Kritik an Wohnpark wird lauter

Der Widerstand gegen den „Wohnpark am Schloss“ wird größer. Nach der Zweibrücker CDU kritisiert auch die Leitung des Helmholtz-Gymnasiums das Wohnprojekt. Im Bauausschuss ist die für heute geplante Verabschiedung des Bebauungsplans gestrichen worden.

Wenn heute Nachmittag der Bauausschuss zu seiner Sitzung zusammen kommt, fehlt auf der Tagesordnung Punkt neun: Kurzfristig wurde die geplante Verabschiedung des Bebauungsplans "Wohnpark am Schloss" gestern von der Agenda gestrichen. "Um die Leute mit mehr Informationen versorgen zu können", wie Stadtsprecher Heinz Braun betont. Eigentlich hätten alle Fraktionen im Vorfeld der Bauausschuss-Sitzung informiert werden sollen, aber bei der Kommunikation sei "ein bisschen was schiefgelaufen", so Braun. Darum habe auch der Ältestenrat entschieden, den "Wohnpark am Schloss" nicht in die Tagesordnung der nächsten Stadtratssitzung (21. September) aufzunehmen.

Bereits am Freitag hatte die Zweibrücker CDU mitgeteilt, dass sie den Wohnpark, der auf dem Gelände der Alten Feuerwache entstehen soll, ablehnt (wir berichteten). "Bei der dafür in Erwägung gezogenen Fläche handelt es sich nach unserem Kenntnisstand um die einzige Fläche, auf der das HHG (Helmholtz-Gymnasium) künftig sinnvolle bauliche Erweiterungsmaßnahmen durchführen kann", begründete Fraktionschef Christoph Gensch das Nein. Bereits jetzt habe die Schule keine geeigneten Räume, um den Schülern mit Ganztagsunterricht in der Mittagspause einen Aufenthaltsraum anzubieten.

Auch Kerstin Kiehm, Schulleiterin des Helmholtz-Gymnasiums, äußert Bedenken. Sollte das Wohnprojekt in dieser Form realisiert werden, müssten sowohl Schüler als auch die Senioren Beeinträchtigungen, etwa durch Lärm, in Kauf nehmen - am Ende wären beide Seiten Verlierer.

"Mit Blick auf den demografischen Wandel sind seniorengerechte Wohnprojekte in Innenstadtnähe natürlich zu begrüßen, aber es gibt bestimmt geeignetere Orte als die Alte Feuerwache." Bereits jetzt habe das HHG über 100 Ganztagsschüler - Tendenz steigend -, aber keinen Platz. "An unserer Schule besteht ein erhöhter Raumbedarf. Die Alte Feuerwache wäre ein idealer Standort für einen Multifunktionsraum." Bislang gebe es nur einen einzigen repräsentativen Raum, über eine Aula verfüge das Gymnasium nicht.

Keine Alternative sei eine Erweiterung in Richtung Schulhof und Exerzierplatz, verdeutlicht Kiehm. Da sich auch der Kindergarten "Arche Kunterbunt" in der Schule befindet, seien die Möglichkeiten beschnitten. Darüber habe man alle Fraktionen des Stadtrats informiert. "Vor den Sommerferien wurden alle angeschrieben - auch die Stadtspitze."