Turnerjahrmarkt Ein Lob der Zweibrücker Solidarität

Zweibrücken · Beim kommunalpolitischen Frühschoppen auf dem Turnerjahrmarkt war das Hochwasser beherrschendes Thema.

 Der kommunalpolitische VTZ-Frühschoppen zum 101. VTZ-Turnerjahrmarkt stand diesmal ganz im Zeichen des gemeisterten Hochwasser über die Pfingsttage.

Der kommunalpolitische VTZ-Frühschoppen zum 101. VTZ-Turnerjahrmarkt stand diesmal ganz im Zeichen des gemeisterten Hochwasser über die Pfingsttage.

Foto: Norbert Schwarz

Dauerregen und Hochwasser konnten weder den größten Stadtverein, die Vereinigte Turnerschaft als Veranstalter des traditionellen Turnerjahrmarktes, noch die Stadt mit ihren fest zusammenstehende Bürgern, Feuerwehrleuten und zahllosen Helfern bei der Hochwasserflutbewältigung in die Knie zwingen. Im Trocknen, unterm schützenden Dach weißer Partyzelte fand der kommunalpolitische Frühschoppen statt, zu dem die VTZ-Führungsspitze eingeladen hatte. Schwerpunkt war in diesem Jahr natürlich das Hochwasser.

Ein noch ganz unter den Eindrücken des Erlebten der letzten drei Tage stehender Oberbürgermeister Marold Wosnitza saß neben dem VTZ-Vertreterduo Gisela Alt und Winfried Tänzer an der langen Tischreihe ganz oben und überraschte wohl die Versammelten wie auch Gisela Alt mit einem neuen Job-Angebot, dem einer positiven Geldeintreiberin für die Stadt Zweibrücken. „Was Du für die VTZ an Projekten, an Geldern von Bund und Land in den letzten Jahren positiv eingetrieben hast, das würde das inzwischen in unserer Stadt spürbar kleiner gewordene Finanzloch [Schuldenerlass, Anm. der Redaktion] stopfen“, so Marold Wosnitza.

Er räumte ein, angesichts der Umstände habe er sich nicht wie sonst üblich auf diesen kommunalpolitischen Frühschoppen vorbereiten können. Das Augenmerk von Marold Wosnitza ruhte deshalb noch einmal auf den Ereignissen der vergangen Tage. Der Oberbürgermeister würdigte dabei noch einmal die Leistung der großen Helferschar. 850 Feuerwehrleute und Helfer hatten in Zweibrücken mitgeholfen, um Schäden ertragbarer zu machen.

Alle motiviert bis zum Anschlag, so der Oberbürgermeister. Für diese Leistung schon während des Einsatzes sichtbaren Dank zu bekommen von allen Seiten, insbesondere der Bevölkerung, das habe Spuren hinterlassen. „Es konnte nicht jeder Keller gleich ausgepumpt werden, wir hatten fast 500 Einsätze in den drei Tagen zu bewältigen und das ist auch von der Bevölkerung so gesehen worden“, merkte Wosnitza an.

Die Stadtbürger seien jetzt vom Wasser befreit, das Augenmerk sei nunmehr auf das Beseitigen der Müllberge gerichtet. Der Oberbürgermeister schätzt, dass 3000 Kubikmeter zu beseitigen sind. Müllcontainer wurden in die Fläche gebracht, geschätzt 90 Container befinden sich im Austausch.

Eingebunden in die Arbeit ist der UBZ. Die Logistik funktioniere extrem gut. „Wir sorgen dafür, dass der Müll wegkommt“, fasste der Oberbürgermeister zusammen und würdigte dabei auch die Verpflegung der auswärtigen Helfer, die absolut hervorragend in Zweibrücken versorgt worden seien. „Ich bin da echt selbst emotional geworden was da passiert ist“, bekannte der Oberbürgermeister und erinnerte an den Abschied der Einsatzgruppe Hunsrück, die sich mit 60 Fahrzeugen und Blaulicht von Zweibrücken verabschiedet habe.

Feuerwehren und THW aus dem ganzen Land hätten in Zweibrücken Hilfe geleistet. Die Wetterentwicklung für die nächsten Tage werden man im Blick behalten. Es sei, sagte Wosnitza, einiges in Sachen Hochwasserschutz in den letzten Jahren mit Polderbau, Renaturierung und ähnlichen Maßnahmen auf den Weg gebracht worden. Extrem hilfreich sei zudem das Hochwassersensoriksystem gewesen, das sich jetzt voll bewährt habe. Wosnitza: „Wir sind damit immer einen Schritt vor der Lage gewesen und das an zwölf markanten Punkten!“

Der Oberbürgermeister lobte die Hilfe der Stadtbürger untereinander. Das gebe Hoffnung zudem, was sich auch die VTZ als Verein auf die Fahne geschrieben hat und wofür sie auch bei diesem Frühschoppen warb: Keine Fremdenfeindlichkeit, mehr Zusammenhalt innerhalb der Gesellschaft. Die Rettung der Wahlunterlagen aus dem Keller des Rathauses war ebenso Thema wie die Begegnung mit den Gästen aus Boulogne-sur-mer.

Marktmeister Peter Stauch dankte schon jetzt dafür, dass die Stadt Zweibrücken in diesem Jahr finanziell die Veranstaltung unterstützen kann. Das sei ob des Wetterdesasters dringend geboten. Eine Komplette Marktabsage sei allein schon aus rechtlichen Gründen nicht machbar gewesen, da sonst unter Umständen die VTZ als Vertragspartner mit den Schaustellern Gefahr gelaufen wäre für Regressansprüche aufkommen zu müssen. Das alles sei auch mit den Schaustellern besprochen worden. Nur allzu gern hätte Marktmeister Stauch in positives Bild gezeichnet, wenngleich Unwetter zum Turnerjahrmarkt nicht ungewöhnlich sind. Stauch erinnerte dabei an das Hochwasser von 2000. Zum Auftakt diesmal wurden nicht einmal zehn Prozent des Vorjahreszuspruchs erreicht, was das diesjährige Desaster wohl am treffendsten beschreibe, so der Marktmeister. Der Pfingstmontag sei ein passabler Veranstaltungstag gewesen.

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