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Wegen Wohngebiet am Himmelsberg: Konrad verlässt Grünen-Kreisverband

Wegen Wohngebiet am Himmelsberg : Konrad verlässt Grünen-Kreisverband

(jam) Die Entscheidung der Grünen im Zweibrücker Stadtrat, sich in der Bauausschuss-Sitzung bei der Abstimmung über den Bebauungsplan am Himmelsberg zu enthalten (wir berichteten), hat zu personellen Konsequenzen im Kreisverband Zweibrücken geführt.

Noch am Dienstagabend erklärte das Grünen-Verbandsgemeinderats-Mitglied Fred Konrad seinen Austritt aus dem Kreisverband.

Kinderarzt Konrad, der auch Vorsitzender der Lebenshilfe Zweibrücken ist, hatte sich im Namen der Lebenshilfe dafür eingesetzt, dass im Bebauungsplan ein Zugang von der Wohnanlage Birke zur neuen Erschließungsstraße geschaffen wird. Als die Wohnanlage gebaut wurde, habe man nicht im Blick gehabt, dass die Lage, obwohl innenstadtnah, doch recht isoliert sein würde, hatte Konrad im Vorfeld argumentiert. der Zugang der Anlage liegt direkt an der Steinhauser Straße. Über die geplante Erschließungsstraße für das Baugebiet hätte man von der Wohnanlage direkt zur Oberen Himmelsbergstraße gelangen können. Die Grünen hatten in der Sitzung Konrads Argumente vertreten, sich aber bei der Abstimmung, um das Gesamtprojekt  nicht zu gefährden, nur enthalten.

 „Da ich mich mit meiner beruflichen und ehrenamtlichen Tätigkeit täglich viele Stunden für die Unterstützung, Versorgung und Inklusion von Menschen mit Behinderung einsetze, kann ich mein politisches Engagement nur glaubwürdig umsetzen, wenn die politische Gruppe die mich vertritt, ebenfalls Inklusion glaubhaft anstrebt und nicht gegenüber anderen Interessen hintanstellt“, schreibt Konrad in einer Pressemitteilung. Er sei „zutiefst enttäuscht“.

 Sein Empfinden sei, dass „die politischen Vertreter der Stadt Zweibrücken, den behinderten Menschen mit der Abstimmung zum Bebauungsplan ‚Junges Wohnen am Himmelsberg’ buchstäblich die Rückseite gezeigt haben“. Das neue Wohngebiet werde so gestaltet, dass die Bewohner der Wohnanlage für behinderte Menschen der Lebenshilfe vom Wohngebiet nur die Rückseite sehen. Er werde sich, so Konrad abschließend, „um die Aufnahme in einen Grünen-Kreisverband bemühen, der meinen politischen Prioritäten entspricht“.