Serie Zweibrücker Krippenweg : Selbst gezimmertes Weihnachtsgeschenk

In einer Serie stellt der Pfälzische Merkur einige der Krippen vor, die in der Adventszeit in Zweibrücker Schaufenstern zu sehen sind. Heute: Klaus Wingerter

Zarte Naturfarben und liebevolle Details prägen die wunderschöne, mehrfarbige Holzkrippe von Klaus Wingerter. 1987 zimmerte der Malermeister aus Mörsbach das Kunstwerk. Er lacht: „Das war meine erste Krippe und ist meine einzige.“ Sohn Steffen war damals sechs Jahre alt und die Eltern hatten beschlossen, ihn zum Christfest mit einer Weihnachtskrippe zu überraschen.

Geplant war, eine zu kaufen. Doch dann kam Klaus Wingerters Bruder Otto mit der Bauanleitung für eine Weihnachtskrippe aus einer Bastelzeitschrift. „Selbermachen oder so hieß das Heft. Darin waren nur der Grundriss und Vorschläge für die Ausgestaltung“, erinnert sich der Handwerksmeister. Doch das filigran gedeckte Dach aus Stroh und der Strohzaun gefielen ihm überhaupt nicht. Viel zu zerbrechlich und viel zu anfällig, um es heil zu transportieren. Kurz entschlossen ließ er seiner Kreativität freien Lauf und gestaltete seine individuelle Weihnachtskrippe.

Diese hat übrigens einen Zwilling, denn auch bei Otto Wingerter steht seit diesem Jahr eine selbstgemachte Krippe unter dem Baum. Klaus Wingerter schnitt und spaltete Holzleistchen und Holzlättchen, deckte das Dach, zimmerte den Zaun. Als Zubehör ließ er eine Werkbank, den Brunnen für die Schafe und den Holzstapel für das Feuerholz entstehen.

Und so schmückte der Mörsbacher seine Weihnachtskrippe mit einer Vielzahl an Details aus. Bis hin zum hölzernen Kehrbesen im Stall. Das Holz wurde mit heller Beize nachbearbeitet und erhielt in einem zweiten Anstrich teilweise sogar eine zweite, dunklere Farbe. Klaus Wingerters Bekenntnis „Ich arbeite unheimlich gerne mit Holz“ hätte es nicht bedurft, um die Leidenschaft und das Herzblut des Handwerkers darin zu erkennen. Wer genau schaut, kann auch die schwarze Katze in ihrem Versteck und den kleinen Pferdekopf entdecken. Die Krippenfiguren suchte Ehefrau Brigitte auf einem Weihnachtsmarkt aus. „Wir wollten nichts so buntes. Diese hellen passen besser und sind näher an der biblischen Geschichte“, betont das Ehepaar seine Auswahl. Und wirklich: Figuren und Krippe harmonieren, wie füreinander gemacht.

Holzkrippe von Klaus Wingerter, Idee & Spiel Cleemann, Hauptstraße.