Neues Ohler-Buch Kriegspfad oder Jean Jacques in Amerika

Zweibrücken · Das literarische Œuvre des renommierten Zweibrücker Autoren Wolfgang Ohler ist ebenso umfangreich wie vielseitig. Am Freitag wird nun im Herzogsaal mit „Kriegspfad oder Jean Jacques in Amerika“ sein neuestes Buch vorgestellt.

 Vor einer Abbildung Herzog Carls II. August, der Christian von Zweybrücken und sein aus Amerika zurückkehrendes Regiment Royal Deux-Ponts begrüßt, präsentiert Wolfgang Ohler im Stadtmuseum Zweibrücken sein neuestes Buch „Kriegspfad oder Jean Jacques in Amerika“.

Vor einer Abbildung Herzog Carls II. August, der Christian von Zweybrücken und sein aus Amerika zurückkehrendes Regiment Royal Deux-Ponts begrüßt, präsentiert Wolfgang Ohler im Stadtmuseum Zweibrücken sein neuestes Buch „Kriegspfad oder Jean Jacques in Amerika“.

Foto: Klaus Friedrich

Als zweiter Band einer Trilogie, die – übrigens erstmals in dieser Form – markante Kapitel der bewegten Zweibrücker Geschichte mit unterhaltsamer Erzählkunst verbindet, schildert er darin entlang der Erlebnisse seines Helden Jean Jacques Roux dessen Abenteuer in der Neuen Welt, wo er als Adjutant und Unteroffizier im „Deutschen Königlich-Französischen Infanterie-Regiment von Zweybrücken oder Royal Deux-Ponts“ am Freiheitskampf der mit Frankreich verbündeten Amerikaner teilnimmt.

„Meine Trilogie“, so Wolfgang Ohler im Gespräch mit dem Merkur, „beschreibt die für mich interessanteste Zeit Pfalz-Zweibrückens“. Diese umfasst seiner Ansicht nach jene drei Jahrzehnte zwischen 1765 und 1795, die für das Herzogtum Glanz und wegweisende Entwicklungen mit sich brachten, zugleich aber auch Regierungswechsel und tiefgreifende Umwälzungen – sowie in Folge der Französischen Revolution schließlich dessen jähes Ende.

Der entscheidende Impuls für seinen auf drei eigenständige Bände angelegten Romanzyklus kam Ohler vor dem Hintergrund des 2022 begangenen 300. Geburtstags Herzog Christians IV. sowie dem im selben Jahr anstehenden 200. Todestag Johann Christian von Mannlichs. Beides war für Wolfgang Ohler der Anlass, sich nochmals eingehender mit diesen beiden herausragenden Persönlichkeiten und ihrer Zeit zu beschäftigen. Dabei stieß er in Mannlichs Memoiren auf dessen „guten Kammerdiener“, der zwar mehrmals als solcher erwähnt wird, ohne ihn aber namentlich zu nennen oder näher auf ihn einzugehen. Ohler beschloss, diesen Mannlich nahestehenden Kämmerer in Gestalt des fiktiven Jean Jacques Roux sowohl eine Identität als auch eine zentrale Rolle als Romandheld zu verleihen. Wenn man glaubt, dass dieser fiktive Jean Jacques tatsächlich als solcher gelebt haben könnte, ist das Wolfgang Ohlers detaillierter Kenntnis der damaligen Verhältnisse und seiner pointierten Fantasie zu verdanken. So lässt er seinen Protagonisten 1750 auf einem lothringischen Hofgut nahe Deuxville und damit als Angehörigen des Dritten Standes das Licht der Welt erblicken. Als entfernter Verwandter der in Zweibrücken überaus einflussreichen Familie Camasse und Kammerdiener Mannlichs wiederum verkehrt er in höchsten Kreisen und vereint somit zwei ganz unterschiedliche Blickwinkel.

Die entfernte Verwandschaft mit Christian von Zweybrücken – er war während des Feldzugs des ruhmreichen Regiments Royal Deux-Ponts in Amerika dessen Kommandeur – und seines Bruders Wilhelm ist dann auch der Auslöser, der Jean Jacques Leben von jetzt auf gleich verändert. Denn als Wilhelm von Zweybrücken ihm überraschend anbietet, als sein Adjudant in der Neuen Welt an der Seite George Washingtons am Kampf gegen die Briten teilzunehmen, folgt er seinem Großcousin aus Abenteuerlust, Neugier und Loyalität – und begibt sich mit ihm und seinem Regiment „auf Kriegspfad“.

Was er und seine Kameraden dabei von ihrer Abfahrt in Brest bis zur Einnahme von Yorktown im Oktober 1781 erleben schildert Wolfgang Ohler kenntnisreich und voller lebendiger Fabulierlust auf der Grundlage zeitgenössischer Quellen. Dass er hierbei immer wieder entsprechende Originalzitate und historisch verbürgte Personen und Geschehnisse einfließen lässt, verleiht diesem Roman eine ganz eigene Note – und lässt die Leser auf fesselnde Weise in ein spannendes, mithin die Welt veränderndes Kapitel der Zweibrücker Geschichte eintauchen.

„Die historischen Fakten sind die Struktur, im Mittelpunkt steht aber die sich darin entwickelnde Romanhandlung.“, betont Wolfgang Ohler im Gespräch mit dem Merkur die Grundidee seiner Trilogie und ist sich sicher, „dass man Geschichte am besten mit Geschichten vermittelt“ – wenn sie denn gut erzählt sind, müsste man ergänzen. Und das gelingt Ohler auch in seinem neuesten Buch von der ersten Seite an.

Wolfgang Ohlers Buch „Kriegspfad oder Jean Jacques in Amerika“ (208 Seiten mit zahlreichen farbigen Abbildungen) ist im Echo Verlag Zweibrücken erschienen und unter ISBN 978-3-924255-43-5 zum Preis von 16,80 Euro im Buchhandel sowie im Rahmen der offiziellen Erstvorstellung am Freitag, 10. November, um 19 Uhr im Zweibrücker Herzogsaal, Herzogstraße 9 – 11, erhältlich. Der Autor liest dort ausgewählte Passagen seines neuesten Buches und signiert auf Wunsch. Musikalisch umrahmt wird die Veranstaltung vom Duo „Les Amis de Monsieur Napoleon Coste“ (Walter Theisohn, Oboe, und Nassir Yassin, Gitarre). Der Eintritt ist frei.