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Investor schweigt zu Zukunft der Hallplatz-Galerie, Capito zieht aus

Hallplatz-Galerie : Die Hängepartie geht weiter

In der Hallplatz-Galerie wartet man weiter auf Ideen des neuen Eigentümers, wie es weiter gehen soll.

Wer auf Impulse für die Hallplatz-Galerie wartet, muss traditionell viel Geduld mitbringen. In den vergangenen Jahren wurde dort eher verwaltet als gestaltet, die Veränderungen waren entweder Verschlechterungen – mittlerweile steht die erste Etage komplett leer – oder nur kleine Farbtupfer wie das nur sporadisch belebte „Visionarium“ der Hochschule im hinteren Teil.

In die Kategorie Verschlechterungen für den Standort zählt sicher der Auszug des zur Kimmle-Stiftung gehörenden Capito-Shops für Bürobedarf. Der wird bis spätestens Mitte September vollzogen sein, sagt Marco Dobrani, Stiftungsvorstand der Kimmle-Stiftung. Der Shop wird allerdings nicht geschlossen, sondern zieht ans andere Ende des Hallplatzes in die ehemalige Goldschmiede. „Hintergrund ist, dass der Mietvertrag in der Galerie ausgelaufen ist und wir einfach mehr Fläche gebraucht haben“, erklärt Dobrani. „Wir haben nicht gekündigt, weil wir unzufrieden wären mit der Hallplatz-Galerie.“ Statt 118 Quadratmetern Verkaufsfläche habe man aber nun am neuen Ort 145 Quadratmeter plus 60 Quadratmeter Lager- und Sozialraum-Fläche zur Verfügung. „Wir versprechen uns auch, dass der Markt durch die größeren Schaufenster noch einmal attraktiver wird für die Kunden“, sagt Dobrani. Die Situation insbesondere für die teils körperbehinderten Mitarbeiter werde sich durch den Umzug ebenfalls verbessern, betont der Stiftungs-Vorstand. Im Gebäude befinde sich der Integrationsdienst der Kimmle-Stiftung, zu dessen per Aufzug erreichbaren Räumen eine behindertengerechte WC-Anlage gehöre. Damit entfalle die Notwendigkeit, die nur bedingt geeigneten Örtlichkeiten im Hallplatz-Parkhaus zu nutzen.

Stiftungsleiter Marco Dobrani. Foto: Nadine Lang

So schön das für den Capito-Markt ist, für die Hallplatz-Galerie ist es ein weiterer Schlag. Denn einen Nachmieter für die Räumlichkeiten gibt es soweit Dobrani weiß bisher nicht.

Darum kümmern müsste sich eigentlich der nach Luxemburger Recht aufgelegte „Mercureim EF One SICAV Fiar Fonds“, seit 1. Februar offiziell neuer Eigentümer der Galerie. Dessen Gründungsgesellschafter Bernd von Manteuffel hatte Ende vergangenen Jahres blumig verkündet: „Wir gehören zu den Spezialisten, wenn es darum geht, aus schlecht positionierten oder vernachlässigten Immobilien wieder eine Perle zu machen. Im vorliegenden Fall haben wir es genau mit einer solchen Immobilie im Dornröschenschlaf zu tun, wie wir sie sehr oft in mittelgroßen Städten entdecken. Das werden wir jetzt ändern, genau wie bei unseren zahlreichen Revitalisierungen der letzten Jahre.“

Viel mehr als Ankündigungen hat man davon bisher nicht gesehen in Zweibrücken. „Das braucht noch ein bisschen“, sagt ein Sprecher der beauftragten PR-Agentur auf Merkur-Anfrage. Immerhin, sagt Dobrani, hat es Anfang des Jahres ein erstes Kennenlern-Gespräch mit Mercureim gegeben. Er erinnere sich an einen „netten, interessierten Eindruck, mehr aber auch nicht“. Die neuen Eigentümer hätten deutlich gemacht, dass sie weiter Interesse an einem Lebensmittelmarkt in der Galerie haben.

Den hat weiterhin auch die Kimmle-Stiftung, betont Dobrani. Aber damit das länger als mittelfristig funktioniert – der aktuelle Mietvertrag läuft bis Oktober 2023 –, „muss spürbar was mit der Galerie passieren“. Heißt: Sie muss deutlich attraktiver werden, um mehr potenzielle Kunden anzulocken. Bis zur Corona-Krise war die Entwicklung eher gegenläufig. Nicht zuletzt durch den Netto-Markt am ZOB hatte der Cap-Markt einen Einbruch von 15 Prozent zu verkraften, der mit Einsparungen beim Personal notdürftig aufgefangen wurde.

Einen positiven Effekt hatte in diesem Zusammenhang die Zeit der Corona-Einschränkungen von März bis Mai. „Wir hätten diesen Vorteil lieber nicht gehabt“, betont Dobrani, aber ungelegen kam er trotzdem nicht: Zu Beginn sorgten die Hamsterkäufer für mehr Umsatz, in der Krise wurde mehr daheim gekocht und gebacken, außerdem gewann der Lieferdienst in Zusammenarbeit mit dem DRK deutlich an Fahrt. „Das ist natürlich kein nachhaltiger Effekt“, betont Dobrani, „wir merken schon, dass wir uns wieder auf dem Niveau von vorher bewegen.“ Das gilt allerdings nicht für den Lieferdienst. Der läuft weiter besser als zuvor. Und das ist auch gut so, denn „ohne den Heimservice könnten wir jetzt schon nicht mehr überleben“. Es ist also weiter Geduld gefragt. Bis dahin heißt die Parole „mittelfristig denken auf Vertragserfüllung“. Weiter als zwei Jahre in die Zukunft plant also derzeit noch niemand mit dem Cap-Markt.