Keine Alternative zum Abriss

Zweibrücken. Der "Landesverein für Innere Mission in der Pfalz" und das Architektenbüro Grub haben gestern Kritik am beschlossenen Abriss des alten Evangelischen Krankenhauses zurückgewiesen

Zweibrücken. Der "Landesverein für Innere Mission in der Pfalz" und das Architektenbüro Grub haben gestern Kritik am beschlossenen Abriss des alten Evangelischen Krankenhauses zurückgewiesen. Fritz Stauch, Ex-Statiker und von 1969 bis 1985 FWG-Stadtrat, hatte in einem Leserbrief angeprangert, das "noch recht gut erhaltene" Gebäude werde "plattgemacht" - es ließe sich "optimal" als Eingangs- und Empfangsgebäude für das geplante Altenheim nutzen. Es sei schon zu viel der nach dem Krieg in Zweibrücken noch verbliebenen historischen Bausubstanz vernichtet worden."Wir haben uns die Abriss-Entscheidung nicht leicht gemacht", betont Krankenhaus-Pflegedirektor Thomas Oberinger (Fotos: lf). Doch für das geplante Altenheim für 108 Menschen mit vollstationärer Pflege sei das etwa hundert Jahre alte Gebäude nicht nutzen. Die Kosten für erforderliche Sanierung und Umbau schätzen Oberinger sowie die Architekten Martin und Horst Grub auf drei Millionen Euro. Schwerer aber noch wiege, dass nur ein kompletter Neubau funktionell sinnvoll sei. Martin Grub verweist zum Beispiel auf die unterschiedlichen Geschosshöhen von Alt- und geplantem Neubau, was die Übergänge erschweren würde. Und die Wege fürs Pflegepersonal würden bei einer Einbindung des Altbaus zu lang. Als reines Empfangsgebäude sei dieses dreistöckige Haus völlig überdimensioniert - das Altenheim brauche aufgrund der Synergieeffekte mit dem Evangelischen Krankenhaus direkt gegenüber nur drei Büroräume. Oberinger sagte, das betriebswirtschaftliche Argument sei nicht nur für den Betreiber wichtig, sondern auch die Bewohner - die Zimmerpreise müssten sonst teurer werden.

Horst Grub betonte: "Wir als Architekten-Büro stehen für Denkmalpflege und sind nicht dafür bekannt, dass wir gerne etwas abreißen." Hier gebe es funktionell und finanziell aber keine sinnvoll darstellbare Alternative. Und auch die Denkmalschützer der Generaldirektion Kulturelles Erbe hätten keine Bedenken gegen den Abriss, da das Haus nicht in der Liste schützenswerter Gebäude stehe. Die Denkmalschützer hätten lediglich zur Auflage gemacht, beim Bau gestalterisch Rücksicht auf das Wohnhäuser-Ensemble oberhalb zu nehmen.

Laut Martin Grub gibt es in der ehemaligen Klinik nach vielen Umbauten und Teilzerstörungen auch nicht mehr viel Original-Bausubstanz.

Der Abriss ist fürs kommende Frühjahr geplant, Baubeginn soll bis Sommer sein, Eröffnung 2013/14. Oberinger: "Es gibt schon rege Nachfrage."