Kletterhalle „Camp4“ Zweibrücken Ein Abend in Gedenken an „Ecki“

Zweibrücken · Die Gedenkfeier für den verstorbenen Gründer der Kletterhalle „Camp4“ war ein besonderer Termin. Die Freunde und Weggefährten Eckhard Carbons erinnerten an seine Lebenslust und Freundlichkeit mit einem großen Kletterevent.

 Die Boulderhalle im „Camp4“ platzte förmlich aus allen Nähten.

Die Boulderhalle im „Camp4“ platzte förmlich aus allen Nähten.

Foto: Susanne Lilischkis

Eckhard Carbon, genannt „Ecki“, der Gründer der Kletterhalle am Flugplatz ist eine Legende in Zweibrücken. Der erfahrene Kletterer hatte gemeinsam mit einem Freund das ehemalige Kino der amerikanischen Streitkräfte auf dem Zweibrücker Flugplatz umgebaut und im Jahr 2003 das Kletterzentrum „Camp4“ eröffnet. Später kaufte er die anfangs nur gemietete Halle und erweiterte sie um eine Boulderhalle und eine Kletterwand im Freien.

Die Halle zieht jedes Jahr Zehntausende Klettersportler aus Südwestdeutschland und Frankreich an. Sein plötzlicher Tod Anfang Dezember mit nur 62 Jahren hat viele hart getroffen. Doch weil der Contwiger immer auch ein lebenslustiger Mensch war, erinnerten sich seine Freunde und Weggefährten an ihn mit einer Gedenkveranstaltung, die von Spaß und der Freude am Klettern geprägt war. Bei einer Nacht der Lichter im „Camp4“ verabschiedeten sich die Kletterer in einer besonderen Weise von dem gebürtigen Dellfelder, der seine Hobbys zum Beruf gemacht und trotz aller Widerstände und Skepsis seinen Traum von einer eigenen Kletterhalle umgesetzt hat.

„Wir sind überwältigt von den vielen Menschen, die heute gekommen sind“, sagte Tochter Lisa in einer kleinen Ansprache. „Eigentlich sollte ‚Ecki‘ hier stehen“, fuhr sie fort, „er hatte schon angefangen, das zwanzigjährige Jubiläum des ‚Camp4‘ zu planen. Ich möchte mich für die Unterstützung und Anteilnahme der Freunde bedanken.“ Ein dickes Dankeschön gab es auch für das Team der Kletterhalle: „Wir hatten an keinem einzigen Tag geschlossen. Ihr seid die Besten!“

Zu tun gab es für das Team genug. Die Nacht der Lichter zog „Camp4“-Fans aus der ganzen Region an, die klettern wollten oder für einen Plausch mit Freunden bei Pizza und Getränken gekommen waren. Im Außenbereich loderte ein großes Lagerfeuer und die Boulderhalle platzte förmlich aus allen Nähten.

Dominik Retschy kommt schon seit 18 Jahren hierher. „Sie haben mich hier in die Familie aufgenommen“, sagte er, „früher bin ich jeden Tag im ‚Camp4‘ geklettert. Jetzt versuche ich, zumindest beinahe jeden Tag zu kommen.“ Seit 2010 nimmt der begeisterte Kletterer an Meisterschaften teil. Er fuhr zu Deutschlandcups und zwei Mal auch zum Weltcup. „Ich bin hier stark und gut geworden, ohne diese Halle wäre ich nicht der, der ich bin. Das meine ich wörtlich. Wir haben uns gegenseitig gepusht und gepiesackt.“

Gerne erinnert er sich an den alten Boulderraum hinter der Leinwand des ehemaligen Kinos der US-Streitkräfte. Eine der Herausforderungen dort war das Campusboard – ein Trainingsgerät aus Holzleisten, das zum Stärken der Finger und der Oberarmmuskulatur genutzt wird. Die Worte „Quäl dich, du Sau“ waren auf die Leisten verteilt, beim Wort „Sau“ war man oben angelangt. Für „Ecki“ hatte Retschy ein dickes Lob übrig: „Er war ein herrlicher, ehrlicher Mensch, der gerne geholfen hat und sehr liebenswert war.“

Auch Nino kommt schon seit vielen Jahren ins „Camp4“ – zusammen mit Sohn Mio, der auch gerne klettert. „Ich war schon in vielen Kletterhallen in ganz Deutschland, doch es ist einfach ein besonderes Feeling hier, ein Familiengefühl. Leute, die hier hängen bleiben, wissen warum. Im ‚Camp4‘ kommen jung und alt zusammen“, fasste er seine Faszination für die Zweibrücker Kletterinstitution zusammen.

„Ecki hat seinen Traum umgesetzt“, erinnerte sich Aline Carbon, die Schwiegertochter, „er war zudem ein so einfühlsamer und liebevoller Mensch und ein guter Opa.“ Die Familie hat beschlossen, die Kletterhalle in einem fünfköpfigen Team weiterzuführen. Seinen freundschaftlichen und offenen Führungsstil will man beibehalten. „Manchmal war er ein bisschen stur“, erinnerte sich Ehefrau Annette, „wenn er einmal eine Meinung gefasst hatte, musste man gute Argumente haben, um ihn davon abzubringen. Doch er brachte auch 20 Jahre Erfahrung bei der Führung einer Kletterhalle mit, das darf man nicht vergessen.“

Die besondere Mischung aus sportlichem Ehrgeiz und freundschaftlicher Atmosphäre, die im „Camp4“ herrscht, zieht Menschen aus der ganzen Region an. Diese wunderbare Kombination hat das „Camp4“ seinem Gründer zu verdanken. Tochter Lisa bemerkte dazu: „Er liebte es zu feiern, zu tanzen und zu lachen. Das wollen wir mit euch heute Abend machen, denn das Leben ist schön.“

Dominik Retschy kommt schon seit 18 Jahren in die Zweibrücker Kletterhalle.

Dominik Retschy kommt schon seit 18 Jahren in die Zweibrücker Kletterhalle.

Foto: Susanne Lilischkis
 Eckhard „Ecki“ Carbon hat 20 Jahre lang das Kletterzentrum „Camp 4“ geleitet.

Eckhard „Ecki“ Carbon hat 20 Jahre lang das Kletterzentrum „Camp 4“ geleitet.

Foto: Camp4/privat

Weitere Infos unter www.campvier.de. Das eigentlich für März geplante Jubiläumsfest wird im Sommer nachgeholt.

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