Kinder-Uni am Hochschul-Campus Zweibrücken Eine Reise in die Welt der KI

Zweibrücken · Die Kinder-Uni am Hochschul-Campus Zweibrücken hatte die Künstliche Intelligenz zum Thema. Professor Eugen Staab zeigte dem jungen Publikum, was sie kann und was sie (noch) nicht kann.

Professor Eugen Staab zeigte den Kindern im Audimax der Hochschule in Zweibrücken anschaulich, wie eine Künstliche Intelligenz funktioniert.

Professor Eugen Staab zeigte den Kindern im Audimax der Hochschule in Zweibrücken anschaulich, wie eine Künstliche Intelligenz funktioniert.

Foto: Susanne Lilischkis

Was ist Künstliche Intelligenz (KI)? Und ist der Computer wirklich schlau? Diese Fragen beantwortete Professor Eugen Staab bei einer Vorlesung im Rahmen der Kinder-Uni am Hochschul-Campus Zweibrücken. Der Wirtschaftsinformatiker führte die Kinder und die anwesenden Eltern auf einer vierteiligen Tour durch die Welt der KI. „Ich nehme euch mit auf eine Reise ins Jahr 4223 auf den Planeten Binjaca“, führte der Professor ins Thema ein. Auf dem fremden Planteten existieren zwei Arten von Lebewesen: Die Acadimi und die Binipon. Während die Acadimi wie eine Kreuzung von Fisch und Vogel mit langen Schlappohren aussahen, waren die Binipon quietschbunte, raupenartige Kreaturen mit Insektenflügeln. Anhand der verschiedenen Merkmale wie Körperform und Farbe mussten die jungen Besucher die beiden Arten auseinanderhalten. Das gelang sehr gut.

„Ihr kennt die beiden Lebewesen gar nicht, und trotzdem konntet ihr sie bestimmen“, bemerkte Staab, „das Gleiche macht auch eine Künstliche Intelligenz. Jetzt wollen wir das unserem Computer beibringen.“

Im Anschluss zeigte er verschiedene Fotos von Hunden und Katzen und erklärte, wie Rechner darauf trainiert werden, Hund und Katz voneinander zu unterscheiden. Hier kam der Referent schon an das erste Problem, das mit einem solchen Training einer KI mit Bildern auftreten kann: der Bias. Gemeint ist damit, dass Bilder im Netz auch nie neutral sind. „Sollte ein Chef lange oder kurze Haare haben?“, fragte der Informatiker, „und sollte er einen Bart tragen?“ Die Kinder meinten übereinstimmend, dass ein Chef so aussehen könne, wie er will. Anschließend präsentierte Eugen Staab eine Google-Suche zum Thema „Vorstandsvorsitzende“. Den jungen Besuchern fiel schnell auf, dass keiner der gezeigten Chefs einen Bart hatte, alle trugen ihre Haare kurz, es war keine Frau dabei und die Männer hatten alle eine weiße Hautfarbe.

Doch wie funktionieren jetzt Chat GPT und Co? „Ein Programm ist ein sogenanntes Sprachmodell, es kann eigentlich nur ein Wort erzeugen“, erklärte Staab. Gemeinsam mit den Kindern spielte er das dann nach. Jedes Kind durfte mit einem Wort ein Märchen weiterspinnen, das mit der Zeile „es war einmal ein…“ begann. Heraus kam folgende Geschichte: „Es war einmal ein kleines Mädchen, das war sehr klug und schlau, jedoch arm und hungrig und musste viel arbeiten. Sie hatte auch keine Eltern und kein Zuhause.“

Bei einem weiteren, sehr anschaulichen Experiment mussten die Kinder Schilder mit verschiedenen Begriffen zueinander in Beziehung bringen. Metall passt zu Krone, König zu Königin und so weiter. „Wenn man ähnliche Wörter gruppiert, kann man mit Wörtern rechnen. Das lernt ihr in der zehnten Klasse beim Vektorrechnen“, versprach der Professor.

Ob die KI nun intelligent ist, darüber herrschte im Publikum eine geteilte Meinung. Die Bandbreite reichte von „Sie ist so intelligent, wie wir ihr das beibringen“, über „sie versteht nichts, sie gibt ihr Wissen nur weiter“ bis zu: „Die Mathematik hat die Welt erschaffen.“

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