Kerwe in Wattweiler : Party mit Abstand

Wattweiler hielt die Kerwetradition mit Rede und Strauß trotz Corona aufrecht.

Unn die Kerb in Wattwiller sie lebt…14 Straußmeed und Straußbube sorgten auch dieses Jahr für einen einfallsreichen Kerwezauber. Seit fünf Jahren ist die Kerb als dörfliches Hochfest in der Vorortgemeinde wieder etabliert und von Corona wollte sich niemand das Feiern verdrießen lassen. Klar, die Vorschriften wurden eingehalten, statt feiern auf dem neuen Dorfplatz ist diesmal das satte Grün beim Fußballclub des TuS Wattweiler die Feststätte gewesen, wo die mitfeiernden Dorfbewohner im geziemten Abstand  mitfeiern durften. Und ganz oben an beim Beachten der Hygienevorschriften stand die Maskenpflicht für Nase und Mund, passend zum Outfit aller auch in schwarz und dem Logo drauf.

„Ihr liebe Leid und Kerwegeschd, mir feire heit e besunneres Feschd. Geschichte, Stories, Anekdote, wollte mir eich heit verrode. Drum hann mir enn Johr lang recherschiert, was uff de Welt so alles ist bassiert. Un sin dann geschdoss uff so manchie Geschichte. Hannse niedergeschribb und wolle sei eich heit berichte“, verkündeten lautstark Isabella und Lena, beide mit ihren Zylindern auf dem Kopf ein echter Blickfang für alle. Das Duo ist seit Jahren ein eingespieltes Paar und wusste auch diesmal in der Rolle der Kerwerednerinnen voll und ganz zu überzeugen und für Issi war es dabei ein ganz besonderes Kerwefeschd in diesem Jahr 2020. Denn just am Sonntag verkündet Lena es inbrünstig und fest: „Es Issi feiert heit soi 24. Wiegefeschd!“

Wie ernst es die Straußjugend mit Corona nimmt, wurde dann explizit aus hoher Warte nochmals allen auf der Sportstätte allen verkündet. „Bleibe am beschde an eirem Platz hugge, beim laut Lache immer in unsere Richtung gucke. Gedanzt unn bewecht werd nur am Platz im Schdeen. Maske an, wenn ihr Getränke hole gehn!“

Der UBZ ist danach der erst Adressat an Kerweneuigkeiten gewesen. Von „unnedicher Arwed“ ist die Rede gewesen und um das Repertoire an Beispielen noch zu erweitern war den Redeschreibern dabei folgende Idee gekommen: „Durch Corona ware uns gebunn die Ständel-Hände, Also sinn mir dissjohr froh um jedie Spende!“

Die Neuankömmlinge bei den Straußmädels und Straußbuben wurden passend vorgestellt und was es mit der neuen Kirchturmuhr auf sich hat, wissen seit spätestens dieser Kerwerede alle im Ort haargenau. Das Zeiger aufhängen bei der Kirchturmuhr sei eine ganz besondere Sache gewesen und hätte viel Kopfzerbrechen bereitet. Unter anderem auch deshalb, weil der erste Kran mit seinem Ausleger viel zu klein gewesen ist, um die Uhr an die richtige Stelle heben zu können. Glatte drei Versuche sind notwendig gewesen, um die goldenen Zeiger an ihren angestammten Uhrenplatz zu heben.

Und die Moral von der Geschicht hörte sich am Sonntag dann folgendermaßen an: „Man saht jo immer uff die Länge kommts net druff an, aber besagte Uhre-Uffhänger kenne eich do was anneres sahn.“