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Jetzt doch „Terror“ in Zweibrücken

Jetzt doch „Terror“ in Zweibrücken

Nach den Terroranschlägen in Paris stellte der Zweibrücker Kulturausschuss im November die Aufführung des Theaterstücks Terror auf unbestimmte Zeit zurück. Gestern Abend votierte das Gremium, dass das Stück doch aufgeführt wird.

Die Schauspieler Franziska Machens (Staatsanwältin Nelson) und Timo Weisschnur (Lars Koch, Pilot eines Kampfjets der Bundeswehr) bei einer Probe für das Stück „Terror“. Foto: Jörg Carstensen/dpa Foto: Jörg Carstensen/dpa

Das Theaterstück "Terror" von Ferdinand von Schirach soll jetzt doch in Zweibrücken aufgeführt werden. Der Zweibrücker Kulturausschuss stimmte dem Vorschlag der Verwaltung zu. Im November hatte der Beigeordnete Henno Pirmann (SPD ) vorgeschlagen, das Stück "zurückzustellen". Kulturamtsleiter Thilo Huble wollte "ein brandaktuelles Thema nicht noch befeuern" (wir berichteten). In der Woche vor der Sitzung waren die Anschläge in Paris und es gab weitere Terrordrohungen .

"Die Situation heute ist eine andere", sagte Ingrid Kaiser (FDP ). Damals sei alles "ganz frisch und emotional" gewesen. Doch mit Blick auf den "alltäglichen Terror in der Welt" müsse man das Thema behandeln. Auch Norbert Pohlmann (Grüne) sprach sich dafür aus, sich mit dem Thema auseinandersetzen. "Können wir das Stück noch in der Spielzeit 2016/17 aufnehmen?" "Wir versuchen es", sagte Huble. Und es soll auch eine Zusatzveranstaltung sein, betonte Henno Pirmann. Keine der anderen geplanten Veranstaltungen werde gestrichen, wenn es gelingt, die Aufführung nach Zweibrücken zu holen.

"Ich habe mich schon im November schwer getan, das Stück zurückzustellen", sagte Christina Rauch (CDU ). "Wir sollten uns nicht von Terroristen vorschreiben lassen, was wir sehen dürfen." Und Wolfgang Ohler (SPD ) betonte: "Kultur muss Freiraum nutzen." Das sei ein wichtiges Thema, deshalb solle das Stück gezeigt werden, meinte auch Maria Goos-Hoefer (Fraktion Parteilose Bürger).

Das Schauspiel des renommierten Schriftstellers und Strafverteidigers Ferdinand von Schirach behandelt anhand einer fiktiven Gerichtsverhandlung die Frage, wie ein Staat auf einen Terroranschlag reagieren kann - konkret: Ob ein Passagierflugzeug abgeschossen werden darf, um einen Anschlag auf ein volles Fußballstadion zu verhindern. Am Ende des Stücks dürfen die Zuschauer über die Schuldfrage abstimmen.

Bereits im November hat der Kulturausschuss dem Programm der Theater- und Konzertspielzeit 2016/17 zugestimmt. Gestern Abend wurden notwendige Terminkorrekturen beschlossen. Das Programm sieht unter anderem die Musicals "Evita" oder "Les Miserables" vor. Im Bereich Boulevardtheater wird "RubbeldieKatz" aufgeführt, und der Komödienstadel gastiert am 9. November in Zweibrücken . In der Reihe Kleinkunst im Wintergarten wird die Originalproduktion aus dem Admiralspalast Berlin des Stücks "Caveman" unter der Regie von Esther Schweins angeboten. Das Kabarett-Theater Distel und Aydin Isik zeigen politisches Kabarett.

Beim Kindertheater werden das Märchen "Rotkäppchen" und "Fünf Freunde erforschen die Schatzinsel" nach Enid Blyton aufgeführt. Für die Auswahl erntete das Kulturamt Lob von Ingrid Kaiser. Zum Programm gehören noch die Konzerte wie das Neujahrskonzert der Deutschen Staatsphilharmonie, ein Kaffee-Konzert, die Konzerte der Mozartgesellschaft sowie die Konzerte im Rahmen des Festivals Euroclassic.