In diesem Streik ist Musik drin

"Wir kämpfen nicht gegen die Eltern", betonte Heike Heb für die Gewerkschaft Verdi bei der Kundgebung der Erzieherinnen und Erzieher auf dem Herzogplatz. Deshalb begrüßte die örtliche Verdi-Vertreterin, dass sich viele Eltern mit ihren Kindern am Demonstrationszug durch die Fußgängerzone und der Kundgebung beteiligt haben.

"Wir wissen, dass es keine leichte Zeit für sie ist", rief sie den Eltern unter den rund 300 Teilnehmern der Kundgebung zu.

Trommelnd, pfeifend und singend zogen die Teilnehmer durch die Innenstadt. "Anerkennung, Wertschätzung, adäquate Bezahlung" stand auf vielen Transparenten. Auf die drei Forderungen verwies auch Heb. Zwar werde bei Ansprachen der Politik stets betont, wie wichtig die frühkindliche Erziehung sei. Doch das stehe in Widerspruch zum Alltag der Erzieherinnen. Dazu stiegen die Anforderungen in dem Beruf immer mehr weiter an. Deshalb müsse sich die Politik die Frage gefallen lassen: "Was ist der Gesellschaft die Bildung wert?"

Die Aussage der kommunalen Arbeitgeber, dass sie keinen Grund für eine höhere Bezahlung sehen, sei "eine Frechheit". Die Zweibrücker Stadtspitze, vertreten durch den Beigeordneten Henno Pirmann, forderte Heb auf, sich dafür einzusetzen, dass ein angemessenes Angebot vorgelegt wird. Heute treffen sich die gestern verhinderten Oberbürgermeister Kurt Pirmann und Bürgermeister Rolf Franzen mit Erzieherinnen zu einem Gespräch. Werner Cappel, Chef der IG Metall Saarpfalz, bekundete die Solidarität der Metaller mit den Erziehern. "Wir wissen, dass ihr eine hochqualifizierte Arbeit leistet." Die Arbeit sei auch nötig für die frühkindliche Erziehung. Die IG Metall habe bei den Arbeitgebern gefordert, dass sie den Eltern, die Kinder betreuen müssten, großzügig entgegen kommen sollten.