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Kitas in Zweibrücken: Etwa 40 Kinder auf Warteliste

Jugendhilfeausschuss Zweibrücken : Warum trotz vieler freier Plätze Kinder auf einen Kita-Platz warten

Weitere Neuigkeit: Außer der Eröffnung der Kita Gabelsbergerstraße verzögert sich auch die der Spiel- und Lernstube in der Canadasiedlung.

Der Jugendhilfeausschuss der Stadt Zweibrücken hat einstimmig die Kindertagestättenbedarfsplanung 2021-2022 verabschiedet. Darin sind drei Bau-Maßnahmen aufgeführt. 80 neue Plätze sind in der städtischen Kita Gabelsbergerstraße vorgesehen. Die Protestantische Integrative Kindertagesstätte Lützelstraße wird durch einen Ausbau um zwei Gruppen (32 Plätze) ergänzt. Und die (schon einige Zeit nicht mehr betriebene) Spiel- und Lernstube Sickingerhöhstraße wird durch eine neue Stube in der Canadasiedlung ersetzt.

Zur Kita Gabelsbergerstraße berichtete Bürgermeister und Jugenddezernent Christian Gauf (CDU), dass nach dem Wasserschaden das Gebäude schon seit fast drei Monaten getrocknet werde. Dass sich nach mehreren früheren Verschiebungen so immer noch kein Eröffnungstermin nennen lasse (wir berichteten), sei „mehr als ärgerlich“ – schließlich stehe das Jugendamt bei den Eltern, die ihre Kinder angemeldet haben, im Wort. „Aber das ist höhere Gewalt.“

Die neuen Kita-Plätze werden dringend benötigt. „Bekommt jedes Kind einen Platz?“, fragte Grünen-Ausschussmitglied Patrick Lang. Gauf antwortete: „Im Moment noch nicht“, bedauerte Bürgermeister Gauf. Jugendamtsleiter Jörg Klein schlüsselte auf, zwar könne man allen unter Zweijährigen „dieses Jahr einen Platz anbieten“. Einem Vorschulkind auf der Warteliste könne man „wohl bald“ einen Platz anbieten. „Bei den Zwei- bis Fünfjährigen gibt es allerdings tatsächlich Lücken, da können wir nicht jedem Kind einen Platz anbieten.“

Wie viele Zwei- bis Fünfjährige derzeit auf der Warteliste stehen, bezifferte die Stadt nicht. Auch auf Merkur-Nachfrage nannte sie offiziell keine genauen Zahlen. Denn nicht immer werden Kinder von ihren Eltern von der Warteliste abgemeldet, wenn kein Bedarf mehr besteht – etwa wenn sie einen Platz in einer kirchlichen Kita bekommen haben. Wie der Merkur aber erfuhr, sind aktuell knapp 40 Kinder auf der Warteliste für städtische Kitas.

Noch haben keine Eltern versucht, ihren Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz einzuklagen, „da die Eltern viel Verständnis für die Situation haben“, schreibt die Stadt-Pressestelle auf Merkur-Anfrage. Die „Eltern erhalten vom Jugendamt Alternativangebote zu ihren Wunschkitas, wir weisen auch auf die Kitas freier Träger in der Stadt hin oder machen Angebote in der Tagespflege.“

Lang hatte sich in der Sitzung gewundert, dass es laut der in der Bedarfsplanung stehenden Auslastungs-Tabelle (Stand Juli) 1569 Kita-Plätze insgesamt in Zweibrücken gibt – davon aber nur 1466 belegt sind. Lang verwies dabei auch auf die Kritik des Integrationsbeirats (wir berichteten), dass etliche Migrantenkinder keine Plätze erhielten. Klein antwortete, der Unterschied liege insbesondere daran, dass U2-Kinder bald Ü2-Kinder werden und man für sie deshalb Plätze freihalten müsse, damit sie nicht die Kita wechseln müssen. Auf Merkur-Nachfrage ergänzte die Stadt: „Die Kinder werden über das ganze Jahr hin aufgenommen oder abgemeldet. Für Kinder, deren Eltern einen Platz unterjährig anstreben (z. B. im November), müssen wir diesen trotzdem bereithalten, so dass er bis zum ersten Besuch als unbelegt gilt.“ Auch wegen der betreuungsintensiven Eingewöhnungszeit könnten nicht alle Kinder zur gleichen Zeit in die Kita kommen. Bezüglich der Migranten-Kinder sagte Bürgermeister Gauf im Jugendhilfeausschuss, oft könne man die Wunsch-Kita (etwa in der Innenstadt) nicht anbieten, „aber die Kita in der Canadasiedlung möchten die Eltern dann nicht“. Es sei deshalb „recht unglücklich zu sagen, es gibt keine Plätze“. Gauf räumte aber ein, die Stadt habe „nicht im Blick“, ob Kinder von der städtischen Warteliste bei kirchlichen Trägern Plätze bekommen haben.

Wann sind Umbau und Eröffnung der 32 neuen Plätze in der Protestantischen Integrativen Kita geplant? Auf diese Merkur-Nachfrage mailt die Stadt: „Der kirchliche Träger wartet bezüglich Zuschussfragen noch auf Rückmeldung des LSJV (Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung). Erst danach kann begonnen werden. Die Länge der Bauzeit ist uns nicht bekannt. Eine Öffnung vor 2023 scheint aber unrealistisch.“

Und wann ist die Eröffnung der Spiel- und Lernstube in der Canadasiedlung geplant? Vergangenen Dezember hatte die Stadt auf Merkur-Anfrage als angestrebtes Datum „nach den Sommerferien 2021“ genannt. Warum verzögert sich dies? Die Stadt antwortet auf Nachfrage: „Das ursprünglich angedachte Gebäude wurde vom Landesamt für Soziales, Jugend und Familie (LSJV) als nicht geeignet angesehen. Daher musste ein neues Objekt gesucht werden. Aktuell ist diese in der Prüfung des LSJV. Eine Eröffnung wird daher aktuell im ersten Halbjahr 2022 angestrebt.“ Geplant ist nun ein Einzug in die „Ontariostraße 8 – soweit vom LSJV die Genehmigung erteilt wird“.