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Investitionssicherheit für Stadtwurst fehlt

Investitionssicherheit für Stadtwurst fehlt

Vor sechs Monaten hat die Stadt erstmals erklärt, einen neuen Standort für die Stadtwurstbude zu suchen. Heute ist man bei der Standort-Suche noch keinen Schritt weiter. Die Werbegemeinschaft drängt auf eine Entscheidung – denn sie wolle die Wurstbude an die neue Attraktivität der Zweibrücker Innenstadt anpassen. Dafür brauche sie aber Investitionssicherheit.

Wohin mit der Zweibrücker Stadtwurst? Diese Frage entwickelt sich zur unendlichen Geschichte. Denn bereits seit einem halben Jahr erklärt die Stadtverwaltung, nach einem neuen Standort für die Wurstbude zu suchen - und ein Ende der Suche ist immer noch nicht in Sicht.

Droht deshalb das Ende der Zweibrücker Kult-Wurst, die schon mehrfach für Schlagzeilen gesorgt hatte? Nein, beruhigt Oberbürgermeister Kurt Pirmann auf Merkur-Anfrage: "Es gibt keine Eile. Denn dort, wo die Stadtwurst-Bude zurzeit steht, kann sie bleiben, bis eine Entscheidung getroffen ist."

Mario Facco, Vorsitzender der Zweibrücker Werbegemeinschaft, die die Stadtwurst vor sechs Jahren erfunden hatte, sieht das weniger gelassen. Er frage sich mittlerweile, "ob die Stadtwurst überhaupt noch gewollt ist". Facco erinnert (wir berichteten): "Wir haben ein neues Konzept, neue Ideen für die Stadtwurst. Es geht ja nicht darum, dass die Stadtwurstbude einfach da steht - wir wollen sie an die neue Attraktivität anpassen, die die Stadt durch die Sanierung von Fußgängerzone und Alexanderplatz bekommen hat!" Es sei ja kein Geheimnis, dass die Stadtwurstbude von außen bislang nicht sehr attraktiv sei, sagt Facco - hier plane die Werbegemeinschaft Investitionen. "Wir können aber nicht investieren, wenn nicht wissen, ob die Stadtwurst überhaupt eine Zukunft hat." Schon heute lege Stadtwurst-Lieferant Dieter Ernst (Edeka) für die Stadtwurst drauf, damit die Stadt Zweibrücken von diesem "Alleinstellungsmerkmal" profitiere, erinnert Facco. Um so erstaunlicher sei es, wie lange die Werbegemeinschaft in der Standortfrage nun schon hingehalten werde. Facco warnt: "Es wäre ein Schlag ins Gesicht des Einzelhandels, so einen Erfolg zu beseitigen."

Oberbürgermeister Kurt Pirmann (SPD) und Stadtsprecher Heinz Braun verweisen auf Merkur-Anfrage darauf, dass die Stadtverwaltung sich zuletzt um wichtigere Dinge zu kümmern hatte, von den erwähnten Sanierungen über die Stadtholding bis zum Haushalt. Der Stadtvorstand habe sich mit der Stadtwurst-Standortfrage deshalb noch nicht beschäftigen können. Klar sei aber, so Braun: Die Neugestaltung des Alexanderplatzes mit Bäumen und Spielgeräten lasse keinen Platz mehr für die Stadtwurstbude, die dort jahrelang stand. Seit Beginn der Sanierungsarbeiten auf dem Alexanderplatz im vergangenen September steht sie nun direkt vor dem Denkmal zur Erinnerung an die Kriegszerstörung Zweibrücken am Übergang vom Alexanderplatz zum Schlossplatz. Ein Provisorium, wie die Stadtverwaltung immer betont hatte.

Ganz wichtig ist Facco, dass die Stadtwurst in der City bleibt. Ihn beunruhigen Gerüchte, die Stadt wolle vorschlagen, die Wurstbude am Hilgardcenter aufzustellen: "Es wäre die total falsche Entscheidung, die Stadtwurstbude außerhalb der Innenstadt abzuschieben. Die Stadtwurst gehört auch in die Stadtmitte!" Zumal die Stadtwurst im Hilgardcenter bereits erhältlich ist: in der Edeka-Metzgerei.

Stadtsprecher Braun antwortet auf die Frage, ob die Stadtspitze die Stadtwurst überhaupt noch in der City haben wolle: "Die Stadt hat sich noch nicht generell positioniert." Man müsse "sehen, wie sich das entwickelt und wie die neue Bude aussieht". "Der Stadtvorstand weiß, dass wir ein neues Konzept haben", sagt Facco, "wir warten auf ein Gespräch, um es vorstellen zu können".