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Kerwe in Rimschweiler auch mit Corona ein Erlebnis

Kerwe in Rimschweiler : Nächtliche Schlittenfahrten und Klimawandel am Hasenheim

Die Kerwered war wie gewohnt einer der Höhepunkte bei der Party des Jahres in Rimschweiler.

Feiern die Rimschweiler Kerwe, dann ist alles auf den Beinen. So auch am Sonntagnachmittag, als viele den Riesenbiergarten zwischen KulTus-Halle und Grundschule mit Kind und Kegel säumten und von der großartigen Meute an Straußmädeln  und -buben, es sind 39 an der Zahl gewesen, gefeiert wurden. Denn vor einer derart ansprechenden Kulisse die Kerwe-Neuigkeiten unter die Leute zu bringen das macht Spaß. Vom leicht geneigten Dach aus verkündeten Paula Kämmer, Anna Hofmann und Eric Frevel ihre Neuigkeiten, die nicht selten mit Zwischenapplaus gefeiert wurden.

Das Intro wie immer musikalisch, Erich begleitete an der Klampfe und stimmlich Anna und Paula: „Die Kerb is en Alphabet, un wir zeihn  eich, wie das geht…“ Das „R“ stand natürlich für Rimschweiler, „de scheenschde Ort“ und das „S“ für Straußbube, die wollen von dort nicht fort.

Eine Ausreise für die trinkfesten Engländer, die seit Jahr und Tag mit den Rimschweiler Kerb feiern, ist leider nicht möglich gewesen, das Prost auf die Freundschaft daher ein kleiner Trost. Die „Online-Sitzung_Katzenklappe“ brachten die närrische Zuhörergemeinde dann gleich in passende Stimmung, wusste das Dach-Trio doch mit viel Humor und spitzer Feder das Eingeschlossensein bei einer der ungezählten Sitzungen zur Freude aller zu skizzieren. Kein Kontakt zur Außenwelt mehr, da muss halt einfach der Benny B . mit körperlicher Durchschlagskraft her. Wer mit Benny B. gemeint ist, war selbstverständlich ein offenes Geheimnis und die vermeintliche Flucht durch die Katzenklappe eine Mär, die bei vielen zu Tränenausbrüchen reichte. Wie lustig nicht allein das Knibbeln der bunten Bänder an den Kerwestrauß sein kann, sondern etwa auch eine nächtliche Schlittenfahrt beim Fackelschein und mit viel Schnaps, erzählte das Trio unter dem Stichwort „Ich fahr mit dem Bob“.

Was ein hartgesonnener Hoffi allerdings auszuhalten mag ist jetzt in Rimschweiler in aller Munde, denn Paula, Anna und der Eric sorgte für die frohe Kunde. „De Hoffi, so wie ma ne kenne, is wie immer hart im nemme. De Sanitäter froht de Andreas uff de Trage endlich mit wichtiger Frage: Wolle sie noch Schmerzmittel fa ihr Been, bevor mer sie zum Krankenwache trache. Nee, awwer e kiehles Export jetzt, dass wär vielleicht schää!“ Wie ein Polizeieinsatz mit SEK an einem Samstagmorgen das Brötchenholen vermasseln kann wurde erzählt und auch der im Rimschweiler angekommene Klimawandel ist nunmehr kein Geheimnis mehr. „Noch nie  dagewesen Wetterphänomene beeinflussen unser Leben“, war zu hören. Erfahren musste dies eine illustre Damenrunde. Auf der Hasenheim-Terrasse gab es keinen Absacker wie vorgesehen. Ins Heim durften sie nicht, denn „Wobido“ sagte „stopido“ wegen Corona. So nahmen alle reißaus vor den sintflutartigen Regenfällen beim Hasenheim, zumal es in Althornbach, Hornbach und der Kugelfanghütte gänzlich trocken blieb.