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Kinderschutzbund sucht Fahrräder für bedürftige Zweibrücker Kinder

Kinderschutzbund sucht Fahrräder für bedürftige Zweibrücker Kinder : „Die Nachfrage ist riesig“

Der Kinderschutzbund und die Kinderhilfe suchen Fahrräder für bedürftige Zweibrücker Kinder.

(cvw) „Wenn wir rechtzeitig genügend Räder haben, bekommen die Kinder welche vom Osterhasen“, planen Carmen Waibel und ihre Schwester, Birgit Bessom. Im Hof des Kinderschutzbundes an der Ecke Maxstraße/Gymansiumstraße steht bereits ein ganzer Fuhrpark an Kinder- und Jugendfahrrädern sowie bereits das eine oder andere Laufrad für die Kleinsten. „Die Nachfrage ist riesig“, bestätigen die beiden engagierten Schwestern. Denn im Lockdown ohne Kino, Schwimmbad, Minigolf-Platz, Vereinsaktivitäten oder anderen Sport- und Freizeitangeboten bleibe den Kindern nur wenig Spielmöglichkeit im Freien.

„Unsere Eltern können sich keine Fahrräder leisten für ihre Kinder“, betont Carmen Waibel. Dabei sei ein Zweirad ja nicht nur ein hilfreiches Fortbewegungsmittel, um von A nach B zu kommen, etwa den Schulweg zu beschleunigen oder auch mal einen Freund mit einem weiteren Anmarsch zu besuchen. „Damit können die Kinder einfach draußen rumfahren und Spaß haben. Sie sind raus aus der Stube und weg vom Computer, so sie einen haben“, ergänzt Birgit Bessom.

Der erste Aufruf, den der Kinderschutzbund über Facebook gestartet hat, brachte gleich an die 20 offensichtlich gut erhaltene Fahrräder unterschiedlicher Größe und damit für Kinder in verschiedenen Altersklassen. „Fahrtauglich sollten sie sein. Oder mit wenigen Handgriffen wieder fahrtauglich zu machen sein.“

Größere Ansprüche stelle weder der Kinderschutzbund noch die zu Beschenkenden. „Gebrauchsspuren sind kein Thema“, versichern die Schwestern. Für die Überprüfung der Verkehrssicherheit sei eine Zusammenarbeit mit der Fahrrad AG an der Kanadaschule angedacht.

Die Zahl der bedürftigen Menschen in Zweibrücken wächst kontinuierlich. Birgit Bessom, die den dafür zuständigen Verein „Kinderhilfe Zweibrücken“ leitet, stellt fest: „Noch vor einem halben Jahr kamen zu unserer Essensausgabe dreimal die Woche rund 200 Familien und Haushalte. Mittlerweile sind es auf Grund von Kurzarbeit, Entlassungen oder Insolvenzen über 250, also ein Viertel mehr.“ Die Tendenz sei steigend. Für die Kinder dieser Familien oder auch der Familien, die Stammkunden bei der Zweibrücker Tafel sind, sind die Fahrräder gedacht. „Das kann auch gerne ein Kettcar sein, ein Tretroller oder etwas ähnliches. Hauptsache, die Kinder haben Spaß und kommen zu Bewegung an der frischen Luft.“

Um dies zu ermöglichen, hat der Kinderschutzbund bereits eine Sandmuschel nach Niederauerbach gespendet, wo in einem sozialen Brennpunkt wohl alles fehle. „Draußen-Spielgeräte wie Federball, Springseile, einen schönen Ball oder ähnliches können die Kinder ebenfalls noch brauchen“, zählt Carmen Waibel auf.

Da nicht nur die Essensausgabe, sondern auch die Kleiderkammer des Kinderschutzbunds für Bedürftige als systemrelevant gelten und deshalb selbst im Lockdown geöffnet sind, können Spenden jeglicher Art von Montag bis Freitag jeweils von 8.30 bis 12 Uhr sowie am Samstag von 8.30 bis 15 Uhr sowie nach Absprache abgegeben werden. Bei Bedarf sei auch möglich, Fahrräder und ähnliches abzuholen, Infos unter Telefon (0 63 32) 7 21 27.

www.kinderschutzbund-zweibrücken.de