Kerwe in Ernstweiler : Halligalli im Prinzenpark

Nach einer Corona-Pause wurde am Wochenende in Ernstweiler wieder Kerwe gefeiert.

Die einjährige Zwangspause wegen Corona konnte der großen Schar an Straußmädels und Straußbuben aus dem „Zigeuner-Vorort-Ernstweiler“ nichts anhaben. Vergangenes Wochenende wurde zünftig nach einjähriger Zwangspause die Kerwe gefeiert. Fetzig, ausgelassen, gepaart mit viel Humor und köstlichen Einfällen, wie die unterhaltsame und mit vielen Neuigkeiten gespickte Kerwerede nachhaltig belegte und der gut und gern 150 2G-geprüfte Zuhörer aus allen Altersgruppen diesmal im Prinzenpark beiwohnten. 

Prinzenpark? Ja, die Ortsangabe stimmt. In der Bautzenbach trugen über Jahrzehnte die beiden  Kerweredner von hüben nach drüben, von der linken zur  rechten Straßenseite oder umgekehrt die „Ernstweiler-News“ vor, doch wegen Corona fand das diesmal alles im weitläufigen Gelände des Prinzenparks, der grünen Seele von Ernstweiler, statt. Ganz  konform nach den Corona-2G-Regeln, geimpft oder genesen. 

Julian Wilhelm und Simon Nikolaus zogen vom Leder und alle hatten ihre Freude daran. „Es ist endlich wieder soweit, die  Pandemie is zwar noch net vorbei, doch mir dürfe wieder do hucke – mir zwei!, “ stellte das Kerweredner-Duo in Übereinstimmung fest. Dabei beließen es Julian und Simon nicht allein damit, die Vorort-Bewohner mächtig durch den Kakao zu ziehen. Nein, erst einmal waren  die Straußmädels und Straußbuben mit ihren komischen Vergehen an der Reihe.

So musste Simon selbst kräftig nachträglich über sich lachen als noch einmal „seine Story“ die Runde machte. Bei der Fahrt zu einem Freizeitpark wollte er pünktlich sein und stellte sich den eigenen Wecker ganz früh,  die Weckstunde stimmt – doch der Wecktag leider nie. Wenn man samstags pünktlich sein soll und der Wecker auf Montag programmiert ist, kommt auch de Simon zwangsläufig zu spät aus seinem Bett. Dem Schneefall in diesem Winter sei gedankt, dass jetzt auch Ralf F. mit seinem BMW-SUV den Weg in die Ernstweiler Kerwerede fand, weil bei der Freude über die weiße Pracht, nicht allein das Herz von Kindern lacht. „Ach manch Alter freut sich wie e   Kind, wenn die Straße voller Schnee mal sind. In de Paul-Strauß-Stroß do  wurd net gleich geräumt und gestreut, was enner aus der Köhlstroß ganz besonners freut. Mit seinem BMW-Geländewahn dut der in besagter Straße zum Wendeplatz fahrn. Do will er unn der Schneeschicht mit Vollgas bissje drifte, doch sei Auto  unnerm Hinner, das geht ihm stifte. Des brecht aus, de Ralf hats net unner Kontroll, er wes a net was er mache soll. So rutscht de Ralf mit seinem Karre, in e Schneehaufe nin an seim Auto driggds de Schweller in. Sei Auto muss de Ralf dann gebbe in Reparatur, dobei woll der Ralf doch Spaß hann  - ein bissje nur…“

Über die Straußmädels und Straußbuben gab es gleichfalls Begebenheiten zu berichten. Etwa jene, als Michael D. und Frank F. am Kassenhaus der Mörsbacher Mülldeponie stehen und für den Hänger voller Grünschnitt getreu der Gebührenordnung bezahlen wollen. Den angeblichen Anhänger kann aber weder die Dame im Kassenhaus noch einer der beiden Grünschnitter ausmachen, denn diesen haben sie unterwegs doch einfach glatt „verloren“. Daher der gute Rat aus der Kerwerede: „Es gebbt schlimmeres als mol e Anhänger zu verliere, es dut zwar net, aber theoretisch kenn des jo jedem bassiere. Wie gesaat, entfach als mol e Blick ho hinne riskieren, Michael D. und Frank F., do braucht ma sich net zu geniere…! 

Das Festzelt ist für die Kerwetage das Feierzentrum gewesen, zum  Auftakt am Freitag sorgte die Firma Holunder für großartige Stimmung und am Sonntag blieb dies der Hubbert House Band vorbehalten.