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Kolumne: Unsere Woche: (K)ein Kater an Neujahr

Kolumne: Unsere Woche : (K)ein Kater an Neujahr

Ich weiß ja nicht, wie es Ihnen geht, aber das neue Jahr hat sich in meinem Fall so träge aus dem Stall gequält, dass ich es noch auf der Koppel aus Mitleid notschlachten wollte.

Die guten Vorsätze waren jedenfalls schon am Neujahrsmorgen wie weggeblasen. Mehr Sport? Höchstens einarmiges Reißen im Bierkrug-Heben! Weniger Süßigkeiten? Schließt mir die Zuckerinfusion direkt an die Vene an! Meine Arbeit nicht immer bis Ultimo aufschieben? Klar doch, ich fang morgen damit an . . .

Dabei wird 2019 für Zweibrücken eigentlich ziemlich spannend. Wo geht die Reise der Rosenstadt mit dem neuen Oberbürgermeister Marold Wosnitza hin? Wie schlagen sich unsere Leichtathleten um Speerwurf-Europameisterin Christin Hussong bei der WM in Katar? Und verliert Zweibrücken im Zuge der angedachten Gebietsreform seinen Stadtstatus?

Wer dem neuen Jahr jetzt nicht zumindest einen milde interessierten Blick zuwirft, zieht Motivation vielleicht aus den vermeintlich kleineren Geschichten. Die von Irene Becker zum Beispiel. Die Zweibrückerin, die seit 2011 in Australien lebt, war in den vergangenen Tagen auf Heimatbesuch und warb an ihrer alten Schule, dem Helmholtz-Gymnasium, dafür, dass junge Erwachsene unbedingt reisen, viele Erfahrungen sammeln und über den Tellerrand schauen sollen. Sie hat ein Internetportal ins Leben gerufen, das den Aufenthalt junger Menschen bei Gastfamilien in Australien verbessert. Raus aus der Bequemlichkeit, forderte die quirlige 35-Jährige beim Besuch in der Merkur-Redaktion. Wenn die eigene Bequemlichkeit schon den Weg vom Bett zur Kaffeemaschine zu einem unüberwindbaren Hindernis macht, fühlt man sich bei so viel Esprit und Enthusiasmus gleich noch viel schlechter. Aber gleichzeitig auch ein klein wenig inspiriert. Ich glaub, ich geb 2019 doch noch eine Chance. Wo sind eigentlich meine Laufschuhe?