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Kein weiterer Personalabbau bei Terex

Kein weiterer Personalabbau bei Terex

Trotz wirtschaftlich schwieriger Zeiten will Kranbauer Terex am Standort Zweibrücken alle 1720 Mitarbeiter halten. Uneinig sind sich Unternehmensführung und Betriebsrat allerdings über ein mögliches Prämienmodell.

"2014 war kein rosiges Jahr. Aber auch kein Jahr, das uns mehr Sorgenfalten bereitet hat", zieht der neue Terex-Standortleiter Klaus Beulker im Gespräch mit dem Merkur eine erste Bilanz. Auch das kommende Jahr wird nicht den großen Aufschwung bringen. "Das braucht seine Zeit, bis alle Maßnahmen greifen und wir wieder wachsen." Doch ein Arbeitsplatzabbau wie im vergangenen Jahr sei im Moment kein Thema. Beulker: "Der Personalstand bleibt stabil." 1720 Menschen arbeiten beim Kranbauer in Zweibrücken .

Mit qualitativ hochwertigen und bei den Kosten konkurrenzfähigen Produkten möchte Terex zum einen Marktanteile erobern und zum anderen Technologieführer bleiben, betont der promovierte Maschinenbauingenieur. Bei den Raupenkranen sei Terex weiter die Nummer eins. "Wir wollen auch bei den Teleskopkranen wieder Marktanteile zurückerobern." In diesem Segment sank der Anteil von Terex von 19 Prozent im Jahr 2011 auf 6,7 Prozent in diesem Jahr. Mit dem im vergangenen Jahr auf dem Markt eingeführten Teleskopkran Explorer sieht Beulker eine Chance. In diesem Jahr werde ein zweites Modell auf den Markt kommen. Ein Drittes sei in der Entwicklungsphase. Allerdings müssten für den Erfolg die Materialkosten gesenkt, die internen Abläufe vereinfacht, die Produktivität erhöht, ein neues Entgeltmodell in der Produktion eingeführt und teamübergreifend gearbeitet werden.

Denn Beulker setzt auf das Miteinander. "Damit können wir Probleme besser lösen. Besser als die Mitbewerber." Für den 48-Jährigen, der neben dem Studium eine Lehre als Werkzeugmacher absolviert hat, sorgten gute Arbeitsbedingungen für gute Resultate. Dazu müssten die Mitarbeiter aber auch entsprechend wertgeschätzt werden. Unterschiede zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat sieht Beulker bei der Diskussion über ein Prämienlohnmodell. "Da haben wir unterschiedliche Auffassungen", sagt Beulker. Die Einigungsstelle soll die Lösung finden. "Wir wollen ein gerechtes System für alle Mitarbeiter." Dabei halte sich das Unternehmen an die gesetzlichen Bestimmungen.

Beulker meint, dass der Lohn nur ein Teil der Produktionskosten sei. Dazu kämen noch Einsparungen bei den Materialkosten . Eine bereits im vergangenen Jahr gestartete Maßnahme, um den Trend umzukehren, sei der verbesserte Ausbau des Service. Hier gebe es bereits erste Erfolge. So habe sich die Zahl der offenen Kundenreklamationen halbiert. Beulker: "Von unseren Kunden bekommen wir eine positive Rückmeldung." Dazu gehört, dass die Servicestandorte für weltweit verkaufte Produkte auch weltweit gefördert werden. "Ich bin sicher, dass wir diesen Wandel gemeinsam schaffen", sagt Beulker. Ein Blick in die lange Tradition des Unternehmens zeige, wie wandlungsfähig der Betrieb war. Mut mache ihm auch die Aufnahme durch und die Begegnung mit den Mitarbeitern. "Wir müssen unsere Kompetenz als Kranbauer in den Mittelpunkt stellen." Der Blick in die Geschichte mit der Gründung der Dinglerwerke im Jahr 1827 nötigt Beulker Respekt ab. "In 13 Jahren wird das Unternehmen 200 Jahre alt. Das ist mein Ziel", sagt Beulker am Ende des Gesprächs.