In der Bewegung festgehalten

Zezo-Ausstellung der Zweibrücker Park-Galerie zeigt unter anderem kraftvolle und zugleich subtile Porträts.

In seiner aktuellen - und damit zugleich letzten - Ausstellung im Zweibrücker Mannlichhaus präsentiert der Förderkreis Park-Galerie ausgewählte Werke des 1957 als Zwetan Dinekov im bulgarischen Varna geborenen und heute in Köln lebenden Künstlers Zezo. Einem Hinweis aus der rheinländischen Galerieszene ist es zu verdanken, dass die Kuratoren Egon Kirmse und Heinrich Rittershofer vom Förderkreis Park-Galerie auf diesen ungewöhnlichen Künstler aufmerksam wurden, der - wie er anlässlich der gut besuchten Vernissage im Mannlichhaus letzten Sonntag äußerte - stets "voller Ideen ist".

36 Ölgemälde und in Mischtechnik entstandene Arbeiten auf Papier aus rund zwei Jahrzehnten erschließen dabei sowohl das vielschichtige Talent als auch den stilistischen Werdegang Zezos, der sein Studium an der Kunstakademie in Sofia mit dem Diplom als Maler und Bühnenbildner abschloss und vor diesem Hintergrund eine ganz eigene Werksprache entwickelt hat.

Besonderes Augenmerk verdienen für Egon Kirmse Zezos in Öl auf Leinwand gemalte Porträts, "die in dieser Form eine Seltenheit sind": Zwischen schemenhafter Figürlichkeit und betonter Abstraktion versteht es der Künstler hierbei meisterlich, aus Farben, Flächen und dezent gesetzten Details jene szenischen Kompositionen zu schaffen, die über das eigentliche Sujet hinaus eine ganz eigene Dynamik entfalten. So ähneln seine Porträts Posen, die in der Bewegung festgehalten wurden, um aus dem Moment heraus auf ebenso kraftvolle wie subtil-verhaltene Weise ihre ganz eigene Geschichte zu erzählen.

"Die Farben dieser Bildkompositionen imponieren", bringt Heinrich Rittershofer im Gespräch mit dem Merkur sein Empfinden beim Anblick der nun in Zweibrücken gezeigten Werke Zezos zum Ausdruck. "Es lohnt sich genau hinzusehen und sich in diese Arbeiten einzufühlen", empfiehlt Rittershofer die Annäherung an diese verblüffenden Porträts, die auf den ersten Blick ansprechen - und bei näherer Betrachtung immer wieder durch Details überraschen. Dazu trägt auch die Hängung der Bilder bei, die den sich gegenseitig bedingenden Kontrasten der Farben, Formate und Techniken Rechnung trägt. So vermittelt jeder der drei Ausstellungsräume Zezos Oeuvre auf ganz eigene Weise, wobei sich gerade aus dem Wechselspiel zwischen den assoziativ gehaltenen Ölgemälden und den ihnen gegenübergestellten, in Mischtechnik entstandenen Grafiken, Skizzen und Collagen auf Papier mit ihren filigranen Ornamenten und Details die Vielseitigkeit dieses auch als Bühnen- und Kostümbildners tätigen Malers offenbart.

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Bis 28. Mai im Mannlichhaus Die Ausstellung "Dinekov-Zezo" ist bis einschließlich 28. Mai jeweils freitags bis sonntags von 15 bis 18 Uhr im Zweibrücker Mannlichhaus, Herzogstraße 8, zu sehen. Der Eintritt ist frei. Informationen zu dieser Ausstellung erteilt gerne Egon Kirmse unter Telefon (0 63 32) 4 94 72. Weitere Informationen zum Künstler Zwetan Dinekov/Zezo sind im Internet auf der Seite www.zezodinekov.de zu finden.