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Diskussion über geplantes Mega-Möbelhaus: Intensive Debatte über Einzelhandel

Diskussion über geplantes Mega-Möbelhaus : Intensive Debatte über Einzelhandel

Etliche Merkur-Leser kritisieren Sortiment in Innenstadt. Neues Möbelhaus stößt nicht nur auf Zustimmung.

„Händler positionieren sich gegen Möbel-Riesen“ – dieser Bericht Merkur-Bericht vom Donnerstag hat in der Facebook-Gruppe unserer Zeitung eine intensive Leser-Debatte ausgelöst. Zur Erinnerung: Der Geschäftsleute-Verein „Gemeinsamhandel Zweibrücken“ hat große Bedenken gegen die Ansiedlung eines Möbelhauses auf der Truppacher Höhe, auch weil Randsortimente von Möbelhäusern Innenstädte schädigten. Dagegen sehen sich die Händler und Citymanagerin Petra Stricker auf einem guten Weg, mit Aktionen (wie dieses Wochenende das Oldtimer-Treffen) die Innenstadt zu beleben.

„Das sind alles schöne Events. Macht die City aber zum Einkaufen nicht schöner.Es fehlen leider attraktive Geschäfte. Die City liegt seit Jahrzehnten im Koma“, eröffnet Michael T. Neumann die Diskussion auf Facebook. Susanne Dollinger und Stefan Witt kritisieren, in der Vergangenheit seien Geschäftsansiedlungen in Zweibrücken außerhalb der City abgelehnt worden.

Martina Lang kauft mittlerweile ohnehin lieber außerhalb: „Ich habe in der Innenstadt nur Auswahl für Brillen und Apotheken. Lebensmittel kann ich nur im teuren CAP-Markt kaufen. Parken nur gegen ordentliche Gebühren. Letztendlich müsste ich meine Taschen zum Auto schleppen. Da bin ich echt auf der Grünen Wiese besser dran.“ Ganz anders sieht das Jürgen Kalleder: „Spielwaren, Bäckereien, Juweliere, Obst, Reformhaus, Klamotten, Eisdiele, Restaurants, Reisebüro, Buchhandel, Metzgerei ... usw., usw. – alles in der Fußgängerzone oder in der unmittelbaren Nachbarschaft. Ich finde, dass Zweibrücken und auch die FGZ häufig schlechter geredet wird als es/sie ist – aber davon alleine wird auch nix besser.“

Gabi Houy wiederum verweist auf Sortimentslücken: „Es könnte mal wer fragen, was die Zweibrücker Bürger wollen. Vielleicht will der junge Zweibrücker nicht unbedingt nach Saarbrücken oder Kaiserslautern fahren, um nen Pulli und ne Hose zu kaufen. Meine Mädels (18 & 20) sowie ich haben schon seit Jahren nicht mehr in Zweibrücken groß eingekauft. Nicht weil wir es nicht wollen ... nein, es gibt wenig bis nix von dem, was wir benötigen.“ Ingrid Bäsel vermisst in der Innenstadt „ein Victoria Secret (so als Geheimtip für die Provinz), Elektronikmarkt, Kinderwagen und Co“.

Barbara Engel meint: „In der Innenstadt gibt es wirklich überwiegend nur Brillen, Apotheken, Handyläden. C&A kann man vergessen, da gibt es eh nur Kleidung für ab 70 aufwärts, da fahre ich nach Saarbrücken oder Kaiserslautern, die haben mehr, bessere und schönere Auswahl. Die Boutiquen sind nicht für den schmalen Geldbeutel.“

Probleme gebe es nicht nur in der Zweibrücker Innenstadt, relativiert Steffen Bajinski: Da können sich ZW, PS und HOM die Hand geben.“

Alexander Bach glaubt, dass „ganz viele von denen“, die über Ansiedlungen auf der Grünen Wiese „meckern“ sicher selbst zum Einkaufen zu Globus oder Ikea fahren und fragt: „Denkt einer auch nur mal ansatzweise an mögliche Arbeitsplätze?“ Eva-Maria Rupper entgegnet: „Das mit ,möglichen’ Arbeitsplätzen stimmt nur, solange nicht andere verschwinden!“

„Zweibrücken hat doch schon Möbel Martin. Das reicht doch“, lehnt Timo Fledie ein weiteres Möbelhaus ab.

Andere wie Andreas Weick finden dagegen, dass Konkurrenz das Geschäft belebe: „Wenn ein Unternehmen trotz Konkurrent in Zweibrücken und Umfeld einen Markt sieht, dann sollte man doch froh sein. Dann werden die Damen und Herren bei Möbel Martin motiviert, (noch) kundenfreundlicher, serviceorientierter und qualitativer zu werden.“ Skeptisch zeigt sich Weick aber, ob eine „umweltverträgliche“ Ansiedlung möglich sei, „da muss wieder ein Stück bisher unbeeinträchtigte Natur umgepflügt werden“. Patrick Gensheimer meint: „Eine (Innen-) Stadt stärkt sich nur über freie Marktwirtschaft, oder geht an ihr kaputt. Durch Zweibrücker Listen oder Händlervereinigungen verhindere ich die normale Entwicklung einer Innenstadt.“

Auch Margit Hoffmann kritisiert die Einzelhändler: „Eigeninitiative und längere Öffnungszeiten sind für sie Fremdwörter. Und wenn ein attraktiver Interessent da wäre, wird er aus Angst vor Konkurrenz abgelehnt. Die größte Konkurrenz aber ist der Internet-Handel, in den die Werbegemeinschaft die Kunden zwangsläufig treibt. Als das Outlet kam, war es die gleiche Debatte. Was haben die Geschäftsleute daraus gelernt? Nix!“

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