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Keine Euphorie bei den HändlernZweibrücker Stärken sehen

Keine Euphorie bei den HändlernZweibrücker Stärken sehen

Zweibrücken. Heilig Abend, zwölf Uhr mittags. Im Parkhaus sind noch viele Autos abgestellt, gleiches gilt für die Abstellbereiche zwischen Schloss und alter Feuerwache. Die Händler des Wochenmarktes bauen ab, die Fußgängerzone ist noch nicht menschenleer - aber auch nicht proppenvoll, wie sich das die Einzelhändler aus der städtischen Einkaufsmeile wünschen

Zweibrücken. Heilig Abend, zwölf Uhr mittags. Im Parkhaus sind noch viele Autos abgestellt, gleiches gilt für die Abstellbereiche zwischen Schloss und alter Feuerwache. Die Händler des Wochenmarktes bauen ab, die Fußgängerzone ist noch nicht menschenleer - aber auch nicht proppenvoll, wie sich das die Einzelhändler aus der städtischen Einkaufsmeile wünschen. Großartig wäre geprahlt, unzufrieden nicht ganz die Wahrheit, zutreffend wohl eine Bilanz dazwischen, meint Thomas Cleemann an der Hauptkasse von Toys4less, dem Spielwarengeschäft im City-Outlet. Unter dem Vorjahr, schätzt Cleemann Junior, derweil Jan Hoffmann, sein Weihnachtsgeschenk für Geschwister gerade in der Tasche verstaut. Einen Reißer im Riesenangebot habe es nicht gegeben, ergänzt die Mutter Evelyne auf Nachfrage. Gut sei das Geschäft im mitbetreuten Kinderbekleidungsgeschäft Kanz verlaufen, wo sich der Nachlass von 30 bis 30 Prozent auf den City-Outletpreis nochmals voll ausgewirkt habe. Matthias Knell vom Canterbury ist insgesamt zufrieden, wenngleich gerade der Zweig Sportschuhe und ähnliche Mode nicht gerade der Hit als Geschenk für die Weihnachtsgabe sei. Heike Tomellei aus "Rich and Royal" siedelte vom City-Outlet weg und hat auf der gegenüberliegenden Straßenseite einen neuen Standort gefunden. Eine richtige Entscheidung, so die Geschäftsführerin, die seitdem nach eigenen Angaben bessere Umsätze zu verzeichnen hat und mit dem Weihnachtsgeschäft sehr zufrieden war. Das gilt auch für Michaela Schieler-Kokot aus dem Schmuckwarengeschäft in der Fußgängerzone. Die Stammkundschaft habe dem angestammten Geschäft die Treue gehalten und das sei für die positive Bilanz ausschlaggebend. Mario Facco (Foto: PM) als Vorsitzender des Einzelhandels in der Stadt und Vorsitzender der Werbegemeinschaft bilanzierte nüchtern: Keine Euphorie, aber auch kein Absturz. Die Wirtschaftskrise sei aber spürbar und mit immer größeren Angeboten würden allenfalls die Stücke am Verteilungskuchen kleiner, aber nicht mehr in die Ladenkasse kommen. "Die Leute bräuchten mehr Geld zum Ausgeben und das haben sie nicht." Zweibrücken. Das Sprichwort vom Propheten im eigenen Land ist hinreichend bekannt und der Zweibrücker Geschäftswelt scheint es ähnlich zu ergehen. Dabei kommen oftmals Kunde von weit her. Etwa die Finnin Annina Karhu kann, die aus familiären Gründen in der Rosenstadt weilte und der Ansicht ist, dass es sich in der Fußgängerzone und dem City-Outlet passabel "shoppen" lässt. Zur Stammkundschaft zählten viele, die nicht in Zweibrücken und weiter entfernt wohnten, verrät Renate Roth vom Mic-Mac und bedauert, dass oft genug alles schlecht geredet werde, anstatt sich auf eigene Stärken zu besinnen. Das meinen auch Doris Frevel und Imke Semar aus der CB-Boutique. Viele Saarländer beispielsweise kämen liebend gern in die Fußgängerzone um hier fachlich bestens bedient zu werden, was gerade in der heutigen Zeit ein enormes Plus im Geschäftsleben sei. Allein bei den eigenen Stadtbürgern würden solche Überlegungen nicht immer fruchten - und das sei doch bedauerlich. cos