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„Kultur verbindet“ mit Lesung von Sarina Keller im Rosengarten

„Kultur verbindet“ mit Lesung von Sarina Keller im Rosengarten : Ein Nachmittag fast wie am Meer

Die erste Lesung, die der Beirat für Migration und Integration unter dem Motto „Kultur verbindet“ im Rosengarten veranstaltete, war ein voller Erfolg. Fast 30 Interessierte unterschiedlicher Kulturen trotzten der Hitze und wurden von Autorin Sarina Keller mit Nordseegeschichten erfrischt.

Nur das Wellenrauschen fehlte, sonst herrschte am vergangenen Montagnachmittag die perfekte Meer-Urlaubsstimmung im Rosengarten. Bei hochsommerlichen Temperaturen wehte ein angenehmes Lüftchen, sanft wie eine Meeresbrise. Die alten, hohen Bäume rund um den gemütlichen Platz an der Venusstatue spendeten Schatten und erfrischende Kühle, als die Zweibrücker Autorin Sarina Keller ihre gespannten Zuhörer mit an die Nordsee auf ihre Lieblingsinsel nahm. Neben ihren beliebten „Sylter Strandkorbgeschichten“ hatte die Pädagogin auch Geschichten und zwei Gedichte aus ihrem neuen Buch „Lese-Quickies“ mit Adventkalendergeschichten mitgebracht, das pünktlich zur Vorweihnachtszeit erscheinen wird.

Fast 30 Kulturinteressierte aus Deutschland, Russland und Syrien waren der Einladung des Ausschusses für Migration und Integration gefolgt und genossen sichtlich den Auftakt zu der neuen Veranstaltungsreihe „Kultur verbindet“. Die Gastgeber waren begeistert angesichts der auf Anhieb so großen Resonanz.

Tatjana Medenko vom Vorstand erklärte das Anliegen: „Kultur verbindet Menschen und Nationen.“ Zur Integration gehöre auch, eine entspannte Zeit der Freude miteinander zu verbringen und sich über das Erlebte auszutauschen. Das Miteinander der unterschiedlichen Menschen und Kulturen liegt auch Sarina Keller am Herzen. In zwei Gedichten erinnerte sie unter anderem daran, wie Menschen oft in Schubladen kategorisiert und nach Vorurteilen bewertet würden. „Hände gestalten dein Leben“ luden dazu ein, das Leben zu (be)greifen und liebevoll zu streicheln. In Coronazeiten sei der freundschaftliche Händedruck verpönt. Passend zum Hochsommer, schilderte sie die Erlebnisse eines Paares in der pittoresken südfranzösischen Seestadt Monton. So bunt wie die Häuser dort seien auch die Kulturen und Nationen, schlug sie den Bogen zur Integration. Kühle schuf ihr „Last Minute Strickjackenurlaub“, der daran erinnerte, dass die fehlende Animation auf Sylt erlaubt, den Augenblick in Ruhe zu genießen und sich glücklich zu entspannen. Die Geschichte von ihrem idyllischen Lieblingshaus auf Sylt, das mitsamt seinem davor stehenden Apfelbaum und Wildrosenhecke eines Tages abgerissen wurde, um einem modernen Ferien-Doppelhaus Platz zu machen, erinnerte die Zweibrückerin an ihre Kindheitserinnerung an ihren geliebten Lilienhügel, der dem heutigen Hotel weichen musste.

„Das war eine schöne Stunde“, drückte Angelika Hudlet aus, was wohl die meisten empfanden. Asiya Shekhoa aus Syrien ist erst seit März in Zweibrücken. Für sie war es das erste öffentliche Zusammentreffen bei einer Veranstaltung. Die Kurdin ließ ihren Dank und ihre Begeisterung von ihrem Landsmann Kamiran Mohammad, dem Vorsitzenden des Beirats, übersetzen. Sie habe zwar kein Wort verstanden, doch sie war ganz glücklich über die spürbare Freude und Authentizität, die ausdrucksstarke Mimik und die lockere Art von Sarina Keller.

„Das war für mich der größte Moment an diesem Nachmittag“, sagte die 43-Jährige, die sich auch bei Demokratie-leben engagiert, bewegt. Freude herrschte auch bei den Organisatoren. Tatjana Medenko strahlte: „Ganz viele haben sich bedankt und gesagt, dass sie nächstes Mal wiederkommen.“

Die nächste Lesung findet am Montag, 14. September, um 16 Uhr im Rosengarten an der Venusstatue statt. Die Schwestern Theresa und Rebecca Wendel lesen auf Französisch. Es ist lediglich der normale Rosengarten-Eintritt zu bezahlen, die Veranstaltung selbst ist kostenfrei.

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