung mit handgezeichneten grafischen Mustern. Totenköpfe und ein Skelett spielen neben den Textbildern im DINA5-Format auch an den Text- und Bildsäulen eine Rolle. Diese laden dazu ein, dazwischen herum zu gehen, sie von jeder Seite und in jeder Körperhöhe zu betrachten und erlaubten der gestaltenden Projektgruppe, drei- statt zweidimensional zu arbeiten. Die integrierten, von Hand geschnitzten Holzdruckstöcke zeigen den technischen Weg bis hin zum fertigen Druckbild.

Den Corona-Regeln gehorchend, musste die gemeinsam mit den Schülern und einer Gedichtlesung in der Bibliotheca Bipontina für den 14. April geplante Vernissage abgesagt werden. „Hoffentlich besuchen wenigstens viele Eltern unseren schönen Rosengarten, um die Werke ihrer Kinder zu bewundern“, wünscht sich Hanne Stauch. Sofern es möglich ist, soll es im Juli eine musikalische Open-Air-Veranstaltung zur Ausstellung „Die Rose in der Poesie“ geben. Im Herbst werden dann alle Rosenwerke im Immanuel-Kant-Gymnasium zu sehen sein.

www.rosengarten-zweibruecken.de

www.ikg-ps.de

 Die Schülerinnen und Schüler hoben sie in ihren Interpretationen einzelne Textstellen hervor. Die Bandbreite reicht von zartgliederigen Zeichnung über filgrane Illustrationen  bis hin zu komplexen Gemälden.
Die Schülerinnen und Schüler hoben sie in ihren Interpretationen einzelne Textstellen hervor. Die Bandbreite reicht von zartgliederigen Zeichnung über filgrane Illustrationen  bis hin zu komplexen Gemälden. Foto: Cordula von Waldow

Die Ausstellung „Die Rose in der Poesie“ ist bis Ende Oktober während der Rosengarten-Öffnungszeiten im Rosenmuseum zu bewundern. Die Oskar-Scheerer-Stiftung plant folgende Veranstaltungen für 2021: Mittwoch, 5. Mai, 17 Uhr „Sommerliche Gefäßbepflanzung“ im Garten Stauch, Anmeldung bei Gartenmeister Stephan Landwehr (01 70) 63 767 46; Mittwoch, 9. Juni, 16 Uhr, Plauerstunde mit Musik und Gesang im Garten Stauch, Anmeldung bei Gisela Jung (0 63 32) 4 42 53; Freitag, 16. Juli, „Ein Sommernachtstraum“ – Poesie der Rosen in Wort und Lied im Hotel Rosengarten am Park, Anmeldung bei Gisela Jung (0 63 32) 4 42 53; Samstag, 18. September, 8 Uhr, Tagesfahrt „Gärten in der Pfalz“, Anmeldung bei Gisela Jung (0 63 32) 4 42 53; Samstag, 30. Oktober, 14 Uhr, Gefäßbepflanzung „Vorbereitung auf den Winter im Garten Stauch, Anmeldung bei Gartenmeister Stephan Landwehr (01 70) 6 37 67 46; Samstag, 6. November, 17 Uhr, „Blaue Stunde“ – Musik und Poesie mit gemeinsamem Abendessen im Hotel Rosengarten am Park, Anmeldung bei Eva Rauch (0 63 32) 17 41 0; Samstag, 27. November, 9 Uhr, „Fahrt zum Weihnachtsmarkt“ an die Mosel, Anmeldung bei Eva Rauch (0 63 32) 17 41 0.