Hartz IV in Zweibrücken : Chance für Langzeitarbeitslose

Das Teilhabe-Chancengesetz ist für die Geschäftsführerin des Zweibrücker Jobcenters, Birgit Heintz, eine Erfolgsgeschichte.

Seit Januar ist das Teilhabe-Chancengesetz in Kraft. Nach einem dreiviertel Jahr wertet die Geschäftsführerin des Zweibrücker Jobcenters, Birgit Heintz, das Gesetz als eine „Erfolgsgeschichte“. Mit 15 Personen hat das Jobcenter geplant. Gestartet sei man mit 30, sagt Heintz. Es gebe nur wenige Abbrecher, sagt Heintz. „Die überwiegende Mehrheit nutzt bisher die Chance.“ Das Instrument sei nicht nur ein Erfolg für das Jobcenter, sondern auch für die Menschen, „die nach langjähriger Arbeitslosigkeit was erreicht haben“.

Bei dem Teilhabegesetz übernimmt das Jobcenter 100 Prozent der Lohnkosten. Drei Mitarbeiter des Jobcenters betreuen die Personen während der fünfjährigen Vertragszeit. „Das Coaching ist uns sehr wichtig“, erklärt Heintz. Denn bei Problemen nach dem Arbeitseintritt könne das Jobcenter so helfen. Neben Institutionen beteiligten sich auch private Unternehmen an dem Projekt. Die Spedition Gillner habe als erstes Unternehmen eine Arbeitsstelle angeboten.

Seit zwei Jahren leitet Heintz das Jobcenter. Schon von 2007 bis 2012 war die Zweibrückerin als Fallmanagerin beim Jobcenter bevor sie für fünf Jahre Leiterin des städtischen Sozialamtes war. 43 Personen arbeiten im Jobcenter. „Wir haben deutlich mehr Frauen als Männer“, sagt Heintz. Neben der Geschäftsführein seien auch die drei Teamleiterinnen Frauen. Die 37 Mitarbeiterinnen und sechs Mitarbeiter betreuen derzeit 1647 „erwerbsfähige Leistungsempfänger“, wie es im verwaltungsdeutsch heißt, in 1250 Bedarfsgemeinschaften.

Im Jahr 2018 hätten auch die Langzeitarbeitslosen in Zweibrücken von der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt profitiert, berichtet Heintz. „Wir konnten 460 Menschen in Arbeit bringen.“ Dabei seien auch ältere Arbeitslose über 50 Jahre vermittelt worden. Seit März seien die Helferstellen zurückgefahren worden. Leiharbeitsfirmen hätten weniger Personen vermittelt. Aber die „gute Phase“ sei für die Menschen wichtig gewesen. Die hätten wieder Hoffnung geschöpft.

Hoffnung schöpfen, Chancen aufzeigen ist auch das Stichwort für die wieder aufgenommene Möglichkeit des so genannten Ein-Euro-Jobs. Wenngleich die Kriterien zusätzlich, gemeinnützig und wettbewerbsneutral es schwierig machen. Mit dem Umwelt- und Servicebetrieb habe das Jobcenter einen Partner in dem Bereich. Acht Menschen sind derzeit beim UBZ tätig. Bei diesen Jobs lernten die Menschen auch wieder einen geregelten Tagesablauf.

Das Jobcenter verfügt über einen Etat von 4,3 Millionen Euro. Damit würden unter anderem der Lebensunterhalt sichergestellt und Maßnahmen wie das „Bedarfsgemeinschafts-Coaching“ finanziert. Denn neben dem Problem der Arbeitslosigkeit hätten die Menschen auch andere wie Schulden oder Suchprobleme. Heintz: „Wir bieten jeden die notwendige Unterstützung an.“ Die überwiegende Zahl nehme die Hilfe an. „Es gibt aber auch Leute, die das ausnutzen wollen.“ Das sei unabhängig von der Herkunft.

Die Geschäftsführerin verschweigt auch nicht, dass das Jobcenter nach Anschreiben und Anhörungen Sanktionen verhängt. „Wir arbeiten nicht in einem rechtsfreien Raum.“ 76 wurden zuletzt die Leistungen gekürzt.