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Krippenausstellung in Schaufenstern in Zweibrücken

Serie: Zweibrücker Krippenweg : Bibel-Biegepuppen

In einer Serie stellt der Merkur einige der Krippen vor, die derzeit noch in Zweibrücker Schaufenstern zu sehen sind. Heute: Maria Rimbrechts Erbstück von Erika Glombitza.

Ähnlich, wie die Weihnachtsgeschichte von der Geburt Jesu eine Geschichte von Improvisation und Alternativen ist, handelt auch die Geschichte über die Krippe im Sportfachgeschäft am Zweibrücker Schlossplatz von kreativer Lösungsfindung. Die Figuren sind Bibel-Biegepuppen, die zum Erzählen biblischer Geschichten in Kitas und Schulen, Kinder- und Jugendgottesdiensten eingesetzt werden. Sie eignen sich besonders gut für Kindergruppenarbeit, setzen sie doch kreative Akzente in der Vermittlung biblischer Geschichten – anschaulich und erlebnisorientiert. Ihren Namen erhalten die Puppen von ihrer hohen Flexibilität, denn sie lassen sich leicht in verschiedene Körperhaltungen „biegen“. So können die Kinder die biblischen Geschichten, Jesusgeschichten und Gleichnisse selbst nachspielen und finden eine leichteren Zugang dazu. Diese 13 Zentimeter großen Figuren sind liebevoll gestaltet, mit aufgemalten Gesichtern und fein geschneiderter Kleidung, zum Teil mit Wollwesten. Die Haare sind ebenfalls aus Wolle, während die Puppen selbst aus Holz und Baumwollstoffen gefertigt werden.

Diese Krippenfiguren hat Maria Rimbrecht, Vorsitzende der Zweibrücker kfd (Katholische Frauengemeinschaft Deutschland), von Erika Glombitza geerbt. Die ehemalige Heilig-Kreuz-Pfarrsekretärin war ebenfalls kfd-Mitglied. Sie mochte die rustikal wirkenden Figuren, weil sie eher „handgemacht“ waren oder so wirkten. Jedes Jahr stellte sie zuhause unter ihren Tannenbaum die Biegepuppen zur Krippe zusammengestellt und immer fragte sie: „Ist das nicht schön?“ Nach ihrem Tod überließ ihr Sohn Steffen Glombitza, Pastoralreferent in der Pfarrei Heilige Familie in Blieskastel, der Zweibrücker kfd die Figuren, um sie dort zweckgemäß einzusetzen. Kein großes Manko sind die fehlenden Heiligen Drei Könige, denn die drei Weisen kamen auch in der Bibel später dazu und dürften eigentlich erst am 6. Januar nach Beendigung der Krippenausstellung aufgestellt werden.

Viel schlimmer war das Schicksal des Jesuskindes. Von Stefan Glombitza ist zu erfahren: „Das hat der Hund zerrissen, weswegen Mutter recht sauer war. Wie kann der Hund das Jesuskind zerreißen!“ Die Familie hingegen habe darüber schmunzeln müssen, dass der Hund ausgerechnet Gefallen am Jesuskind fand. Da auch die ursprüngliche „Futterkrippe“ fehlte, vermutet Maria Rimbrecht: „Vielleicht hat der Hund auch da etwas falsch verstanden?“ Doch was sollte, was konnte sie nun tun? Schnell wurde das Schicksal der Krippe zur Familienangelegenheit. Ehemann Walter Rimbrecht stieg in den Keller, brachte ein Stück Sperrholz, eine Laubsäge und eine Klebepistole. Bald stand eine kleine Krippe auf dem Tisch. Tochter Laura hat dann geschickt mit einer Holzkugel und einem kleinen Stück Stoff ein Jesuskind geschaffen. Der Stall selbst befand sich schon länger im Rimbrechtschen Familienbesitz und passt in seiner Größe gut zu den Bibel-Biege­figuren. So können auch künftige Generationen die Weihnachtsgeschichte inklusive der Hauptfigur wieder originalgetreu nachspielen.

Krippe mit Bibel-Biege-Figuren, ausgestellt von Maria Rimbrecht bei Sport Groß am Zweibrücker Schlossplatz.