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Kritik an Stadtplänen für zweiten Radpark

Kritik an Stadtplänen für zweiten Radpark

Die Stadt Zweibrücken plant einen Bikepark. Doch schon als Verbandsgemeindebürgermeister hatte OB Kurt Pirmann einen solchen für Bechhofen angeregt. Darüber gibt es jetzt erheblichen Ärger.

Für die Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land gibt es ein Tourismuskonzept mit Schwerpunkten. Einen - den Wasserspielplatz in Contwig beim Warmfreibad - hat sie umgesetzt. Von Änderungen der touristischen Strategie in der Verbandsgemeinde will deren Bürgermeister Jürgen Gundacker (SPD ) nichts wissen. Er zieht zum bildhaften Vergleich Skigebiete heran. Da würden die Urlauber mit Abfahrtsmöglichkeiten gelockt, warum sollte das bei Mountainbikern anders sein? Für die soll es einen Park geben, doch auch die Stadt Zweibrücken plant nach einem Besuch von Delegierten in Stromberg (wir berichteten), wo es einen solchen schon gibt, ein solches Projekt.

Zwar räumte der Verbandsbürgermeister auf Merkur-Nachfrage zum erwogenen Stadtprojekt ein, überrascht gewesen zu sein, als darüber in den Medien berichtet wurde. Oberbürgermeister Kurt Pirmann (SPD ) müsse nicht bei der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land Rücksprache halten, wenn es darum gehe, sich in touristischer Hinsicht neu auszurichten. Gundacker: "Viel wichtiger ist es, dass wir etwas gemeinsam auf den Weg bringen." Dass der heutige OB Kurt Pirmann in seiner Zeit als Gundackers Vorgänger den Bau des Bikeparks in Bechhofen anregte und als Zielvorgabe im Tourismuskonzept der Verbandsgemeinde verankerte, sieht Zweibrückens Pressesprecher Heinz Braun nicht als Problem an. "Bisher ist das Vorhaben nicht realisiert worden. Es kann doch nicht verwerflich sein, wenn jetzt die Stadt Zweibrücken etwas Ähnliches plant." Fahrtechniktrainer und MTB-Guide Sascha Marchert habe in Stromberg darüber gesprochen, dass von weither angereiste Mountainbiker nicht über drei Tage hinweg die gleichen Strecken nutzen wollen. Da wäre ein Park in Bechhofen die richtige Ergänzung.

Verwundert zeigte sich Braun darüber, dass Großsteinhausens Bürgermeister Volker Schmitt Pirmann "Ideenklau" vorwarf. Von einem Fauxpas des OB spricht auch der CDU-Gemeindeverband mit seinen Vorsitzenden Björn Bernhard, Angelika Küttner und Joachim Schmidt. Sie werten die Stadtabsicht nicht als förderlichen Beitrag zum Stadt-Umland-Konzept. Zudem habe Pirmann deutlich gemacht, welch "schnelllebiges Geschäft" Politik sei. Mit der Stadtplanung schreite die Gefahr einher, dass die touristische Entwicklung der Verbandsgemeinde abgehängt werde. Der Vernachlässigung des Nordbereiches will sich die CDU Zweibrücken-Land entgegenstellen.

Bechhofens Bürgermeister Paul Sefrin verhehlt seine Verwunderung über den Pirmann-Plan auch nicht. Der Bikepark Bechhofen müsse bleiben, sonst sei es überflüssig, Konzepte zu erarbeiten. Auf dem Prüfstand sieht Sefrin zudem das politische Vertrauen ins Stadt-Umland-Konzept. "Kurt Pirmann will ja sicher nicht, dass das hinter Contwig endet".