Zweibrücker Verein will seinen Dienst so lange wie möglich aufrechterhalten : Kinderhilfe verteilt weiterhin Lebensmittel

Dreimal pro Woche, das nächste Mal am kommenden Samstag um 14 Uhr, können Bedürftige auch künftig Lebensmittel bei der Kinderhilfe Zweibrücken abholen. Unter Wahrung der vorgeschriebenen Sicherheitsvorkehrungen erhält der gemeinnützige Verein seinen Dienst so lange wie irgend möglich aufrecht.

„Wir halten die Stellung. Einer muss es doch tun“, sagen Carmen Waibel und Birgit Bessom wie aus einem Mund. Während die Zweibrücker Tafel ab nächster Woche schließt (wir berichteten), erhält die Kinderhilfe Zweibrücken in der Maxstraße ihre Lebensmittelausgabe weiterhin offen „so lange es irgend geht“.

Die Vereinsvorsitzende, Birgit Bessom, und Carmen Waibel, Vorsitzende des Kinderschutzbunds Zweibrücken hoffen, dauerhaft bedürftige Menschen in Zweibrücken mit Lebensmitteln zu versorgen. „Davon gibt es viele“, wissen die beiden Frauen. Willkommen sind auch Senioren, die mit ihrer kargen Rente ihren Lebensunterhalt kaum bestreiten können. „Die können sich gerne ein Brot abholen“, bietet Birgit Bessom mitfühlend an.

Da jetzt durch die Schließung von Geschäften und Restaurants viele Menschen arbeitslos werden oder Geringverdienende und Aushilfskräfte auf Stundenbasis ohne Einkommen bleiben, rechnen sie damit, dass es jetzt noch viel mehr werden. Zwar sei auf Grund der Hamsterkäufe die Menge an Lebensmitteln, die das Team in Supermärkten der Region bis nach Rieschweiler-Mühlbach abholt, zurückgegangen, doch die Kinderhilfe bleibt optimistisch: „Es reicht für alle, auch die, die nach der Tafelschließung jetzt zu uns kommen.“

Dreimal in der Woche, Montag um 10 Uhr, Mittwochvormittag um 11 Uhr und Samstag um 14 Uhr, können Menschen, die einen entsprechenden Bezugsschein besitzen, Lebensmittel abholen kommen. Obst und Gemüse, Milchprodukte, Lebensmittel, vor allem Brot und Backwaren werden jedoch jetzt auf „angepasste Art und Weise“ verteilt.

Bislang war die Lebensmittelausgabe auch eine Art kommunikativer Treffpunkt, die Bedürftigen durften aus dem Warenangebot ihren „Einkauf“ selbst zusammenstellen. Jetzt packen die Mitarbeiter fertige Lebensmitteltaschen mit vielfältigem Inhalt. Dabei werde auch etwa an Moslems gedacht und Waren ohne Schweinefleisch und mit Naturjoghurt zusammengestellt.

Bis zu maximal fünf Personen dürfen in gebührendem Sicherheitsabstand voneinander in den Torraum hinter dem großen Holztor in der Gymnasiumstraße 1 hinein. Dort bekommen sie von den mit Handschuhen und Mundschutz geschützten Mitarbeitern ihre Tüten ausgehändigt und müssen den durchlüfteten Durchgangsraum sofort wieder verlassen. „Wir halten es für die größere Fürsorge, diesen Dienst aufrechtzuerhalten“, sagt Birgit Bessom schlicht.

Sollte jemand unterstützen wollen, etwa Lebensmittel abholen fahren, wird jede Hilfe gerne angenommen. So sind auch Nachbarn eingeladen, für bedürftige Menschen, die sich nicht mehr aus dem Haus trauen, Lebensmittel abzuholen oder auszufahren. Außerdem hofft sie, dass die Nachricht von der geöffneten Lebensmittelausgabe auch Menschen erreicht, die weder die Zeitung lesen noch im Internet auf Facebook unterwegs sind.

Spenden sind in dieser Zeit doppelt willkommen, denn bislang wurden Mitarbeiter und die Fahrtkosten über die Kleiderkammer des Deutschen Kinderschutzbunds finanziert. Da diese laut Anordnung geschlossen ist, fehlen diese Einnahmen. Birgit Bessom hofft auf die Solidarität der Zweibrücker. Sie betont: „Uns hilft alles! Geld, Tankgutscheine, Lebensmittelüberschüsse. Am besten anrufen und fragen.“