Jobcenter geht die Arbeit nicht aus

Zweibrücken. Wer heutzutage eine Arbeit hat, kann ganz schön arm dran sein. Das betonte Edith Schaeffer-Klopf, Geschäftsführerin des Jobcenters Zweibrücken, gestern Abend im Sozialausschuss der Stadt. Schaeffer-Klopf blickte im Sitzungsaal des Rathauses auf das vergangene Jahr zurück. "2134 Personen waren 2010 erwerbsfähige Hilfebedürftigte", erklärte Schaeffer-Klopf

Zweibrücken. Wer heutzutage eine Arbeit hat, kann ganz schön arm dran sein. Das betonte Edith Schaeffer-Klopf, Geschäftsführerin des Jobcenters Zweibrücken, gestern Abend im Sozialausschuss der Stadt. Schaeffer-Klopf blickte im Sitzungsaal des Rathauses auf das vergangene Jahr zurück. "2134 Personen waren 2010 erwerbsfähige Hilfebedürftigte", erklärte Schaeffer-Klopf. Im Klartext bedeute dies, dass 2134 Personen zwar einem Broterwerb nachgingen. Dieser reichte aber bei weitem nicht aus, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Schaeffer-Klopf wollte diese Zahl nicht kommentieren, sie merkte nur an: "Die Arbeitslosigkeit geht zwar zurück, aber es wird weiterhin etliche Leute geben, die als sogenannte ,Aufstocker' Hilfe vom Staat brauchen."Kurt Zahler (SPD) brandmarkte es als "Skandal", dass Unternehmen so schlecht bezahlten, dass der Staat aushelfen müsse. Das gefährdet den sozialen Frieden", warnte Zahler.

Schaeffer-Klopf erklärte mit Blick auf ihre Statistiken, dass im vergangenen Jahr insgesamt 1014 Arbeitslose beim Jobcenter als Hartz-IV-Empfänger im Bestand waren. "Das hört sich im ersten Moment vielleicht nicht so viel an, 1014 Personen im Jahr. Aber dazu kommen noch 2600 Kunden, die einen Antrag stellten. Und 2800 Kunden meldeten sich ab", so die Geschäftsführerin.

Wenn man die Schreibarbeit, die all diese Personen verursachten, bedenke, sei klar, dass dem Jobcenter die Arbeit so schnell nicht ausgehe. In der "Clearing-Stelle", in der abgeklopft werde, ob ein Bürger einen realistischen Anspruch auf Hartz IV habe, seien 1180 Personen vorstellig geworden.

Schaeffer-Klopf stellte in ihrem Ausblick auf 2011 nochmals kurz die Pläne für eine Schiedsstelle vor (wir berichteten). Diese soll - unabhängig von der Leistungsabteilung, also möglichst neutral - in Fällen, in denen ein Rechtsstreit droht, eine Lösung suchen. Dezernent Rolf Franzen (CDU) sagte, dass für diese Schiedsstelle aber keine neuen Kräfte eingestellt würden. eck

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