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Kräfte bündeln, endlich handeln

Kräfte bündeln, endlich handeln

Zweibrücken hat guten Grund, optimistisch ins neue Jahrzehnt zu gehen. Die Konversion hat die Stadt vorbildlich bewältigt, nach dem Abzug der internationalen Militärs neue, zukunftsträchtige Strukturen geschaffen, die immer noch am Wachsen sind - von der Fachhochschule bis zu den Style Outlets. Für das Jahr 2010 allerdings sind die Aussichten in Zweibrücken nicht ganz so rosig

Zweibrücken hat guten Grund, optimistisch ins neue Jahrzehnt zu gehen. Die Konversion hat die Stadt vorbildlich bewältigt, nach dem Abzug der internationalen Militärs neue, zukunftsträchtige Strukturen geschaffen, die immer noch am Wachsen sind - von der Fachhochschule bis zu den Style Outlets. Für das Jahr 2010 allerdings sind die Aussichten in Zweibrücken nicht ganz so rosig. Schuld daran ist in erster Linie die weltweite Wirtschaftskrise, deren Folgen Experten zufolge erst dieses Jahr richtig auf den Arbeitsmarkt durchschlagen werden. Zu Panik besteht aber auch hier kein Anlass - ist Zweibrücken doch, trotz seiner vielen exportabhängigen Industriebetriebe, bereits besser als manche anderen Standorte durchs Jahr 2009 gekommen. Wobei die politisch Verantwortlichen in und um Zweibrücken sich beim Thema Wirtschaft durchaus noch stärker engagieren könnten. Das Hauptproblem: Die Wirtschaftsförderung in unserer Region ist zu zersplittert - und darum nicht schlagkräftig genug. Die Stadt Zweibrücken selbst betreibt Wirtschaftsförderung, auf dem Flugplatzgelände werden Extrawürste gebraten. Und in der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Südwestpfalz ist die Stadt nicht Gesellschafter, sondern nur im Beirat vertreten. Wo genau die Grenzen zwischen der kleinsten kreisfreien Stadt Deutschlands und dem Landkreis genau liegen (auf dem Flugplatzgelände sind sie durch den interkommunalen Zweckverband teils ja sogar aufgehoben), dürfte Investoren von außerhalb aber wenig interessieren. Die jeweiligen Verantwortlichen täten deshalb gut daran, ihre Kräfte zu bündeln, statt persönliche Eifersüchteleien und Animositäten zu pflegen. Wobei man sich nicht auf Absichtserklärungen verlassen, sondern eine einheitliche, schlagkräftige Struktur schaffen sollte. Ähnliches täte auch der Tourismusförderung gut. Im Zweibrücker Stadtrat wird zwar immer wieder mal Unmut über die Wirtschaftsförderung laut. Doch man fragt sich, warum der Stadtrat von seiner Entscheidungskompetenz keinen Gebrauch macht. Ein Phänomen, das auch beim Thema Sanierung der Fußgängerzone zu beobachten ist. Seit etwa einem Jahrzehnt schon wird lamentiert, es müsse endlich mal was getan werden. Wobei einmal von einer großen, dann wieder von einer kleinen Sanierung die Rede ist. Für Einzelhändler (und Investoren) ist Planungssicherheit wichtig - von der hier keine Rede sein kann. Jetzt deutet sich zumindest an, dass zumindest auf dem Alexanderplatz 2010 Nägel mit Köpfen gemacht werden. Eine isolierte Platz-Planung reicht dabei aber nicht aus. Die Sanierung der Fußgängerzone kann natürlich nicht auf einem Schlag erfolgen, muss aber aus einem Guss geplant sein. Warum ist hierfür immer noch kein Gestaltungswettbewerb ausgeschrieben worden? Es wäre vermessen, so eine große Herausforderung ohne Expertenwissen auch von außen anzugehen.