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Katholisches Krankenhaus in Rodalben sucht neuen Träger

Wirtschaftliche Notlage : Übernimmt Zweibrücker Nardini-Klinikum das Rodalber Krankenhaus?

Für das katholische Elisabeth-Krankenhaus im südwestpfälzischen Rodalben wird ein neuer Träger gesucht. Die Marienhaus GmbH als Betreibergesellschaft der Klinik bestätigte am Donnerstag auf Nachfrage, dass entsprechende Verhandlungen mit den Krankenhäusern der Umgebung geführt werden sollen.

Laut Marienhaus GmbH soll unter anderem geprüft werden, ob das Städtische Krankenhaus Pirmasens, das Westpfalz-Klinikum in Kaiserslautern oder das katholische Nardini-Klinikum mit seinen Standorten in Zweibrücken und Landstuhl sich in Rodalben engagieren können.

Am Vormittag hatte Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler (SPD) im Gesundheitsausschuss des Mainzer Landtags erklärt, dass das Rodalber Krankenhaus nicht von einer geplanten Landesverordnung profitieren könne, die kleine Standorte im ländlichen Raum entlasten soll. Der Betrieb des Standorts sei zwar wichtig, da die 150 Betten gut ausgelastet seien und weiter benötigt würden. Allerdings erfülle Rodalben nicht die gesetzlichen Voraussetzungen dafür, als unverzichtbar eingestuft zu werden. Dafür sei die Entfernung zur nächstgelegenen Klinik in Pirmasens zu gering.

Die Situation der kleinen Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz war wegen der Debatte um eine mögliche Schließung des Diakonie-Krankenhauses in Kirn auf die Tagesordnung des Landtagsausschusses gesetzt worden. Bätzing-Lichtenthäler betonte dabei erneut, eine Aufgabe des Standortes Kirn komme nicht infrage, anderenfalls hätten über 8000 Einwohner der Region eine mehr als halbstündige Anfahrtszeit zur nächsten Notfall-Klinik: „Das Krankenhaus ist für die Versorgung der Region unverzichtbar.“ Wirtschaftliche Probleme des Trägers, der Kreuznacher Diakonie, änderten an dieser Feststellung nichts

Mit einer geplanten Landesverordnung will das Mainzer Gesundheitsministerium mehrere kleine Kliniken im ländlichen Raum finanziell entlasten. Nicht nur Kirn, sondern auch die Klinik in Simmern und fünf weitere kleine Kliniken könnten ab 2020 auf zusätzliche Zuweisungen der Kassen hoffen, sagte die Ministerin.Ein Bundesgesetz ermöglicht die Auszahlung sogenannter Sicherungszuschläge an kleine Häuser in dünn besiedelten Gegenden, die anderenfalls nicht wirtschaftlich zu betreiben wären. Bislang gilt dies nur in Gegenden mit einer Bevölkerungsdichte von weniger als 100 Einwohnern pro Quadratkilometer. Der Einzugsbereich des Kirner Krankenhauses und einige weitere Regionen liegen knapp über diesem Grenzwert, weshalb das Land ihn anheben will.

Die Stiftung Kreuznacher Diakonie, eines der größten Sozialunternehmen in Rheinland-Pfalz, hatte im Juli bekanntgegeben, dass sie 2018 Verluste in Höhe von über zehn Millionen Euro erwirtschaftet hatte und alle ihre sechs Krankenhausstandorte in Bad Kreuznach, Kirn, Simmern, Neunkirchen und Saarbrücken 2018 rote Zahlen geschrieben hätten. Neben unternehmerischen Fehlentscheidungen hätten maßgeblich die schlechten politischen Rahmenbedingungen dazu beigetragen. Auch andere kleine Krankenhäuser in Rheinland-Pfalz gerieten zuletzt in wirtschaftliche Notlagen. Das Nardini-Klinikum hatte vor drei Jahren bereits eine Station des geschlossenen Evangelischen Krankenhauses in Zweibrücken übernommen.