Jungzüchter im Pferdezuchtverband Rheinland-Pfalz-Saar Aus Liebe zum Pferd und der Zucht

Zweibrücken · Auf dem Heckenaschbacherhof bei Contwig fand ein Wettbewerb der Jungzüchter im Pferdezuchtverband Rheinland-Pfalz-Saar statt. Zuschauer waren nicht eingeladen, die Leistungen aber trotzdem gut.

 Die Jungzüchter sind bei Veranstaltungen wie den Zweibrücker Pferdetagen eine feste Größe im Helferteam.

Die Jungzüchter sind bei Veranstaltungen wie den Zweibrücker Pferdetagen eine feste Größe im Helferteam.

Foto: Jungzüchter Pferdezuchtverein Rheinland-Pfalz-Saar/Verein

„Wegen der Corona-Vorschriften hatten wir niemanden eingeladen. Aber es hat alles super geklappt. Auch die Leistungen waren absolut vergleichbar mit denen der Vorjahre“, berichtet Johannes Sefrin. Der mehrfache Landes-, Deutsche und Weltmeister der Jungzüchter aus Contwig hat 2020 das Ehrenamt als Bertreuer der Jungzüchter Rheinland-Pfalz-Saar auf Landesebene übernommen und mit dem Landesvergleich auf dem Heckenaschbacherhof seine erste Veranstaltung organisiert.

Der 27-jährige Forstwissenschaftler, der gerade ein zweites Studium zum Diplomverwaltungswirt bei der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft absolviert, ist seit fast 20 Jahren mit Leib und Seele Jungzüchter. Obwohl die Corona-Zeit mit ihren Kontaktverboten einige personelle Verluste gebracht habe, seien die Starterfelder zwar hauptsächlich regional, doch dafür mit gleich sechs Wettbewerbs-Neulingen besetzt gewesen, die sich zudem „gut geschlagen“ hätten.

Am besten Carla Danner. Die zwölfjährige Mittelbacherin siegte in der Gruppe II der 9- bis 13-Jährigen mit der insgesamt zweithöchsten Punktzahl des Tages. Gruppe drei der 14- bis 18-Jährigen gewann die seit etlichen Jahren durchgängig hoch erfolgreiche Zweibrückerin Lara Lauer, die erstmals in dieser Altersklasse antrat. Den Sieg in Klasse II der 19- bis 25-Jährigen eroberte einmal mehr die 20-jährige Wörschweilerin Michelle Guth, die allein drei der vier Teildisziplinen Theorie, Vormustern, Freispringen und Pferdebeurteilung für sich entscheiden konnte.

Damit blieb dreimal Gold beim Pferdezuchtverein Zweibrücken und Umgebung. Das Team vom Heckenaschbacherhof, das selbst züchtet und zudem über alle Möglichkeiten wie Prüfungspferde und eine große Reithalle verfügt, habe die Veranstaltung bestens unterstützt. Und vor allem flexibel, da man im Frühsommer ja nie sicher gewusst habe, ob die Veranstaltung wirklich stattfinden kann. Die Unsicherheit sowie Corona-Auflagen hätten möglicherweise Teilnehmer etwa aus dem Westerwald abgehalten.

Jüngste Starterin war Mia Pannen (Jahrgang 2010), älteste Svenja Voigt (Jahrgang 1996). Wenngleich die Nachwuchsarbeit in Zweibrücken großgeschrieben wird, selbst während der Kontaktverbote mit Ausbilderin Martina Lauer online oder in jeweils erlaubten Kleingruppen gemeinsam gelernt und gebüffelt wurde, sei in diesem Bereich noch viel Luft nach oben.

Über die Vorteile der Jungzüchter befragt, gerät der sonst eher nüchtern wirkende Johannes Sefrin ins Schwärmen. Voraussetzungen seien einzig Liebe zum und Interesse am Pferd und einer freundschaftlichen Gemeinschaft Gleichgesinnter. „Das andere lernen sie alles bei uns“, erklärt er. Sämtliches Fach- und Hintergrundwissen über das Pferd, Zuchtlinien und Selektionsmöglichkeiten für Züchter, Umgang, Sport und Haltung, fachgerecht führen und vorstellen, Pferdebeurteilung im Stand, im Schritt, unter dem Sattel, im Freispringen, Peitschenführung bei der Präsentation und vieles mehr.

Er selbst finanziere sich als gefragter Vorführer auf Pferdeschauen dank guter Kontakte im regionalen und deutschen Raum und sogar international sein Studium damit.

Freundschaften, die über dieses große Netzwerk unter anderem über Wettkämpfe entstanden seien, reichten bis Florida in der USA oder auch Brasilien. Johannes Sefrin sagt: „Wir Jungzüchter sind wie eine große Familie.“ Man begegne sich auf jeder Pferdeveranstaltung in Deutschland und habe die Möglichkeit, internationale Top-Gestüte zu besuchen und dort hinter die Kulissen zu schauen, die jedem anderen versagt blieben.

Zu seinen schönsten Erlebnissen gehören im Rahmen der WM die Führung durch das Renngestüt bei einem arabischen Scheich in Irland. Für mögliche Pferdeberufe bilden die Jungzüchter ein großes Netzwerk bundesweit, denn Ausbildungsställe griffen gerne auf die bereits gründlich vorgebildeten und erfahrenen Kandidaten zurück.

Ergebnisse: AK IV: 1. Michelle Guth (330,5 Punkte), 2. Emelie Menzenbach (317), 3. Svenja Voigt (308,5), 4. Janina Ohrem (287,5); AK III: 1. Lara Lauer (297,5), 2. Marit Müller (294,5), 3. Leonie Langer (281,5), AK II 1. Carla Danner (319,5), 2. Clara Bleicher (310), 3. Mia Pannen (309,5), 4. Niklas Karen (287,5).

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort