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Kommentar: Erfolge Zweibrückens bei Corona-Bekämpfung nicht gefährden

Kommentar: Erfolge Zweibrückens bei Corona-Bekämpfung nicht gefährden : Corona-Kampf: Jetzt nicht nachlassen!

Warum kommt Zweibrücken so viel besser durch die Corona-Pandemie als fast alle anderen Gebiete in Deutschland? Über das Erfolgsgeheimnis ist schon viel spekuliert worden .

Auch ich bin überzeugt: Die vorbildliche Vernetzung aller relevanten Akteure im Kampf gegen Covid-19, und daraus resultierend ein konsequenteres und oft früheres Umsetzen von Maßnahmen – sowie die große Disziplin der Bürger:innen – sind die wesentlichsten Bausteine.

Die Disziplin liegt den Zweibrückern aber nicht im Blut. Sie hängt auch mit der guten, parteiübergreifenden, Führung im Kampf gegen die Pandemie hier zusammen. Oft übersehen wird ein weiterer Faktor: Auch in den „Sozialen Medien“ wurde in Zweibrücken bislang viel besonnener mit Corona als andernorts umgegangen. Beliebte Kommentatoren in den Zweibrücker Facebook-Gruppen, die sonst den Politik-Spitzen sehr kritisch gegenüberstehen, schreiben in Sachen Corona sehr verantwortungsbewusst. Allerdings droht dies seit einigen Tagen zu kippen: Kritik häuft sich, „die Politiker“ seien schuld, dass es mit dem Impfen zu langsam gehe und der Lockdown fast ungebremst andauert. Solcher Unmut ist menschlich verständlich. Aber: Noch vor zwei Monaten gab es viele Sorgen, es gehe mit dem Impfen zu schnell, weil die Impfstoffe nicht lange genug getestet seien. Und wenn die Politiker im Sommer, als Corona für kaum mehr Thema mehr schien und Bürger sich wie Sardinen unbesorgt an den Stränden sonnten, die riesigen Investionen in Impfstoff-Entwickler noch mehr gesteigert, hätten viele über Steuergeld-Verschwendung geklagt – zumal offen war, welche Stoffe sich als brauchbar herausstellen. Auch dass der Lockdown im Herbst zu spät kam, lag mit am Druck, den Politiker von Bürgern verspürten, nicht zu viel zu verbieten.

Deshalb hoffe ich, dass die Facebooker und andere Bürger diszipliniert bleiben – denn jetzt die Nerven zu verlieren, wo in Zweibrücken die Fallzahlen sich der Null nähern, wäre gefährlich – denn die Virus-Mutationen rücken näher, der Erfolg könnte schnell zunichte gemacht werden.