Klänge wie am Königshof

Ein Konzert der besonderen Art fand am vergangenen Freitag im Wintergarten der Festhalle statt. Leonard Schmid spielte auf dem Cembalo Melodien, die das Publikum in eine höfische Welt entführten.

Der Wintergarten der Festhalle konnte am Freitagabend mit seinem Ambiente und seiner Akustik zum letzten Konzert in Zweibrücken im Rahmen des Euroklassik-Festivals, gleichzeitig Auftakt der Konzerte der Mozartgesellschaft, durchaus den szenischen Eindruck eines Konzertes am Hofe vermitteln. Cembalo-Musik von Leonard Schmid wurde dargeboten, die gleich von Anfang an vor dem Auge des Zuhörers die höfischen Bilder zur Zeit Ludwig XIV hervorrief. Der König, der selbst gerne tanzte und dazu viele Leute um sich scharte. Stücke von Francois Couperin zunächst, als einem der bedeutendsten Vertreter der französischen Organisten-, Cembalisten- und Komponistenfamilie Couperin und gleichzeitig Hofkomponist des Sonnenkönigs. Danach die "Württembergische Sonate" von Carl Philipp Emanuel Bach , Komponist und Musiker am Hofe Friedrich des Großen. Von der musikalischen Elegie zur Eloge, so der Eindruck den die Stücke hinterließen. Traurig, düster, schicksalhaft und etwas klagend die Couperin-Melodien, melodisch, emotional und mit vielen Tempi-Wechseln die Bach-Sonate. Der Künstler zeigte dem Publikum, angesichts dieser doch nicht alltäglichen musikalischen Eindrücke durch das Zupfinstrument mit Klaviatur, zwischen den Stücken auch in Worten den Weg durch die Musik, deren Entstehung und Hintergründe. Leonard Schmid, 1988 in Düsseldorf geboren, schloss, nachdem er zunächst Klavier studiert hatte und sich dann auf historische Tasteninstrumente spezialisierte, 2014 sein Cembalo Studium an der Folkwang Universität der Künste mit Auszeichnung ab. Unter anderem trat er bereits mit Musikern des WDR-Symphonie-Orchesters, der Villa Musica und den Essener Philharmonikern auf. Leonard Schmid ist Gründungsmitglied und Leiter des Barockensembles "Les Visionnaires", das bereits mit dem Gebrüder-Graun-Preis ausgezeichnet wurde. Nach der Pause ein vom Künstler für Cembalo bearbeitetes Violin-Solo in D-Moll aus der Chaconne von Johann Sebastian Bach und zum Abschluss die "Chaconne in G-Dur" von Georg Friedrich Händel . Auch Tina Druy, die das Cembalo als Soloinstrument bisher nicht gehört hatte, fühlte sich in die höfische Zeit versetzt. Ihr und ihrem Mann Alexander gefielen besonders die Erklärungen des Künstlers, mit denen die damalige Zeit noch lebendiger wurde.