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Keine Gesamtschule für Zweibrücken

Keine Gesamtschule für Zweibrücken

Zweibrücken. Die Stadt Zweibrücken wird wohl nicht von dem Angebot der Landesregierung Gebrauch machen, ihren Antrag zur Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) ab 2010/11 bis 30. September zu überarbeiten

Zweibrücken. Die Stadt Zweibrücken wird wohl nicht von dem Angebot der Landesregierung Gebrauch machen, ihren Antrag zur Einrichtung einer Integrierten Gesamtschule (IGS) ab 2010/11 bis 30. September zu überarbeiten. Grund sei ein Gespräch vorigen Donnerstag bei der ADD (Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion), berichtete gestern Zweibrückens Schuldezernent Rolf Franzen (Foto: lf) bei einer Pressekonferenz. Er sei in der Erwartung nach Neustadt gefahren, dass die Ablehnung des IGS-Antrags vorigen Juli sich mehr auf lösbare räumliche Fragen bezogen habe, sagte Franzen. Doch die ADD habe deutlich gemacht: "Wir kriegen im Moment keine IGS, weil in Contwig schon eine installiert worden ist." Außerdem habe die ADD auf das Schulgesetz verwiesen, wonach in einer Region alle Schulformen angeboten werden sollten, wenn spätestens ab 2013 die Hauptschulen abgeschafft werden. Und der Zweibrücker Antrag habe keine kooperative Form vorgesehen. Vorgaben habe die ADD zwar nicht gemacht. Franzen geht aber nun davon aus, dass es auf zwei Realschulen plus in Zweibrücken hinausläuft - in den Gebäuden der heutigen drei Hauptschulen sowie der Mannlich-Realschule. "Ich bin aber nicht derjenige, der jetzt sagt: Ich weiß, wo's langgeht", sagte Franzen. Er werde darüber in nächster Zeit auch mit den Betroffenen wie den Schulleitern und dem Schulausschuss sprechen. Auch über die Frage, wann Zweibrücken die Hauptschulen abschafft. "Ich sähe eigentlich ungern, die Eltern so lange, bis 2013, im Ungewissen zu lassen", sagt Franzen. Andererseits: "Das muss durchdacht sein." Und er habe die Hoffnung nicht aufgegeben, dass Zweibrücken irgendwann doch noch eine IGS einrichten darf. Franzen verweist dabei nicht nur auf die Befragung, bei der Zweibrücker Eltern sich mit klarer Mehrheit für eine Gesamtschule ausgesprochen hatten - sondern auch, dass die gerade mit 160 Fünftklässlern gestartete IGS Contwig etwa 35 Zweibrücker aufgenommen, aber auch 25 aus Platzgründen abgewiesen habe. Franzen: "Die ADD hat uns gesagt, man muss die weitere Entwicklung in Contwig abwarten." Franzen befürchtet aber, es könne einige Jahre dauern, bis aussagekräftige Zahlen aus Contwig vorliegen.Franzen sieht die Landesregierung in der Pflicht, Zweibrücken als Mittelzentrum eine IGS nicht zu verweigern. Denn die Stadt habe den Antrag früh gestellt, der Elternwunsch sei klar, im Schulgesetz stünden "schöne Ziele wie wohnortnah - und da soll Zweibrücken keine Chance haben?" Denkbar sei auch, eine Realschule plus später in eine IGS umzuwandeln.

Stichwort

Zwei Formen der Realschule plus gibt es, erläutert Rolf Franzen. Diese unterschieden sich erst ab der siebten Klasse. Dann trennten sich die Schüler in der kooperativen Realschule plus in einen Zweig, der nach der neunten Klasse zur Berufsreife führe und einen, der nach der zehnten mit dem Sekundarabschluss 2 ende. In der integrativen Form lerne man bis Ende der achten Klasse zusammen, allerdings in einzelnen Fächern in zwei Leistungsstufen differenziert. Danach gehe es wie im integrativen Modell weiter. lf