Kammerchor Zweibrücken : Wunderbar, erschütternd und besänftigend

So beschrieb Clara Schumann „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms. Am Sonntag wird es vom Kammerchor Zweibrücken und herausragenden Gästen in der Alexanderskirche dargebracht.

(cvw) Was lange währt: „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms (1833-1897), ursprünglich für 2020 geplant, erklingt am Sonntag, 2. Oktober, in der Alexanderskirche Zweibrücken. Gemeinsam mit dem Kammerchor Zweibrücken musizieren das Orchestre Symphonique Saar-Lorraine, die Sopranistin Christina Roterberg und der Bariton Fabian Hemmelmann. Die Gesamtleitung hat Kammerchorleiterin Dorothea Jakob. Konzertbeginn ist um 18 Uhr, Einlass ab 17 Uhr.

Pressesprecherin Daniela Striegel wünscht: „Die Musik sei all jenen Hoffnung und Trost, die unter der Pandemie gelitten haben und noch zu leiden haben, die sich fürchten vor täglich wechselnden schlimmen Nachrichten und verzagt sind im Angesicht immer neuer Katastrophen.“ Trost und Hoffnung – dieses Anliegen hatte auch Johannes Brahms. Keine ewige Verdammnis droht, die Schrecken des Jüngsten Gerichts werden nicht thematisiert. Der Mensch muss nicht von Geburt an Buße tun, sondern bedarf immer auch der Liebe und des Trostes „wie einen seine Mutter tröstet“. „Selig sind, die da leiden, denn sie sollen getröstet werden“, umspannt das gesamte Werk. Ein Zeichen der Hoffnung – auch und gerade in unseren anspruchsvollen Zeiten.

Dabei hat Johannes Brahms seinen Musikern und Zuhörern kein Requiem im konventionellen Sinne geschenkt. Bewusst und durchaus mutig entschied er sich gegen den traditionellen, lateinischen Text und wählte Bibelstellen aus der Lutherübersetzung, wobei die Textauswahl in Teilen auch musikalisch begründet ist: „Hin und wieder habe ich nun wohl manches genommen, weil ich Musiker bin, weil ich es brauchte.“

Die Entstehungsgeschichte des Werkes ist komplex und verteilt sich über mehrere Jahre und Orte, an denen Brahms während seines unsteten Lebens weilte. Die Uraufführung des siebensätzigen Werkes am 18. Februar 1869 im Leipziger Gewandhaus verhalf Brahms zum endgültigen Durchbruch als Komponist.

Die gefeierte Pianistin und Komponistin Clara Schumann, mit der Brahms eine innige Freundschaft verband, schrieb ihm zu seinem Werk: „Aber sagen muss ich dir noch, dass ich ganz und gar erfüllt bin von deinem Requiem, es ist ein ganz gewaltiges Stück, ergreift den ganzen Menschen in einer Weise wie wenig anderes. Der tiefe Ernst, vereint mit allem Zauber der Poesie, wirkt wunderbar, erschütternd und besänftigend.“

Daniela Striegel bestätigt: „Wir sind sehr glücklich, die Fassung für Kammerchor und Sinfonieorchester darbieten zu dürfen.“ Im Gegensatz zu vielen Oratorien des 19. Jahrhunderts stelle Brahms den Chor, die Gemeinschaft in den Mittelpunkt. Anders als in barocken Oratorien, singen Sopranistin und Bariton keine Arien, sondern vereinen sich mit dem Chor zum Ganzen.

Karten für das Konzert „Ein deutsches Requiem“ am Sonntag, 2. Oktober um 18 Uhr in der Alexanderskirche gibt es zu 18 Euro (ermäßigt 12 Euro) an der Abendkasse (freie Platzwahl). Über die Internetseite des Kammerchors können Karten vorbestellt und an der Kasse hinterlegt werden. www.kammerchor-zweibruecken.de