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Kaplan Kiran Dasari kehrt nach Indien zurück

Aus der Pfarrei Heilig Kreuz : Mit neuen Eindrücken in die alte Heimat

Nach elf Jahren im Bistum Speyer kehrt Kaplan Kiran Dasari zurück nach Indien.

(cvw) „Ich gehe schon mit ein bisschen gemischten Gefühlen“, gibt Kiran Dasari zu. Elf Jahre hat der Kaplan, der aus einem kleinen Dorf in Indien stammt, im Bistum Speyer verbracht. Zunächst war der 45-jährige in Queidersbach tätig, 2016 wechselte er in die Pfarrei St. Elisabeth nach Zweibrücken. Nun kehrt er auf eigenen Wunsch wieder in sein Heimatbistum Guntur im Südosten Indiens zurück.

„Von Anfang an wurde ich mit offenen Armen und großer Herzlichkeit aufgenommen“, beschreibt Kaplan seine Erfahrungen. Besonders der liebevolle Umgang miteinander, bis hin zu Umarmungen, habe ihm gut gefallen. Er berichtet: „Das kennt man bei uns in Indien nicht.“ Alle vom Pfarrteam unter Leitung von Pfarrer Wolfgang Emanuel über das Pfarrsekretariat bis zu den Gemeinden Hl. Kreuz sowie in Bubenhauen, Ixheim und Rimschweiler hätten ihn zu jeder Zeit auf vielfältige Weise unterstützt.

Da er in einer Privatwohnung in der Innenstadt und nicht im Pfarrheim wohnte, war Dasari stadtweit bekannt und beliebt. Er blickt dankbar zurück: „Ich habe niemals eine schlechte Erfahrung gemacht, im Gegenteil. Besonders gerne erinnert er sich an die Vielzahl intensiver seelsorgerischer wie zwischenmenschlicher Begegnungen.“ Sehr intensiv seien sie im Zusammenhang mit Taufen, Hochzeiten und Beerdigungen gewesen, doch vor allem die Gemeindefeste habe er sehr geschätzt. „So etwas gibt es in Indien gar nicht“, bedauert er und plant, „so etwas im Rahmen der Möglichkeiten dort einzuführen“.

Ende Juli/Anfang August, wenn der internationale Flugverkehr wieder frei gegeben ist, wird Kiran Dasari nach Indien fliegen und dort eine kleine Gemeinde mit 700 Gläubigen in fünf verschiedenen Dörfern übernehmen. „Die Menschen kennen mich, dort war ich als junger Geistlicher“, freut er sich auf vertraute Gesichter und geschätzte Persönlichkeiten. Jeden Sonntag werde es dort vier Gottedienste geben, die, wie in Deutschland, zwischen 60 und 90 Minuten dauern. Außerdem plant er für jede Woche eine Zusammenkunft in den einzelnen Dörfern. „Wir haben kein Pfarrhaus, wo sich alle Menschen vom Kind bis zum Senior treffen und dessen Tür immer offen steht, wie andere Gemeinden in Indien“, bedauert er. An viel Arbeit sei er noch von früher gewöhnt, als am Sonntag acht Gottesdienste gehalten wurden, von morgens um halb sechs bis um 20 Uhr, mit nur zwei Stunden Mittagspause während der Mittagshitze. Kiran Dasari lächelt: „Ich liebe meine Aufgabe.“

In Deutschland beeindruckt hat ihn auch das rege Engagement von den Frauengruppen bis hin zu den Seniorenkreisen, die Spielnachmittage, die Aktivitäten. Gerne würde er auch in diesem Bereich in Indien neue Impulse setzen, doch ganz behutsam, um die Menschen nicht mit vielen neuen Ideen zu überfordern.

Was der Inder an Deutschland auch schätzt, ist die vielfältige Natur, das Grün der Wälder, die Blumenvielfalt. Kiran Dasari lacht: „Ich war jeden Tag im Rosengarten.“ In zahlreichen Fotografien nimmt er die Naturschönheiten mit nach Indien. Bereits in seiner Queidersberger Zeit erfüllte ihm der dortige Pfarrer Kühn den Lebenstraum aller indischer Priester. „Ich habe alle christlichen Kultstätten bereist, war in Lourdes, in Rom, im Heiligen Land“, freut er sich.  Danach reiste er quer durch Deutschland, lernte Städte und Heilige Orte kennen. Doch die tiefe Verbundenheit gilt den Menschen, unter denen er zahlreiche Freunde fand und enge Bekanntschaften schloss. „Sie haben mich in ihr Herz geschlossen und ich sie“, sagt er strahlend.

Das gelte für Queidersbach und Zweibrücken ebenso, wie für seine Gemeinde in Indien. Sie will er, so, wie er es hier zu schätzen gelernt hat, in eine offen gelebte Ökumene und einen intensiven Austausch mit den zahlreichen Freikirchen führen. Außerdem warten bereits zahlreiche Freunde auf ihn, die ebenfalls von ihren Auslandsjahren in die Heimat zurück gekehrt sind.

Wohnen wird Kiran Dasari gemeinsam mit seiner Mutter und seiner Schwester. „Ich bin schon als Kind von meiner Familie getrennt worden, um in die Schule zu gehen“, freut er sich auf diese ganz neue Erfahrung und Möglichkeit. Apropos Möglichkeit: Wenn er jetzt „auf Wiedersehen!“ sagt, ist das wörtlich zu nehmen. Sogar der Termin steht schon fest. Rund um das Stadtfest 2021 wird Kiran Dasari drei Wochen Urlaubsvertretung für Pfarrer Wolfgang Emanuel machen.

Für Sonntag, 12. Juli, um 10.30 Uhr, lädt die Pfarrei St. Elisabeth zu seinem Abschiedsgottesdienst in Hl. Kreuz ein. Um Anmeldung wird auf Grund der durch die begrenzte Platzzahl gebeten. Am kommenden Samstag feiert er Abschied in den übrigen Gemeinden.