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Zelt-Krankenhaus: Katastrophen-Übung in Zweibrücken

Zelt-Krankenhaus : Katastrophen-Übung in Zweibrücken

THW und Rettungsdienste testen Zelt-Krankenhaus für 50 Notfall-Patienten pro Stunde.

Damit alle für den Fall der Fälle, den man sich nicht erhofft, gerüstet sind, muss regelmäßig geübt werden, um eventuelle Fehler oder Schwachpunkte rechtzeitig zu erkennen. Es geht dabei um eine Maßnahme, die möglicherweise, sollte sie notwendig werden, zur Rettung vieler Menschen im Katastrophenfall beitragen kann. „Zum Glück mussten wir das alles in dieser Art noch nicht einsetzten“ erläutert Julian Wilhelm vom Arbeiter Samariter Bund (ASB) Zweibrücken während der Übung auf dem Gelände des Technischen Hilfswerks (THW). Gemeint ist der sogenannte Absatzbehälter Rettung (AB Rettung), dessen Innenleben ein komplettes Lazarett zur Notfallbehandlung von 50 Personen pro Stunde aufweist. Sollte man nicht meinen, aber in rund 45 Minuten steht das komplette Zelt-Krankenhaus zur Versorgung eventueller Patienten bereit. Bis es soweit ist, so Wilhelm, muss bei einer Alarmauslösung der Container, eine Leihgabe des Landes an die Stadt, deponiert bei der Freiwilligen Feuerwehr, angefordert, mit einem Spezialfahrzeug vor Ort gebracht, vom THW aufgebaut und dann von den Rettungskräften betrieben werden. Das Ganze soll dann maximal in einer Zeitspanne von 90 Minuten erfolgen. Zum Betreiben des Lazaretts und zur Durchführung von Folgemaßnahmen ergänzen die Schnelleinsatzgruppen (SEG) die örtlichen Rettungskräfte. Mindestens 52 Personen sind laut Wilhelm dafür notwendig. Was beinhaltet der Rettungscontainer? Eigentlich alles, was auch in einem Krankenhaus für die Notfallversorgung notwendig ist – und kleines Krankenhaus selbst. Neben mehreren, mit Pressluft aufblasbaren Zelten, befinden sich darin Stromgeneratoren, Kühlschränke, Tragen, Liegen, Feldbetten, Beatmungsgeräte, Infusionsgeräte, Defibrilatoren, Medikamente, Verbandsmaterial, Decken, Handschuhe und anderes mehr. Ist das Ganze aufgebaut, wird das Lazarett mit mehreren Stationen und Ärzten betrieben. Am Eingang ein „Sichtungsteam“ zur Einteilung Schwer- oder Leichtverletzter, dann einzelne Unterbringungsmöglichkeiten, einschließlich Intensivplätzen, Entlassbereich und Bereich zum Weitertransport in ein Krankenhaus oder Spezialklinik. Das Zusammenspiel zwischen Feuerwehr, THW und Rettungsdiensten (ASB und DRK) funktioniere einwandfrei, so Wilhelm, der auch mit dem Verlauf der Übung sehr zufrieden war. Bleibt nur zu hoffen, dass es beim Übungsfall bleibt und der Rettungscontainer nie zum Einsatz kommen muss.