Kampf dem Krähen-Kot

571 Krähennester zählte der UBZ vergangenes Jahr in Zweibrücken – deutlich mehr als noch 2013. Auf die gesamte Region bezogen ist die Population aber kaum gestiegen. Für Ärger sorgen die Vögel dennoch.

Das Hinweisschild auf einer der Bänke in der Allee ist vor Kot kaum zu lesen. Foto: jam Foto: jam

Im seit Jahren andauernden Kampf gegen den Krähen-Kot in der Gestütsallee hat der Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken (UBZ) jetzt neue Maßnahmen ergriffen. Die dortigen Bänke sind seit einigen Wochen verhüllt. "Wir können nicht jeden Tag jemanden zum Reinigen der Bänke hinausschicken", sagt UBZ-Chef Werner Boßlet. Zumal der Vogelkot unheimlich schwer wegzubekommen sei. Auch greife der aggressive Kot die Bänke an, heißt es auf einem darauf platzierten Hinweisschild, das allerdings vor lauter Vogeldreck kaum noch zu lesen ist. Der Vorschlag, die Bänke während der Brutzeit abzudecken, sei von den Mitarbeitern gekommen, sagt Boßlet: "Das sind ja nur ein paar Wochen."

Etwa ab Anfang Juni bestünde das Problem nicht mehr, weil sich die Saatkrähen dann zum Fressen wieder mehr in den Feldern aufhalten und dort auch ihr Geschäft machen, sagt Heiko Wunderberg. Der Sachgebietsleiter für Friedhöfe und Naturschutz ist beim UBZ zuständig für das Thema Saatkrähen. Deren Zahl hat sich im Stadtgebiet deutlich erhöht: Statt 355 Horste im Jahre 2013 habe es im vergangenen Jahr 571 Krähennester auf Zweibrücker Gemarkung gegeben. Allerdings bedeute das nicht, dass es in der Region insgesamt mehr Krähen gebe. Die Tiere hatten dafür Kolonien in Dietrichingen und Contwig aufgegeben. "Insgesamt gibt es zehn Horste mehr in der Südwestpfalz", sagt Wunderberg und beruft sich dabei auf Zahlen des Nabu. In Zweibrücken nisten die Saatkrähen außer in der Gestütsallee und Umgebung auch oberhalb der Parkbrauerei, in Bubenhausen an der Autobahn sowie vereinzelt am Wattweilerberg, am Galgenberg, in der Dr.-Ehrensberger-Straße sowie am Lindenhof in Mittelbach. Aufgegeben hätten die Tiere ihre Kolonie an der Mörsbacher Mülldeponie. Drei bis fünf Eier legt ein Weibchen, sagt Wunderberg. Langfristig überleben etwa die Hälfte der Jungtiere, sodass der Bestand recht konstant bleibt.

Wunderbergs Chef Werner Boßlet ist sehr wohl bewusst, dass sich viele Zweibrücker von den Krähen und deren Kot genervt fühlen. Aber: "Die Vögel sind geschützt, das muss man akzeptieren." Ein Umsiedeln sei sehr schwierig, ergänzt Wunderberg: "Das ist aufwendig, kostspielig und wenig erfolgsversprechend." Es bestünde vielmehr die Gefahr, dass eine Kolonie sich aufspaltet und an neuen Stellen in der Stadt mehrere kleinere entstehen. Und so wird man die Bänke wohl auch in den kommenden Jahren während der 50- bis 60-tägigen Brutzeit abdecken müssen. Es sei denn, sagt Boßlet: "Wenn jemand eine bessere Idee hat. . ."