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Kein Nadja-Faktor in ZweibrückenKeine Aufregung

Kein Nadja-Faktor in ZweibrückenKeine Aufregung

Pirmasens/Zweibrücken. In der Südwestpfalz haben die Menschen nicht auf den Fall der No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa (Foto: dpa) reagiert. Das ist die Einschätzung der stellvertretenden Leiterin des Gesundheitsamts im Landkreis Südwestpfalz, Gudrun Behr

Pirmasens/Zweibrücken. In der Südwestpfalz haben die Menschen nicht auf den Fall der No-Angels-Sängerin Nadja Benaissa (Foto: dpa) reagiert. Das ist die Einschätzung der stellvertretenden Leiterin des Gesundheitsamts im Landkreis Südwestpfalz, Gudrun Behr. "Bei uns gab es in den letzten Tagen keine vermehrten HIV-Tests", sagte die Ärztin auf Nachfrage des Pfälzischen Merkur. Nadja Benaissa ist ist HIV-positiv und soll mit drei Männern ungeschützten Sex gehabt haben (wir berichteten). Im Gesundheitsamt des Landkreises, das auch für die Städte Zweibrücken und Pirmasens zuständig ist, lassen sich rund 50 Personen im Jahr testen. Gudrun Behr sagte, dass in der Südwestpfalz wesentlich mehr Menschen bei den Ärzten getestet werden. "Aber da sind wir nicht eingebunden."Das Landesuntersuchungsamt in Koblenz hat nach Anfrage unser Zeitung bisher keinen Anstieg der HIV-Tests seit dem Fall um die Pop-Sängerin festgestellt. Das Amt untersucht pro Jahr etwa 11 000 Blutproben im Rahmen eines landesweiten Screenings. In Rheinland-Pfalz besteht seit vielen Jahren das Angebot der Gesundheitsämter. Diese Proben werden in Koblenz untersucht. Da das Angebot anonym sei, könne nichts über die Motive gesagt werden, sagte Achim Ginkel von der Pressestelle. Das Gesundheitsamt bietet einen kostenlosen anonymen HIV-Test an. Vor dem Test würden die Personen beraten, erklärte die stellvertretende Leiterin des Gesundheitsamtes. Die Ergebnisse kämen in einem geschlossenen Umschlag vom Labor zurück. "Die Personen können die Ergebnisse verschlossen mitnehmen oder mit uns reden."Auf jeden Fall empfiehlt das Amt bei einem positiven Ergebnis den Gang zum Arzt. Denn man könne HIV medikamentös behandeln. Je früher eine Infizierung diagnostiziert wird, desto schneller kann mit der Behandlung begonnen werden. sf