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Stadtfest-Defizit: Keine höheren Standgebühren geplant

Stadtfest-Defizit : Keine höheren Standgebühren geplant

Die Nachfrage nach Plätzen auf dem Stadtfest ist hoch, mehr als die Hälfte der Bewerber werden abgelehnt. Dennoch kann man nicht ohne Weiteres an der Gebührenschraube drehen, um das Defizit zu senken, so Kulturamtschef Huble.

Auch in diesem Jahr ist das dreitägige Stadtfest wieder ein großes Vergnügen gewesen für die Zweibrücker – allerdings auch ein teures Vergnügen für die klamme Stadt. Drei Tage Musik auf neun Bühnen – das hat seinen Preis. Unterm Strich steht regelmäßig ein Defizit von 30 000 Euro. Dennoch denkt die Stadt laut Kulturamtsleiter Thilo Huble derzeit nicht daran, die Standgebühren weiter zu erhöhen.

Laut Huble passe man die Gebühren sehr wohl „nach einer gewissen Zeit“ immer wieder mal an. Das sei vor ein oder zwei Jahren zuletzt der Fall gewesen, sagte der Amtsleiter, ohne konkrete Zahlen zu nennen. „Aber man kann das auch nicht überfrachten“, so Huble. „Wir stehen im Kontext zu anderen Veranstaltungen in der Region.“ Und im Vergleich sei man in Zweibrücken ohnehin nicht besonders günstig. „Wir liegen im oberen Drittel“, sagte der Kulturamtsleiter.

Nun könnte man das Argument anführen, dass die Nachfrage groß ist in den Reihen der potenziellen Standbetreiber. Von den etwa 300 bis 350 Bewerbern um einen Platz auf dem Stadtfest konnte Huble nach eigener Aussage nur 150 einen positiven Bescheid zukommen lassen. Also: Bestimmt die Nachfrage nicht auch ein Stück weit das Angebot? Das hohe Interesse an Plätzen auf dem Stadtfest sei nicht zwingend ein Argument für höhere Standgebühren, entgegnet Huble. Es müsse nämlich so etwas wie eine „qualitative Auslese“ stattfinden. Die Stände vieler Bewerber würden seiner Ansicht nach nicht aufs Stadtfest passen. So seien etwa Verkäufer von Strickjacken dabei, nennt Huble ein Beispiel. Ein solcher Stand lasse sich nur schwierig ins Konzept einbetten.

Versuche, das Defizit ein wenig zu mindern, gab es in der Vergangenheit aber durchaus. 2013 verkaufte man zum Beispiel Buttons mit dem Slogan „Stadt fest in der Hand“, um so einige zusätzliche Einnahmen zu erzielen (wir berichteten). Das klappte jedoch nicht: Am Ende nahm die Stadt mit der Aktion 1000 Euro ein – das deckte gerade einmal die Produktionskosten. „Das ging in die Hose“, räumt Stadtsprecher Heinz Braun heute ein. Bereits 2014 gab es keine Buttons mehr. Das Defizit der größten Veranstaltung in der Rosenstadt blieb dafür bestehen.

Für Braun sind die 30 000 Euro dennoch gut investiertes Geld: „Wenn Sie diesen Betrag in eine Image-Kampagne investieren, kommt nicht viel dabei herum“, ist er sich sicher. Das Stadtfest habe dagegen eine große Strahlkraft und sei damit Werbung für Zweibrücken. Kursierende Gerüchte über ein baldiges Aus des Festes hat die Stadt in Person von Thilo Huble deshalb schon vor der diesjährigen Gaudi zurückgewiesen. Ihm seien keine derartigen Überlegungen des Stadtrates oder des Stadtvorstandes bekannt.

 . . . wie dieser Fish-und-Chips-Verkäufer. Sie allen zahlen, damit sie am Stadtfest teilnehmen können, Standgebühren, die laut Kulturamt – im Vergleich zu anderen Festen in der Region – bereits hoch sind.
. . . wie dieser Fish-und-Chips-Verkäufer. Sie allen zahlen, damit sie am Stadtfest teilnehmen können, Standgebühren, die laut Kulturamt – im Vergleich zu anderen Festen in der Region – bereits hoch sind. Foto: Volker Baumann

Doch natürlich hätte auch die Stadt nichts dagegen, das Defizit ein wenig zu senken. Nach der fehlgeschlagenen Button-Episode gebe es allerdings derzeit keine Ideen in der Richtung. „Da zeichnet sich nichts ab, was erfolgversprechend ist“, sagt Stadtsprecher Braun.