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Kinderschutzbund und Kinderhilfe in der Zweibrücker Maxstraße

Kinderschutzbund und Kinderhilfe in der Zweibrücker Maxstraße : Wunschbäume warten auf „Christkindchen“

Bei Kinderschutzbund und Kinderhilfe wartet der Weihnachts-Wunschbaum auf Wunschkärtchen und spendenfreudige „Christkindchen“. Letztes Jahr wurden auf diesem Weg rund 400 Kinder bedürftiger Familien in Zweibrücken beschert.

Wer jetzt das Gebäude von Kinderschutzbund und Kinderhilfe in der Zweibrücker Maxstraße betritt, staunt. Besucher werden von einem prächtig geschmückten Weihnachtsbaum empfangen. „Das ist unser Wunschbaum. Wir hatten schon so viele Anfragen danach, dass wir ihn jetzt ganz schnell aufgestellt haben“, berichtet Carmen Waibel, Vorsitzende des Kinderschutzbunds Zweibrücken.

An diesen Baum dürfen Kinder, deren Eltern kein Geld für Weihnachtsgeschenke haben, ein Wunschkärtchen hängen. Großzügige Zweibrücker kommen, pflücken sich eines oder mehrere solcher Wunschkärtchen und erfüllen den oder die darauf notierten Wünsche.

Da Eltern und Kinder die Kärtchen vorzugsweise bei der Kinderhilfe ausfüllen, wird darauf geschaut, dass alle wichtigen Informationen wie Kleidergröße oder Geschlecht des Kindes enthalten sind und der Höchstwert von 15 Euro nicht überschritten wird.

Damit die Gabe auch gesichert zu den Kindern fließt, werden konkrete Wünsche erfüllt und keine Gutscheine ausgestellt. „Die Kinder sind oft so bescheiden“, berichtet sie. Neben Legosteinen, einer Puppe, einem Buch oder der trendigen Knetmasse stehen auf den Kärtchen sogar warme Socken, Schal, Mütze oder Handschuhe. Dies zeige, wie groß der Bedarf an Unterstützung wirklich ist.

Die Kinder stammen zum Beispiel aus den Familien der Kinderhilfe-Essensausgabe, den städtischen Lern- und Spielstuben oder eines Kindergartens. Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Corona-Lockdowns sind in der sozialen Einrichtung massiv zu spüren. „Jede Woche melden sich neue, bedürftige Familien für die Essensausgabe an. Die kommen dann wirklich auch ganz regelmäßig“, informiert Birgit Bessom, Vorsitzende der Kinderhilfe Zweibrücken. Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit führten immer mehr Menschen unter ein Einkommensminimum. Mittlerweile versorgt der Verein weit über 200 Familien dreimal pro Woche mit gespendeten Lebensmitteln und Brot und unterstützt zudem die Lern- und Spielstuben in der Stadt mit Lebensmitteln. Mit den Einnahmen aus der Kleiderkammer, die auch Spielzeug, Haushaltswaren und -geräte und sogar Möbel für wenige Euro abgibt, werden unter anderem die Fahrzeuge und Hamster-Fahrten sowie die frischen Lebensmittel für die Kindergruppen finanziert. Und kleine Freuden für die Kinder, etwa zu Ostern oder zum Nikolaus. Jetzt werden auch die vorbereiteten Halloween-Süßigkeiten untergebracht, weil das geplante Fest in den Räumens der Maxtraße abgesagt werden musste.

Im vergangenen Jahr wurden über den Wunschbaum rund 400 Weihnachtsgeschenke verteilt. In diesem Jahr rechnen die Schwestern eher mit einem noch größeren Umfang. Da die Nachfrage seitens der großzügigen Zweibrücker jedoch immer größer sei als die Kinderzahl, musste der Kinderschutzbund bislang in keinem Jahr ein übriggebliebenes Geschenk selbst finanzieren.

Doch leider entfallen den beiden Vereinen durch die Corona-Verordnungen auch Einnahmemöglichkeiten. Die Schwestern erinnern: „Wir haben jedes Jahr Weihnachtsplätzchen gebacken und im Globus verkauft.“ Das sei in diesem herausfordernden Jahr ebenfalls nicht möglich. Traurig sind sie, dass die gemeinsame Weihnachtsfeier mit Kindern und Eltern ebenfalls ausfällt. Daher müssen die Geschenke noch vor Beginn der Weihnachtsferien verteilt sein.

„Die letzten Wunschkärtchen brauchen wir bis spätestens Montag, 7. Dezember, damit sie abgeholt und Geschenke besorgt werden können. Die letzten Geschenke dann eine Woche später, bis 14. Dezember“, haben die Schwestern festgelegt. Am 16. Dezember fahren dann die Weihnachtsfrauen in den Kindergarten und zu den Lern- und Spielstuben, während die Einzelfamilien ihre Geschenke in der Maxstraße abholen kommen.

Ganz wichtig sei, das Wunschkärtchen an das Geschenk zu heften, damit es auch sicher dem richtigen Kind zugeordnet werden kann. Aus Datenschutzgründen stünden dort lediglich die Vornamen der Kinder sowie eine Registrier-Nummer.

Immer wieder sind Carmen Waibel und Birgit Bessom begeistert von der Großzügigkeit der Zweibrücker Bürger und auch vieler Unternehmer. Ähnlich ist es auch im AWO-Altenheim am Rosengarten. Hier wird ebenfalls alljährlich ein Wunschbaum bestückt und von spendenwilligen „Christkindchen“ regelrecht geplündert, um den Senioren eine kleine Weihnachtsfreude zu bereiten.