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Koi kostet Badeparadies einige Besucher

Koi kostet Badeparadies einige Besucher

Um fast 10 000 auf rund 255 000 ging im vergangenen Jahr die Zahl der Besucher des Zweibrücker Badeparadieses zurück. Gründe: das neue Homburger Kombibad und der gute Sommer. Die Einrichtung machte einen Verlust von 1,3 bis 1,4 Millionen Euro.

"Wir wünschen uns viele Gäste im Badeparadies", sagt der Betriebsleiter des Zweibrücker Hallenbades, Ingo Baumann. Insofern seien die Stadtwerke als Betreiber mit dem Rückgang der Besucherzahl um fast 10 000 auf gut 255 000 im vergangenen Jahr "nicht zufrieden". Auf der anderen Seite müsse man realistisch sein: "Der Kuchen wird nicht größer und es gibt immer mehr, die ein Stück davon abhaben wollen."

Vor diesem Hintergrund haben sich die Stadtwerke-Verantwortlichen von der Zahl von rund 300 000 wie noch vor sieben Jahren verabschiedet. "Ich denke, 250 000 Besucher sind eine realistische Größe für unser Hallenbad", sagt Baumann. Den Rückgang führt er je zu Hälfte auf den sehr guten Sommer ("in den Ferien war das Freibad richtig voll") und auf das neue Homburger Kombibad Koi zurück. "Das alte Homburger Bad war keine Konkurrenz. Jetzt müssen wir abwarten, wie sich das Koi auf längere Zeit auswirkt." Baumann ist aber gelassen. So habe es nach der Eröffnung des Pirmasenser Hallenbades Plub vor einem Vierteljahrhundert einen größeren Einschnitt gegeben. "Das hat sich aber wieder gegeben."

Mit Qualität, Service und Werbung möchte das Zweibrücker Badeparadies seine Anziehungskraft behalten. So lässt sich das Badeparadies gerade vom deutschen Saunaverband zertifizieren. Dazu werde neben der Einrichtung auch die Wasserqualität in den Tauchbecken kontrolliert. Sauberkeit und Hygiene werde auch in der Schwimmhalle großgeschrieben.

Aus Kostengründen die Wassertemperatur zu senken, sei für das Badeparadies keine Option, so Baumann. Zumal das Wasser durch die Wärme im Technikraum aufgeheizt werde. Nur bei der Wiederinbetriebnahme nach der Betriebspause im Juni werde zusätzlich geheizt. Mit Blick auf den Service seien zwei weitere Personen eingestellt worden. Alle erwerben sich bei Schulungen zusätzliche Kenntnisse.

Bei der Werbung schauen die Stadtwerke seit einigen Jahren verstärkt Richtung Frankreich. Bei einer Auswertung der Besucher aus dem März 2014 waren Besucher aus Frankreich nach Zweibrücken mit Umland sowie Homburg die drittstärkste Gruppe. Auch ins Badeparadies selbst wird etwas investiert. Mit einer Folie der Künstlerin Susanne Reppin, die eine Unterwasserwelt darstellt, wurden die Fenster der früheren Cafeteria zur Schwimmhalle verschönert. In die Räume kommen laut Stadtwerke-Geschäftsführer Werner Brennemann ein Büro für den Betriebsleiter und neue Umkleidekabinen für die Mitarbeiter.

Nach Angaben Brennemanns könnte der Verlust des Badeparadieses 2015 etwas höher als 2014 liegen, damals waren es rund 1,3 Millionen Euro . Diesmal könnten es "bis 1,4 Millionen Euro sein".

Die Stadtwerke reagieren auf den Zuzug von Asylbewerbern und Flüchtlingen. So steht im Eingangsbereich eine Hinweistafel in arabisch und anderen Sprachen mit den Verhaltensregeln für das Bad (wir berichteten). "In deren Heimatländern gibt es keine Bäder. Deshalb wollen wir diese Gäste informieren", erläutert Baumann.

badeparadies-zw.de