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John Deere: Logistikzentrum-Neubau in Zweibrücken eröffnet

Außerdem Produktionsrekord : 30 Millionen Euro investiert: John Deere eröffnet in Zweibrücken deutsches Logistikzentrum (mit Bildergalerie)

Nach rekordverdächtig kurzer Planungs- und Bauzeit hat der Landmaschinenhersteller in Zweibrücken seine Lager zentralisiert. Bei der Neubau-Feier gab aber auch ein Produktions-­Rekord Grund zur Freude.

Der Landmaschinenhersteller John Deere hat sein 22 000 Quadratmeter großes Logistikzentrum in Zweibrücken am Mittwochabend feierlich eröffnet. Der 30 Millionen Euro teure Neubau auf dem Werksgelände ersetzt das bisherige deutsche Deere-Hauptlager in Hockenheim und mehrere kleinere Lagerflächen, von denen es in Zweibrücken bislang nur 8500 Quadratmeter gab.

Plus 125 Arbeitsplätze

Zu den über 1000 Arbeitsplätzen bei John Deere in Zweibrücken kommen damit gut 125 im neuen Logistikzentrum hinzu, das vom Dienstleister Neovia betrieben wird. Dies seien sogar ein paar mehr als geplant und ein paar Leute suche Neovia noch, sagte der deutsche John-Deere-Sprecher Ralf Lenge unserer Zeitung. Die meisten Arbeitsplätze seien neu, denn aus Hockenheim wechselten aufgrund der 140 Kilometer Entfernung nur wenige Mitarbeiter. Der erfreuliche Grund, warum man etwas mehr Leute braucht: Im (Ende Oktober endenden) laufenden Geschäftsjahr habe John Deere so viel produziert wie noch nie zuvor in den vergangenen 30 Jahren. Und auch für das Geschäftsjahr 2023 sei die Auftragslage gut, so Lenge.

John Deere: Logistikzentrum auch ökologischer

Der Neubau sei „eine der größten Maßnahmen, die im Zweibrücker John-Deere-Werk je getätigt wurden“, erklärte Werkleiterin Cornelia Walde. Sie hob auch die rekordverdächtig kurze Bauzeit hervor: „Vor zwei Jahren haben wir nicht mal darüber gesprochen“, und pünktlich zum Ende der Werksferien konnte das neue Logistikzentrum Mitte September in Betrieb gehen. Seit August war es bereits aus den bisherigen Standorten befüllt worden. Mit dem neuen Zentrallager in Zweibrücken könne John Deere nicht nur effizienter arbeiten, sondern auch „grüner“: Durch die massive Reduzierung des Shuttleverkehrs werden jährlich 950 Tonnen CO2 weniger ausgestoßen.

Der John-Deere-Vorstandsvorsitzende John May sagte, der Zweibrücker Neubau passe „perfekt in unsere Strategie, produktiv, effizient und umweltfreundlich zu sein“ – und verwies darauf, dass bis Ende November ein Großteil des Daches Photovoltaik-Anlagen erhält. Mehrere Teilnehmer und Redner der Eröffnungsfeier verwiesen darauf, dass die Anreise des Deere-Chefs aus den USA, der weltweit für 75 000 Beschäftigte in über 30 Ländern verantwortlich ist, ein starkes Zeichen für die Bedeutung des Standorts Zweibrücken sei.

DNA-Analyse von Eidechsen

Werkleiterin Walde lobte nicht nur Projektleiter Patrick Haffner für kurze Bauzeit, sondern auch das Land und insbesondere die Stadtverwaltung, die geholfen hätten, „viele Hindernisse aus dem Weg zu räumen“. Oberbürgermeister Marold Wosnitza (SPD) sagte: „Ich bin stolz auf unsere Verwaltung, das in so kurzer Zeit auf den Weg zu bringen.“ Wosnitza nannte zwei besondere Herausforderungen im Bebauungsplanverfahren: „Über Westwall-Bunker zu bauen, ist schon großes Kino. Und meines Wissens war es zum ersten Mal, dass wir DNA-Analysen von Eidechsen gemacht haben, um zu sehen, ob es eine geschützte Art ist.“ War es, wie Projektleiter Haffner auf Nachfrage unserer Zeitung sagte: „Es war eine ostfranzösische Eidechse. Wir haben sie in ein neues Habitat gleich hinten am Gelände hier umgesiedelt.“ Aber nicht nur die Verwaltung, auch die Bürger stünden hinter dem Projekt, betonte Wosnitza: „Das ist eine Riesen-Halle, machen wir uns nichts vor.“ Trotzdem sei dies „von vier Großprojekten, die wir in Zweibrücken am Laufen haben, das einzige ohne irgendwelche“ Bürger-Proteste. Diese hänge sicher auch damit zusammen, dass fast jeder Zweibrücker jemand persönlich kenne, der bei dem seit Jahrzehnten angesehenen Unternehmen arbeite oder gearbeitet habe. Bei ihm sei es der Schwiegervater.

Der rheinland-pfälzische Wirtschaftsministerium-Staatssekretär Andy Becht (FDP) kommt zwar aus Landau – verriet aber in seiner Rede auch einen John-Deere-Bezug: „Mein Vater hat in den siebziger Jahren als Medizin-Student in Homburg hier gearbeitet. Mein Lieblings-Spielzeug war lange eine Spritzguss-Landmaschine von John Deere.“ Becht dankte John Deere „im Namen der ganzen Landesregierung“ für die hohe Investition in die Zukunft des Standorts Zweibrücken.

 Die Neubau-Front an der Homburger Straße.
Die Neubau-Front an der Homburger Straße. Foto: Lutz Fröhlich

Neovia-Chef Christopher Synek bezeichnete den Neubau als „großen Sprung vorwärts“, anspielend auf das John-Deere-Motto auf dem großen Landmaschinen-Poster hinter ihm: „We run so life can leap forward.“