Zweibrücken Insolvenzverwalter am Himmelsberg

Zweibrücken · Das Amtsgericht Zweibrücken hat am vergangenen Donnerstag ein Insolvenzantragsverfahren über das Vermögen der Himmelsberg Fachklinik eingeleitet und einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt.

 Das ehemalige evangelische Krankenhaus, jetzt die Himmelsberg-Fachklinik.

Das ehemalige evangelische Krankenhaus, jetzt die Himmelsberg-Fachklinik.

Foto: Rainer Ulm

Aus Fehlern nichts gelernt? Wie erst jetzt bekannt wurde, hat das Amtsgericht Zweibrücken am vergangenen Donnerstag in einem so genannten Insolvenzantragsverfahren über das Vermögen der Himmelsberg Fachklinik GmbH, Zweibrücken, einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Das bestätigte der stellvertretende Amtsgerichtsdirektor Sebastian Brüßel auf eine entsprechende Anfrage unserer Zeitung. Demnach sei das Verfahren durch von der Firma nicht bezahlte „Sozialversicherungsbeiträge“ ausgelöst und deshalb am 2. März vom Amtsgericht „um 9 Uhr die vorläufige Verwaltung des Vermögens“ der Himmelsberg Fachklinik GmbH angeordnet worden.

Wieder einmal. Denn ein ähnliches Verfahren mit der gleichen Begründung war bereits Ende 2021 eingeleitet worden – damals allerdings gegen die Helexier GmbH, Heltersberg, der Eigentümerin des Gebäudes des ehemaligen Zweibrücker Evangelischen Krankenhauses und Betreiberin der „Himmelsberg Fachklinik“. Zu dieser Zeit gab es die Himmelsberg Fachklinik GmbH noch gar nicht. Sie wurde wenig später, im Februar 2022, quasi als Schwesterfirma von Helexier gegründet. Das damalige Insolvenzantragsverfahren wurde nach der Zahlung der ausstehenden Beträge an „eine Sozialkasse“ schnell eingestellt.

Die Fachklinik-Firma hat sich, trotz mehrfacher schriftlicher Bitten um eine möglichst zeitnahe Stellungnahme, zum Sachverhalt bislang nicht geäußert.

Gleichwohl schwebt mit dem neuerlichen Insolvenzantragsverfahren ein weiteres Damoklesschwert hoch über dem Himmelsberg. Denn jüngst drohte die Zweibrücker Stadtverwaltung der Betreiberfirma mit der Schließung des Klinikgebäudes an der Obereren Himmelsbergstraße, sollte Helexier einen, wie es in einem Mahnschreiben gehießen hatte, „Missstand“ im Zusammenhang mit dem Brandmelde-System nicht umgehend beseitigen. Laut Stadtverwaltung hatte Helexier „einem Dienstleister“ gekündigt, der die Alarm-Übermittlung der eigenen Brandmeldeanlage an die Feuerwehr-Einsatzleitstelle gewährleistete. Der Zweibrücker Stadtsprecher Jens John hatte damals klargestellt: „Die Aufschaltung der Brandmeldeanlage (der Firma Helexier, Anm. d. Red.) zur integrierten Leitstelle ist allerdings ein baurechtlich essentieller Bestandteil der Baugenehmigung.“ Deshalb habe die Stadtverwaltung die Betreiberfirma Helexier zur unverzüglichen Beseitigung „dieses Missstands“ aufgefordert – und zwar „unter Androhung einer Verfügung zur Schließung des Gebäudes“.

Und noch immer ist nach Informationen unserer Zeitung im Grundbuch ein „Versteigerungsvermerk“ für das Klinikgebäude eingetragen, der auf eine mögliche Zwangsversteigerung des Hauses hinweist. Das Versteigerungsverfahren hatte die Stadtverwaltung im Juni vergangenen Jahres beantragt. Seinerzeit hatte der Berater der Betreiberfirma Helexier, Klaus-Dieter Hielscher, jenen Versteigerungsvermerk im Grundbuch bestätigt: Er diene der Stadtverwaltung „zur Absicherung von Forderungen“, die sie gegenüber Helexier habe. Es seien „Beträge offen“.

Um welche „Beträge“ es sich dabei handelte und in welcher Höhe, wollte Hielscher damals nicht verraten. Nach Informationen unserer Zeitung geht es aber um eine fünfstellige Summe. Dass dieser Grundbuch-Eintrag bis heute nicht gelöscht wurde, lässt den Schluss zu, dass Helexier seine Schulden immer noch nicht beglichen hat.  

Auch der Rechtsstreit um Forderungen im sechsstelligen Bereich einer früheren Mitnutzerin des Klinikgebäudes gegenüber Helexier ist noch nicht beigelegt. Er geht Ende März vor einer Zivilkammer des Landgerichts Zweibrücken in die nächste Runde. Die Klinik-Betreiber beschäftigen also weiter die Gerichte.

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