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Soziale Stadt: Knackpunkt Steinhauser Straße 

Soziale Stadt : Knackpunkt Steinhauser Straße 

Neue Unterführungen sollen das Gebiet fußgängerfreundlicher machen, schlagen Bürger vor.

Auch wenn es wie eine Mischung aus Architektenmodell und Kinderbastelaktion aussah: Was da im Nardinihaus zu sehen war, hatte einen ganz konkreten und wichtigen Anlass. Stadtberater Sven Fries erläuterte im Rahmen der zweiten Infoveranstaltung den derzeitigen Planungsstand im Teilgebiet Steinhauser Straße des Zweibrücker Projektes Soziale Stadt. Veranschaulicht wurde es mit besagtem 3D-Gebietsmodell des etwa 30 Hektar großen Gebietes mit derzeit 1582 Einwohnern.

Fünf bis sechs Millionen Euro an Investitionen vom Land seien für die Förderungszeit veranschlagt. Das Projekt lebe insbesondere durch den Charakter der gemeinsamen Planung und Ideenfindung, zusammen mit den Bürgern vor Ort. Die Befragung der Jugend machte soziale Brennpunkte und Problematiken im Bereich der Canadasiedlung deutlich. Hier bestehe eindeutig, unterstrich auch Oberbürgermeister Kurt Pirmann, Aufwertungsbedarf mit Projektentwicklungen unter Einbezug von Kindern und Jugendlichen. Eine der größten Herausforderungen sei die Steinhauser Straße selbst, die das Förderungsgebiet teile. „Gefühlt sechsspurig“, so Stadtberater Fries, stelle sich die Aufgabe, den Anwohnern eine unproblematische Überquerung der stark befahrenen Straße zu ermöglichen. Insbesondere hinsichtlich der Erreichbarkeit des bereits im Bau befindlichen Supermarktes durch ältere Mitbürger, die in einem an der Ecke Quebecstraße/Ontariostraße geplanten Wohnheim für Senioren, ein neues Zuhause finden könnten. Dazu seien Gebäude zurückzubauen und ein altersgerecht flach verlaufendes Gelände zu entwickeln.

Der Großteil der Veranstaltungsteilnehmer sprach sich denn auch, mit Punktebewertung auf den geplanten Objekten, für hindernisfreie Überquerungen der Straße durch „ungefährliche“, sprich hell erleuchtete und angenehm gestaltete Unterführungen aus. Die Gestaltung könne etwa durch professionell aufgesprühte Graffiti erfolgen.

Weitere Projekte für die nähere Zukunft seien eine Sanierung des bereits tagsüber von der Jugend benutzten Nardinihauses in der Quebecstraße zur Nutzung als Veranstaltungsstätte und ein großer Spielplatz in der Verlängerung des Nardini-Geländes. Sozusagen eine grüne Mitte und grüne Lunge im Projektgebiet. Die Veranstaltung erhielt aus den Teilnehmerreihen durchweg positives Feedback, insbesondere wegen der Tatsache, dass in das Projekt Anwohner jeden Alters eingebunden seien. Wichtig seien Ideen – Ideen die manch einer vielleicht in der Realisierung wiederfindet. Die Einrichtung eines Quartiermanagements soll auch hier zwischen Planern, Ausführenden und Bürgern für ständige Transparenz sorgen.