Kerwe in Ernstweiler : Es tut sich was rund um den Prinzenpark

In Ernstweiler läuft die Kerb ab morgen im „Überraschungsmodus“.

Ihr Leit, ihr Leit was soll ich san, wo soll ich dann jetzt fange an? Corona hier, Corona da, selbst die Ernstweiler Kerb ist dodurch in Gefahr. Die muss zwar jetzt net ganz falle aus, doch e deutlich kleenere Version kommt jetzt am Schluss nur raus."

So beginnt in diesem Jahr die „Kerberedd“ im Zweibrücker Stadtteil Ernstweiler, und zwar genau gesagt am Sonntagnachmittag, um 15 Uhr, auf dem bekannten, weitläufigen Ernstweiler Kerbeplatz, ganzjährig Parkplatz oder Veranstaltungsort, hinter dem Prinzenpark. Dort wird sich übrigens zur Zeit mit Baggern und Radladern mächtig ins Zeug gelegt, um den beliebten Freizeitpark, der etwas in die Jahre gekommen ist, wieder attraktiv zu machen. Insbesondere der Spielplatz soll nicht nur ein Hingucker, sondern ein Anziehungspunkt für Kinder und ganze Familien aus dem Ort werden. Gleich daneben die Boule-Bahn, die den „Schweinchen-Jägern“ ein sportliches Terrain bietet.

Zurück zur Ernstweiler Kerb: Simon Nikolaus und Julian Wilhelm halten am Sonntag die Rede, bevor um 16 Uhr auf dem Platz Stimmungsmusik mit dem Musikverein Kleinsteinhausen angesagt ist. Simon Nikolaus: „Für uns Ernstweiler Straußbuben und Straußmädchen war relativ früh klar, dass es die Kerb in der Form, wie sie in den letzten Jahren gefeiert wurde, dieses Jahr nicht geben kann. Dennoch haben wir von einer kompletten Absage abgesehen und nach Möglichkeiten gesucht, eine Kerb unter Einhaltung der Corona-Regelungen auf die Beine zu stellen. Wir hoffen und denken, dass uns das gelungen ist. Darüber hinaus haben wir noch ein paar Überraschungen und gute Ideen in der Schublade. Auch dieses Jahr haben wir, neben den Kerbe-Vorbereitungen, wieder ein paar Aktionen für unseren Stadtteil in Planung oder schon durchgeführt, zum Beispiel die Erneuerung der Schilder-Ständer oder Sammel-Bestellung der Ernstweiler Fahnen“.

Auch in diesem „verrückten“ Jahr hätten sich wieder 24 aktive Straußbube und Straußmäde gefunden, die Spaß am Feiern haben und – das sei sehr wichtig – mit anpacken können und wollen. Im Einzelnen sind dies: Anne Vieth, Eike Mache, Cheyenne Kehrel, Dörthe Mache, Eileen Braun, Florian Stahl, Jan Brennemann, Jan Tüllner, Kirsten Mache, Lara Kopf, Lea-Michèle Engelke, Louisa Kehrel, Luca Holzer, Luisa Vogt, Maren Hallanzy, Nele Holzer, Patrick Stahl, Philipp Schulakow, Sarah Archetti, Simon Kopf, Tim Früauf, Tim Renkawitz, Yannik Freyler, Simon Nikolaus. Die Altersspanne reicht von siebzehn bis 30 Jahren, wobei der Großteil Anfang bis Mitte 20 ist.

Beim Kerweprogramm, so die Straußjugend, hätten wichtige Programmpunkte, wie Feuerwerk, Kerwerede, Blasmusik und Leberknödelessen gerettet werden können. Andere Veranstaltungen, wie der Fackel- und Lampionumzug am Samstagabend mussten den Hygiene- und Gesundheitsschutzauflagen Tribut zollen. Um Menschenaufläufe zu vermeiden, hat sich die Straußjugend ein ganz besonders Konzept ausgedacht und lässt sich deshalb nicht bei jedem Programmpunkt oder Termin in die Karten schauen. Das Höhenfeuerwerk findet zwar am Samstag statt, nur wann und wo wird vorher nicht verraten. Überraschungen auf der Kerb sind doch auch mal was Neues.

Genauso das Stecken der drei Kerbe-Sträuße mit insgesamt 35 000 bunten Bändchen am Symbolbaum, am Restaurant „Dimi und Maxi“ und am Ernstweilerhof. Ehe man sich versieht, stecken da plötzlich neue Sträuße. Am Montag findet ab zwölf Uhr im Ernstweilerhof das traditionelle Leberknödelessen statt, wozu Voranmeldungen erwünscht sind.

Simon Nikolaus von den Straußbuben ist auch außerhalb des Kerbe-Geschehens von der Gemeinschaft in Ernstweiler beeindruckt: „Man kann wirklich sagen, dass in Ernstweiler noch einige Leute um ihren Stadtteil bemüht sind.“ Von Corona-Zeiten abgesehen gebe es eigentlich das ganze Jahr über Veranstaltungen, zum Beispiel die Fasenacht bei der CGH, Ernstweiler Sommerfest, Freizeit Fußball-Turnier, OGV Herbstfest, Sankt-Martins-Feier, Adventsmarkt und noch einiges mehr. Die Neugestaltung und Verschönerung des "Kerbeplatzes" sei eine Herzensangelegenheit von vielen Ernstweiler Bürgerinnen und Bürgern.

Apropos Ernstweilerhof. Die neue Event-Location des Veranstalters „Festlicht“ sorgt dafür, dass auch in diesem Jahr nicht auf alle Events in der besonderen Atmosphäre des Hofes verzichtet werden muss. Vom 23. bis 24. Oktober steht dort, jeweils von 18 bis 22 Uhr, ein Winzerfest und von 4. bis 6. Dezember, jeweils von 16 bis 22 Uhr, ein „Weihnachtszauber“ mit Livemusik und Kinderprogramm auf dem Kalender. Ernstweiler ist dieses Jahr noch voller Überraschungen.