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„Kein Engpass wie in anderen Gemeinden“

„Kein Engpass wie in anderen Gemeinden“

Im Saarland werden händeringend Wohnungen für Flüchtlinge gesucht. In Zweibrücken ist die Situation nicht so brenzlig, erklärt das Rathaus auf Anfrage. Die aktuell 163 Flüchtlinge seien problemlos untergekommen, es gebe nach wie vor genügend leerstehende Wohnungen.

Die beiden Städte Zweibrücken und Homburg liegen dicht beieinander. Doch während in der saarländischen Nachbarstadt angesichts des Flüchtlingsansturms die Sorge groß ist, wie alle Asylsuchenden untergebracht werden können, ist nur wenige Kilometer weiter, in der Rosenstadt, die Lage eine ganz andere. "Wir haben in Zweibrücken keinen Engpass wie in anderen Gemeinden", erklärt Stadtsprecher Heinz Braun auf Anfrage unserer Zeitung. Aktuell seien in Zweibrücken 163 Flüchtlinge untergebracht. "Es gibt aber nach wie vor keine Schwierigkeiten, Wohnungen zur Verfügung zu stellen", so Braun. Die städtische Gesellschaft für Wohnen und Bauen, die Gewobau, verfüge über einen entsprechenden "Überschuss an leerstehenden Wohnungen ". In Homburg stellt sich das ganz anders dar. Der dortige Oberbürgermeister Rüdiger Schneidewind (SPD ) hatte in den vergangenen Tagen wiederholt darauf verwiesen, dass seine Mitarbeiter oft nicht wüssten, wie sie die Flüchtlinge für die nächsten Tage unterbringen sollten, die Stadt prüfe, ob sie Turnhallen in Homburg für die Aufnahme verwenden werde (wir berichteten).

Ferner betonte der saarländische Innenminister Klaus Bouillon (CDU ) dieser Tage, es würden dringende mehrere Hundert Wohnungen im gesamten Bundesland gesucht, weil die Aufnahme des Saarlandes in Lebach mit derzeit rund 1600 Menschen überbelegt sei.

Könnte es sein, dass der Bund nun die Nachbarstadt Zweibrücken aufgrund der dortigen Kapazitäten verpflichtet, Homburg unter die Arme zu greifen? "Nein, das ist nicht denkbar", so der Stadtsprecher. Die Verteilung der Flüchtlinge werde nach dem sogenannten "Königsberger Schlüssel" vorgenommen. Innerhalb der Bundesrepublik werden die Betroffenen auf einzelne Bundesländer verteilt, diese wiederum verteilen die Flüchtlinge auf die jeweiligen Kommunen. "Rheinland-Pfalz nimmt fünf Prozent der gesamten Flüchtlinge auf", erklärt Braun. Diese fünf Prozent würden auf die Kommunen unter Berücksichtigung von deren Steuereinnahmen verteilt. Es werde praktisch der Rückschluss gezogen: Hohe Steuereinnahmen gleich hohe Wirtschaftskraft gleich entsprechende Möglichkeit, Asylsuchende unterzubringen. Das lasse den Rückschluss zu: Würden sich die Steuereinnahmen im bundesweiten Vergleich verbessern, würde der Schlüssel dahingehend verändert werden, dass mehr Flüchtlinge aufzunehmen seien, so Braun.